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Testbericht

Sebastian Viehmann, 19. September 2010
Autokorsos gibt es nicht nur, wenn Deutschland spielt: Mazda-Fans haben einen neuen Weltrekord aufgestellt. Doch es ist gar nicht so einfach, im Guinness-Buch zu landen.

Wenn sich Mazda MX-5-Fahrer begegnen, dann grüßen sie sich. Man winkt freundlich, formt mit den Fingern das Victory-Zeichen oder lässt die Lichthupe aufblitzen. Das alles aber ist nichts gegen die Methode von Petr Havlik und seinen Kollegen aus dem tschechischen Hradec Králové. Sie fahren ein wild getuntes Exemplar des Nippon-Roadsters, inklusive Kotflügelverbreiterung, Lufthutze in der Haube und einem besonderen Gimmick: Die beiden Klappscheinwerfer des Wagens schwenken abwechselnd auf und zu. „Das ist der ultimative MX-5-Gruß“, sagt Petr. Er ist mehr als 800 Kilometer von seiner Heimat ins Ruhrgebiet gefahren, um beim Rekordversuch mit an den Start zu gehen. Das Ziel: Der längste MX-5 Korso der Welt. „Da musste ich einfach dabei sein, sagt der eingefleischte Roadster-Fan.

600 Autos und rund 1500 Besucher sind zum Weltrekordversuch auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen gekommen. „Mehr Teilnehmer durften wir aus technischen Gründen gar nicht zum Korso zulassen“, sagt Mazda-Geschäftsführer Josef A. Schmid. Hinter den „technischen Gründen“ verbergen sich die Behörden, denn für den Korso mussten auch Straßen gesperrt werden. Der bisherige Guinness-Rekord steht bei 249 Autos, aufgestellt im Jahr 2005 in Neuseeland. Nun drängen sich die 600 MX-5 auf einem riesigen Parkplatz – bunt zusammen gewürfelte Modelle aus allen drei Generationen seit 1989, originalgetreu oder mächtig aufgemotzt.

Kurz vor dem Startschuss wimmelt der Schotterplatz von Menschen, die hektisch in ihre Autos springen, den Motor anlassen und mit einer Hand und etwas Schwung das Verdeck nach hinten werfen. Denn natürlich wir der Korso offen gefahren. Zeitweise sieht es nach Regen aus. „Egal, da müssen wir jetzt durch“, meint eine Korso-Teilnehmern aus Norddeutschland. Ein Wagen nach dem anderen wird von den Ordnern vom Platz geleitet und auf die 3,2 Kilometer lange Strecke durch Essen dirigiert. Hupend, winkend und mit einem kleinen Dank an Petrus, der sich den Regen dann doch noch verkniffen hat, flitzen die Roadster wie eine überdimensionale Perlenkette durch die Stadt.

Der Knackpunkt jedoch ist die Zählstation, an der die gestrengen Guinness-Prüfer mit Stoppuhr in der Hand jeden einzelnen Wagen begutachten. Denn die Regeln, die viele Teilnehmer offenbar nicht mitbekommen haben, sind knallhart: Zwischen zwei Autos dürfen nicht mehr als zwei Fahrzeuglängen frei bleiben, und die Fahrzeuge dürfen an der Zählstation nicht stoppen. Wer trotzdem anhält, fliegt aus der Wertung. Als der Korso vorbei und der Parkplatz wieder gefüllt ist, beginnt bei den Roadster-Fans das bange Warten – und am Abend das große Aufatmen: 459 Fahrzeuge werden von den Schiedsrichtern anerkannt, der Rekord von 2005 ist damit gebrochen und der Eintrag ins Guinness-Buch der Weltrekorde geschafft.

16 verschiedene Nationen nahmen am Korso teil, die weiteste Anreise von 2800 Kilometern hatte ein Grüppchen aus Moskau mit neun Autos. Die meisten Teilnehmer kamen freilich aus Deutschland, so wie Ralf und Ana aus Siegburg. Sie fahren seit 10 Jahren MX-5 und haben ein Modell der zweiten Generation, doch eigentlich hängt ihr Herz noch am Urmodell: „Wir haben mit einem MX-5 der ersten Generation angefangen. Ich habe geheult, als wir den Wagen verkauft haben“, erzählt Ana. Mit seinen Kulleraugen-Klappscheinwerfern versprüht die erste Generation mit der Bezeichnung NA ihren ganz eigen Charme. „Der aktuelle MX-5 ist mir zu bullig, geht irgendwie schon in Rechtung Audi TT“, meint die Roadster-Fahrerin.

Für Mazda ist der MX-5 ein Glücksgriff, weil er sich nicht nur bis heute über 875.000 mal verkauft hat – schon vor zehn Jahren schaffte es der Flitzer als meistverkaufter zweisitziger Sportwagen ins Guinness-Buch - sondern weil er auch eins der wenigen Japan-Autos mit Kultcharakter ist. Vor dem Erfolg in Europa startete der erste MX-5 seinen Siegeszug in den USA, wo er unter dem Namen Miata verkauft und für jugendliche Autofans mit Hang zum Besonderen sozusagen der inoffizielle Nachfolger des Alfa Spider wurde. Bis heute geht die Fahrspaß-Formel des MX-5 auf: Platz für zwei, wenig Gewicht, hochdrehende Motoren und natürlich Hinterradantrieb.

In ein paar Jahren könnte der Mazda wieder ernsthafte Konkurrenz bekommen: VW will einen Mittelmotor-Roadster auf die Räder stellen, und auch ein neuer Alfa Romeo Roadster mit Hinterradantrieb und betörend schöner Pininfarina-Karosse war schon als Show Car zu bewundern. Klappscheinwerfer werden beide Autos nicht haben – eine gute Chance für Mazda also, bei der nächsten MX-5 Generation wieder zurück zu den Wurzeln zu steuern.
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Quelle: Autoplenum, 2010-09-19

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