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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 7. Februar 2017

Jahrzehntelang war die Frage nach dem richtigen Führerschein für Wohnmobilisten und Carvaning-Anhänger schnell beantwortet. Wer vor 1999 seine Pkw-Fahrerlaubnis erworben hat, konnte damit so gut wie jedes gängige Freizeitfahrzeug fahren. Seitdem ist es jedoch kompliziert geworden.

Besitzer des alten „Klasse 3“-Führerscheins haben es heute gut. Mit dem grauen, seit 1982 rosafarbenen, Dokument dürften sie Pkw und Lkw mit bis zu 7,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse fahren. Auch Züge mit bis zu drei Achsen sind inbegriffen. Dabei gelten Doppelachsen am Caravan als eine Achse, wenn ihr Abstand zueinander unterhalb von einem Meter liegt. Die Gesamtmasse der Gespanne darf dabei bis zu 18,75 Tonnen betragen – mit der gewöhnlichen Kombination aus Pkw und Caravan ist dieser Wert kaum zu erreichen. Allerdings gilt hier eine Altersgrenze von 50 Jahren. Danach sind nur noch 12 Tonnen erlaub – ebenfalls mehr als genug. Wer trotzdem auch nach dem 50. Geburtstag mehr Last bewegen will, kann seinen alten Führerschein gegen die aktuelle Version tauschen und die Klasse CE 79 eintragen lassen. Allerdings ist für eine Verlängerung nach jeweils fünf Jahren eine ärztliche Untersuchung vorgeschrieben.

Deutlich eingeschränkt wurden Reisemobilisten und Caravaner mit der Führerscheinreform 1999. Seitdem gilt für Reisemobile und Gespanne eine Gewichtsobergrenze von 3,5 Tonnen. Das reicht zwar für viele kleinere Reisemobile und kleine Wohnwagen, will man aber mit der ganzen Familie in den Campingurlaub, wird es eng. Wohnwagen-Nutzer können vergleichsweise leicht auflasten: Sie benötigen den Führerschein B 96, den man etwa in einer siebenstündigen Fahrschulung erwerben kann. Eine Prüfung muss nicht abgelegt werden. Allerdings ist das Gesamtgewicht des Gespanns auf 4,25 Tonnen begrenzt.

Wer mit einem schweren Auto einen besonders schweren Caravan ziehen will, benötigt den Führerschein BE. Für den Erwerb sind Fahrstunden und eine praktische Prüfung nötig, die theoretische Prüfung entfällt. Dann allerdings darf man bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmen. Noch aufwendiger ist es seit 1999, ein Reisemobil mit mehr als 3,5 Tonnen fahren zu dürften. Dafür ist ein Lkw-Führerschein der Klasse C1 gefragt, der das Fahren von Reisemobilen bis 7,5 Tonnen erlaubt. Zahlreiche Fahrstunden sowie eine theoretische und praktische Prüfung sind nicht nur mit Zeitaufwand, sondern auch mit hohen Kosten verbunden.

Seit diesem Jahr ist der Führerschein C1 zudem nur noch befristet gültig. Zur Verlängerung muss alle vier Jahre eine Gesundheitsprüfung absolviert werden. Betroffen sind nicht nur neue erworbene Führerscheine, sondern auch rückwirkend alle nach dem 19. Januar 2013 erstmals ausgestellte Papiere. Darüber hinaus dürfen mit dem C1-Führerschein keine zur Personenbeförderung gedachten Fahrzeuge mehr bewegt werden. Für Reisemobile gilt wie etwa auch für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge eine Ausnahmeregelung.

Urlaub mit Reisemobil oder Wohnwagen erfreut sich wachsender Beliebtheit. Doch welcher Führerschein ist eigentlich nötig für die große Tour mit dem rollenden Heim?

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Fazit
Urlaub mit Reisemobil oder Wohnwagen erfreut sich wachsender Beliebtheit. Doch welcher Führerschein ist eigentlich nötig für die große Tour mit dem rollenden Heim?

Quelle: Autoplenum, 2017-02-07

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