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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 13. Oktober 2017

Der saisonale Reifenwechsel ist eigentlich eine einfache Sache. Kompliziert wird es nur, wenn die alten Winterpneus ausgemustert werden und neue Exemplare ans Auto sollen. Fünf Tipps zu Auswahl und Erwerb.

Der richtige Zeitpunkt
Der Reifenwechsel steht allerspätestens an, wenn Reifen älter als zehn Jahre sind. Für Reifen von Anhängern über 3,5 Tonnen gilt abweichend ein gesetzliches Höchstalter von sechs Jahren. Zweiter Wechselgrund ist der Verschleiß. Auch wenn der Gesetzgeber mindestens 1,6 Millimeter Restprofil fordern, empfehlen Experten, Winterreifen bereits ab vier Millimetern zu wechseln. Häufig sind die Reifen auf den Antriebsrädern schneller runtergefahren. Dann reicht es, nur diese zu wechseln. Am besten nimmt man wieder Pneus vom gleichen Typ. Das frische Paar montiert man dann unabhängig von der Antriebsart auf der Hinterachse, da sie für die Fahrstabilität verantwortlich ist.

Der richtige Winterreifen
Seit Mai dieses Jahres gilt erstmals die neue Kennzeichnungs-Pflicht für Winterreifen. Die alte „M+S“-Markierung ist nur noch für Reifen gültig, die vor dem 31. Dezember produziert werden und gilt dann bis Ende September 2024. In Zukunft muss ein Reifen das „Alpine“-Symbol (Berggipfel und Schneeflocke) tragen, damit man bei Schnee und Matsch ordnungsgemäß unterwegs ist. Das Piktogramm findet sich nicht nur an echten Winterreifen, sondern auch an Ganzjahresreifen, mit denen man dann juristisch im Schnee auf der sicheren Seite ist. Wer regelmäßig im Gebirge unterwegs ist, sollte jedoch besser richtige Winterreifen wählen, Ganzjahrespneus sind vor allem im Flachland und für Wenigfahrer eine günstige Alternative. Wer bei winterlichen Straßenbedingungen mit den falschen Reifen erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in der Flensburger Strafkartei rechnen.

Die richtige Größe
Meistens gilt: Je größer die Felgen und je breiter die Reifen, desto besser stehen sie dem Auto. Gleichzeitig steigt der Preis mit mehr Durchmesser und Aufstandsfläche stark an. Jenseits der Optik bieten breite Pneus aber noch weitere Vorteile: Zumindest auf trockener Fahrbahn bremsen sie besser. Und auch die Kurvenstabilität erhöht sich. Allerdings sind Breitreifen etwas anfälliger für Aquaplaning und steigern den Verbrauch. Gleichzeitig bieten sie weniger Federungskomfort. Am Ende ist die Wahl also in erster Linie von Geschmack und Geldbeutel abhängig. Welche Reifendimensionen überhaupt erlaubt sind, findet man im Fahrzeugschein. Besitzer eines alten Exemplars schauen dort unter den Ziffern 20 und 21 beziehungsweise 22 und 23 nach. Zusätzliche Größen werden häufig im Feld 33 unter „Bemerkungen“ aufgeführt. Komplizierter wird es, wenn beim eigenen Auto die 2005 eingeführte zweiteilige „Zulassungsbescheinigung Teil I“ den Fahrzeugschein ersetzt. Dort ist nur noch die kleinste zulässige Größe angegeben. Die restlichen Dimensionen finden sich in der beim Neuwagenkauf mitgelieferten EU-Übereinstimmungserklärung. Oder man fragt den Händler.

Die richtige Marke
Von ausgesprochenen Billigreifen, meist aus China importiert, ist in der Regel abzuraten. Bei Tests von Autoclubs und -zeitschriften schneiden sie immer besonders schlecht ab. Zu den Testsiegern zählen meist die Pneus der großen Premiummarken Continental, Michelin, Goodyear-Dunlop, Pirelli und Co. Wer weniger Geld ausgeben will, fährt mit Markenherstellern aus der zweiten Reihe aber nicht schlechter. Zudem haben viele Premiumhersteller preisgünstige Tochtermarken im Programm (Continental/Uniroyal oder Goodyear/Fulda), die nicht immer die allerneueste Technik, aber durchaus solide Kost bieten. Die letztendliche Wahl hängt auch vom eigenen Fahrprofil ab: Wer viel und gerne sportlich unterwegs ist, sollte nicht ausgerechnet beim Reifenkauf sparen. Wer nur gelegentlich in der Stadt unterwegs ist, braucht sicher nicht das neueste Hightechmodell.

Der richtige Händler
Reifen gibt es mittlerweile fast überall: im Autohaus, beim Reifenhändler, im Internet und im Baumarkt. Besonders günstig ist letztgenannte Quelle, allerdings finden sich dort häufig eben jene nicht empfehlenswerten Billigreifen aus China. Auch im Internet werden solche Problempneus gerne offeriert. Es gibt online allerdings auch zahlreiche seriöse Spezialseiten für den Reifenkauf. Viele davon haben auch Werkstattpartner vor Ort, die die Montage übernehmen. Wer nur den nackten Reifen kauft, muss ihn nämlich noch von einem Fachmann auf die Felge ziehen und auswuchten lassen. Vermeintliche Billigangebote relativieren sich dann schnell, denn der Monteur am Wohnort nimmt in solchen Fällen häufig höhere Preise, als wenn die Pneus bei ihm direkt gekauft werden. Auch an die Lagerung der Sommerreifen und die Entsorgung der alten Winterpneus sollte man beim Kauf denken; Fachbetriebe übernehmen das in der Regel für ihre Kunden.

Wann ist ein Reifen verschlissen? Wo gibt es Ersatz und was ist beim Kauf zu beachten? Fünf Fragen und fünf Antworten.

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Fazit
Wann ist ein Reifen verschlissen? Wo gibt es Ersatz und was ist beim Kauf zu beachten? Fünf Fragen und fünf Antworten.

Quelle: Autoplenum, 2017-10-13

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