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Testbericht

Stefan Grundhoff, 26. Februar 2010
Die nächste Wochenend-Expedition mit der eigenen Familie kann kommen. Es müssen nicht immer das Amazonas-Delta oder die Hoch- Anden sein. Manchmal tut es auch ein Ausflug in die Berge. Mit Mann und Maus raus in die Berge, ab in den Schnee.

Geräumig und geländegängig, da fallen den meisten nur Geländewagen und schicke Sport-Utility-Vehicle ein. Doch es muss nicht immer ein Luxus-Klettermaxe sein, der einem den Weg zur Berghütte oder der nächsten Wandertour bahnt. Wer mit vier, fünf oder noch mehr Personen in den Winterurlaub will, bringt auch einen Mercedes GL oder einen Audi Q7 an seine Grenzen. Seit 25 Jahren bietet Volkswagen die beliebten Transporter mit Allradantrieb an. Bereits zehn Jahre zuvor werkelte Entwicklungsleiter Gustav Mayer im geheimen an einer Allradversion des VW T2 herum. Heute gehören die Allradversionen fest ins Programm der VW Transporter. Mit einem Multivan geht es luxuriös wie mit kaum einem anderen Transporter ins unwegsame Geläuf – gerade der Multivan Panamericana macht es möglich. Denn kaum ein anderes Fahrzeug ermöglicht ein derart breites Spektrum von Einsatzmöglichkeiten. Gerade im Alpenraum hatten viele auf die 4x4- Version des im letzten Herbst überholten neuen Transporters gewartet. Denn während der 4motion-Anteil am Transporter in Deutschland zwischen 10 und 15 Prozent pendelt, sieht das in Süddeutschland, Norditalien, Österreich und der Schweiz ganz anders aus. Hier liegt der Anteil der Allradmodelle beim VW Transporter mehr als doppelt so hoch.

Die meisten Transporter-Kunden haben den T5 im harten gewerblichen Alltagseinsatz. Rund ein Drittel aller Fahrzeuge ist als PKW-Variante zugelassen, die den Namen Multivan, Caravelle und California tragen. Will man auch für leichtes Gelände gerüstet sein, um gerade auf winterlichen Straßen und abseits befestigter Pisten seinen Weg zu finden, ist der rustikale T5 Panamericana die rechte Besetzung. Der spielt mit netten Designapplikationen und Cricketleder den edlen Pseudo-Naturburschen; bietet neben Allradantrieb jedoch auch Unterfahrschutz und mehr Bodenfreiheit. Sein Allradantrieb wurde im Vergleich zum Vorgänger überarbeitet. So gibt es nunmehr eine elektrisch gesteuerte Lamellenkupplung, die die Motorleistung bei durchdrehenden Vorderrädern variabel an die Hinterachse überträgt. Maximal kann in Sekundenbruchteilen so die gesamte Antriebskraft auf die hinteren Räder übertragen werden.

Manuell kann der Fahrer den Allradantrieb per Tastendruck auch vorwählen. Ab Tempo 80 schaltet die Lamellenkupplung jedoch wieder in den Automatikmodus. Der T5 Panamericana verfügt zudem über eine serienmäßige Differenzialsperre an der Hinterachse. Besonders komfortabel lässt es sich in der Verbindung aus Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe DSG reisen. Aktuell ist diese Kombination jedoch nur für den 180-PS-Biturbo zu bekommen.

Im Innern unterscheidet sich der Panamericana durch beleuchtete Einstiegsleisten, Riffelblech am Boden und das rustikale Leder von den normalen T5-Modellen. Auf den sinnvollen Allradantrieb weist nur ein Schalter am Armaturenbrett und eine Leuchtanzeige im Drehzahlmesser hin. Eine Stärke des Transporters sind das üppige Platzangebot, sechs Einzelsitze und die zahlreichen Ablagen im Innern. Wer will, kann auch einen Klapptisch aus der Seitenverkleidung zaubern. Die erste Sitzreihe besteht aus zwei Einzelsitzen, die sich in Längsrichtung verschieben und drehen lassen. Wer genügend Geld übrig hat, kann seinen Panamericana mit zahlreichen ebenso nützlichen wie kostenintensiven Extras aufwerten. Zusatzablagen wie Schubladen unter der hinteren Sitzbank, Standheizung und diverse Assistenzsysteme wie Spurwechselwarner oder Rückfahrkamera treiben den Preis über die 60.000-Euro-Marke. Diese Vielfalt bietet in dieser Klasse kein anderes Auto.

Trotz üppiger Dimensionen mit 4,90 Metern Länge und einem Leergewicht von mehr als 2,2 Tonnen ist der Transporter mehr als ein bequemes Reiseauto. Auf Langstrecken bietet er Familien und Freunden eine ungewöhnlich lässige Atmosphäre. Doch auch in der City oder auf Landstraßen kann der Transporter viel Freude bereiten. Er ist nicht nur wegen der hohen Sitzposition übersichtlich und mit der etwas zu leichtgängigen Lenkung auch beim Parken einfach zu rangieren. Damit der VW T5 auch mit entsprechender Personen- oder Gepäckbeladung nicht zur Wanderdüne wird, sollte man bei der Motorisierung nicht zu sehr nach unten greifen. Der Panamericana 4motion ist mit zwei Dieselmotoren zu bekommen. Die bessere, weil stimmigere Wahl ist der 180 PS starke Commonrail-Diesel mit doppelter Turboaufladung und DSG. Wer mit weniger zufrieden ist: auch der 140 PS starke TDI mit einfachem Turbo und manueller Schaltung ist Dank 340 Nm ab 1.750 U/min ordentlich unterwegs. Doch nicht nur mit Zuladung und Allradantrieb dürfte es gerne etwas mehr Leistung sein.

Der Zweiliter-Diesel mit vier Zylindern ist kein Leisetreter, hängt jedoch gut am Gas und unterstützt im unteren Drehzahlbereich durch hohe Drehmoment-Reserven schaltfaules Fahren. Den Durchschnittsverbrauch gibt VW mit 8,3 Litern pro 100 Kilometer an. Bis Tempo 80 beschleunigt der knapp 2,3 Tonnen schwere Bulli noch recht kraftvoll. Die letzten Meter bis 100 Km/h werden jedoch überaus zäh und für den Gesamtspurt von 0 auf 100 braucht der Allradler träge 15,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 Km/h, allerdings gewinnt der Multivan ab 120 Km/h nur noch mühsam an Tempo. Die Geräuschdämmung ist für einen Transporter vorbildlich. Das gilt allerdings nicht für den Fahrtwind, der lautstark um Fugen und entsprechend dimensionierte Außenspiegel pfeift.

Basismodell ist der mindestens 37.316 Euro teure VW Multivan Startline 4motion. Das ist ein Allradaufpreis von rund 3.200 Euro, der sich durch die gesamte Preisliste schlängelt. Die Basisausstattung ist mit Details wie Airbags, ESP, Fensterhebern und einem Campingtisch überaus dünn. Sogar Selbstverständlichkeiten wie CD-Radio, Klimaautomatik oder Nebelscheinwerfer müssen extra bezahlt werden. Das sieht beim VW Mutivan Panamericana etwas anders aus. Hier gibt es unter anderem beheizbare Ledersitze, 20 Millimeter mehr Bodenfreiheit, abgedunkelte Scheiben und weitere nette Details. Praktisch und vielseitig einsetzbar, doch für mindestens 51.500 Euro alles andere als günstig. Dafür ein Bully wie kein anderer. Von dem hätte sicher auch Gustav Mayer Mitte der 70er bei einem seiner Allradausflüge geträumt.
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Quelle: Autoplenum, 2010-02-26

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