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Testbericht

Hanne Schweitzer/SP-X, 19. Juli 2016

Ein Auto im Toten Winkel übersehen, die Vorfahrt bei einer trickreichen Rechts-vor-Links-Kreuzung missachtet oder dem plötzlich bremsenden Vordermann aufgefahren. Klingt nach einem normalen Unfall? Kann aber auch eine Falle sein.
 
Nach Angaben des Automobilclubs von Deutschland (AvD) helfen Täter immer öfter nach, um ahnungslose Autofahrer in Unfälle zu verwickeln. Solche fingierten Situationen kann man erkennen, wenn man besonders aufmerksam ist. Die Verursacher wählen häufig eine unübersichtliche Straßenführung oder trickreiche Rechts-vor-Links-Situationen, um einen Crash zu provozieren, gerne bei widriger Witterung oder in der Dunkelheit. Der Unfallhergang ist meist einfach zu stellen, der Unfallort entweder abgelegen oder sehr zentral.
 
So bremsen die Täter beim Einfädeln auf der Autobahn auf der Beschleunigungsspur genau dann hart ab, wenn der Hinterherfahrende in seinen Rückspiegel schaut - Begründung: „weil doch noch ein Auto links vorbei fuhr“ – und forcieren so einen Auffahrunfall. Oder sie erzwingen „rechts vor links“ oder nutzen verwirrende Fahrbahnmarkierungen und beharren ohne zu bremsen bis zum Zusammenstoß auf ihrer Fahrspur.
 
Oft sind die Täter nach der StVO deshalb im Recht. Das machen sie lautstark deutlich, häufig kommen auch noch „Zeugen“ hinzu. Hat man das Gefühl, in eine Falle gelockt worden zu sein, ist es deshalb wichtig, besonnen zu reagieren. Man sollte die Unfallsituation fotografieren, Datum, Uhrzeit, Witterung festhalten und ebenfalls, ob das gegnerische Fahrzeug auch an anderen Stellen beschädigt ist, was oft der Fall ist. Häufig setzen die Betrüge hochwertige Gebrauchtfahrzeuge ein. Versucht die Gegenseite es mit Einschüchterung, sollte man auf Polizei bestehen.
 
Laut AvD ist es aber fast noch wichtiger, die eigene Versicherung von den Zweifeln in Kenntnis zu setzen. Die Versicherer tauschen sich über die Unfallbeteiligten aus. Typische Verläufe oder auch häufig auftretende Beteiligte werden besonders genau überprüft, häufiger nach bestimmtem Schema Tätige werden so entdeckt. Indizien für einen gestellten Verkehrsunfall sind beispielsweise auch kurzzeitig versicherte Fahrzeuge auf Schädiger-Seite oder eine Abrechnung auf Reparaturkostenbasis.
 
Immer wieder kommt es nach Angaben des Autoclubs auch vor, dass Geschädigte nach kleinen Bagatellunfällen über Verletzungen klagen, die dann zu großen Ausgleichszahlungen führen. Als mutmaßlicher Verursacher hat man kein Recht, diese Verletzungen anzuzweifeln. Aber man kann auch in einem solchen Fall seine Versicherung von den eigenen Zweifeln unterrichten und seine Beobachtungen zum Unfallhergang vor Gericht schildern.
 
Laut AvD liegt etwa die Hälfte aller fingierten Unfälle „in der Luft“. Das heißt, ein umsichtiger Autofahrer bemerkt die zugespitzte Situation, reagiert und kann sie vermeiden. Entscheidender Tipp: Wer im Straßenverkehr das Gefühl hat, andere Verkehrsteilnehmer verhalten sich beharrlich, sollte sein geplantes Fahrmanöver abbrechen, wenn es auf Kollisionskurs führt. Man sollte bereit sein nachzugeben und im Zweifel dem anderen den Vorrang lassen. Das kann viel Ärger vermeiden helfen.
 

Immer öfter verwickeln Betrüger ahnungslose Autofahrer in Unfälle zu verwickeln. So verhindert man, denen auf den Leim zu gehen.

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Fazit
Immer öfter verwickeln Betrüger ahnungslose Autofahrer in Unfälle zu verwickeln. So verhindert man, denen auf den Leim zu gehen.

Quelle: Autoplenum, 2016-07-19

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