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Testbericht

Wolfgang Schäffer, 23. März 2018
Komfortabler Reisewagen, bärenstarke Zugmaschine, leichtfüßiger Geländewagen – der VW Touareg hat sich seit seiner Premiere 2002 im Segment der Oberklasse-SUV festgesetzt. Die im Sommer anrollende dritte Generation soll den guten Ruf weiter ausbauen. Sie dürfte preislich auf dem Niveau der Vorgängers bleiben, der zuletzt ab knapp 55.000 Euro zu haben war. Die Souveränität des um fast acht Zentimeter auf 4,88 Meter gewachsenen Touareg betont die markante Frontpartie. Sie ist aufrechter ausgerichtet als bisher und die schmal geschnittenen Scheinwerfer verschmelzen jetzt mit dem massiv gezeichneten, verchromten Grill. So wirkt das Gesicht mit den weit unten liegenden, mächtigen Lufteinlässen wie aus einem Guss. In der Seitenansicht betont die weit nach vorn geneigte C-Säule die Dynamik. Die Schultern über den hinteren Radhäusern sind extrem breit ausgeformt und fast die gesamte Fläche der 1,98 Meter breiten Heckpartie (plus vier Zentimeter zum Vorgänger) wird von der Klappe des Ladeabteils genutzt. In der Basisversion blickt der Fahrer auf analoge Instrumente und einen 7-Zoll-Bildschirm im Cockpit sowie einen 9,2-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole. Bei der höherwertigen Version kommt das digitale Innovision Cockpit zum Einsatz: Die Anzeige vor dem Fahrerplatz ist 12 Zoll groß, der leicht zum Fahrerplatz gedrehte Touchscreen für das Top-Infotainmentsystem 15 Zoll. Beide Bildschirme sind im One-Screen-Design in einer großen Fläche auf einer Sicht- und Bedienachse zusammengefasst. Auch wenn so gut wie alle herkömmlichen Anzeigen und Bedienelemente durch digitale Flächen ersetzt wurden, ist trotzdem ein Lautstärkeregler aus Metall in die Mittelkonsole integriert. Hier sind auch der als Handschmeichler ausgearbeitete Wählhebel für die serienmäßige Achtgang-Automatik sowie der Fahrmodi-Drehschalter untergebracht. Serienmäßig sind Eco, Comfort, Normal, Sport und Individual, optional kommen mit dem Offroad-Paket die Modi Offroad Auto, Sand, Schotter, Offroad Expert hinzu. Auch wenn die mechanische Sperre und das Untersetzungsgetriebe wegen zu geringer Nachfrage aus dem Programm genommen wurden, soll die Geländetauglichkeit weiterhin ausreichend hoch sein, versprechen die VW-Techniker. Bei der Innenausstattung unterscheidet VW zwischen einem wohnlichen (Atmosphere) und technischen (Elegance) Ambiente, was sich vor allem im Dekor bemerkbar macht. Während generell in vielen Bereichen schicke und hochwertige Materialien zum Einsatz kommen, wurde an den Seitenteilen der Mittelkonsole und den Innenverkleidungen der Türen Hartkunststoff eingesetzt. Er ist zwar durchaus ansehnlich, passt aber nicht so ganz zum Premium-Anspruch des Touareg. Den erfüllt das SUV aber ansonsten in so gut wie jeder Hinsicht. Das Platzangebot ist wie gehabt bestens, das Ladeabteil hat von 697 auf 810 Liter Volumen zugelegt. Die Rücksitzanlage lässt sich zudem um 16 Zentimeter in der Länge verschieben. Und technisch hat der Touareg auf breiter Front aufgerüstet. So sind beispielsweise in Sachen Fahrwerk Hinterradlenkung, elektromechanische Wankstabilisierung und die nochmals verbesserte Luftfederung (alles optional) zu nennen. Ganz großes Kino sind neuen, auf Wunsch verfügbaren LED-Matrixscheinwerfer mit 128 LED auf jeder Seite. Ein Rechner verarbeitet Signale der Frontkamera, digitale Kartendaten des Navigationssystems, GPS-Signale, Lenkeinschlag sowie aktuelle Geschwindigkeit, um in Sekundenbruchteilen punktgenau die einzelnen LED für das jeweils beste Licht zu aktivieren. Im Vergleich mit den Xenon-Scheinwerfern des Vorgängers und dem neuen LED-System ergibt sich bei Fernlicht ein Reichweitenplus von mehr als 100 Metern. Als erster Volkswagen ist der neue Touareg zudem auf Wunsch mit der Nachtsichtunterstützung Nightvision erhältlich. Eine Wärmebildkamera registriert dabei die von Lebewesen ausgehende Infrarotstrahlung. Erkannte Personen und Tiere werden in einem Schwarz-Weiß-Bild je nach Risiko gelb oder rot markiert. Das Bild selbst wird in das digitale Cockpit übertragen. Zu der Vielzahl von Assistenzsystemen zählt nun auch der Rangierassistent Trailer Assist. Die Anhängerkupplung, die bisher eine Einbaurate von 60 Prozent hat, lässt sich beim neuen Touareg (Anhängelast 3,5 Tonnen) zudem vollelektrisch ein- und ausfahren. Zum Start haben die Kunden die Wahl zwischen zwei Dreiliter-V6-Diesel-Motoren mit 170 kW/231 PS oder 210 kW/286 PS. Im Herbst folgt ein 250 kW/340 PS starker Dreiliter-V6-Benziner, im kommenden Jahr ein Vierliter-V8-Turbodiesel mit 310 kW/421 PS. Alle Triebwerke übertragen ihre Kraft über eine Achtgang-Automatik auf die beiden Achsen des mit permanentem Allradantrieb ausgestatteten SUV. Ab Sommer steht die dritte Generation des VW Touareg beim Händler. Sie ist mehr denn je technisch hochgerüsteter Oberklasse-Gleiter als beinharter Geländegänger.
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Fazit
Ab Sommer steht die dritte Generation des VW Touareg beim Händler. Sie ist mehr denn je technisch hochgerüsteter Oberklasse-Gleiter als beinharter Geländegänger.

Quelle: Autoplenum, 2018-03-23

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