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Testbericht

Stefan Grundhoff, 27. November 2017
Volkswagen spielt in den kommenden Jahren eine neue Taktik und setzt beim Angriff auf den Thron um die weltweite Autokrone auf den gekonnten Doppelpass zwischen SUV- und Elektro-Flügel. Der neue Golf soll nach seiner Premiere im Herbst 2019 als Libero die Fänden weiter in Händen halten. Im Sturm spielt die neue I.D.-Elektrofamilie.

Volkswagen wurde durch den Dieselskandal in seinen Grundfesten erschüttert und die Probleme sind noch lange nicht komplett abgearbeitet. Doch in den kommenden zehn Jahren wollen die Wolfsburger eine Fahrzeuginitiative starten, wie es Niedersachsen noch nicht gesehen hat. Vor dem spielgestaltenden Libero VW Golf VIII, der auf der IAA im Herbst 2019 seine offizielle Premiere feiern dürfte, soll es eine Angriffsformation aus den neuen Elektromodellen der I.D. Familie und verschiedenen neuen SUV geben.

Wer sich das geplante Modellprogramm von Volkswagen in den kommenden Jahren vor Augen führt, kann kaum glauben, dass die Wolfsburger Milliarden von Euro zurücklegen mussten, um für die Ersatzansprüche aus dem Dieselskandal gewappnet zu sein. Vielmehr sieht es nach einer Vollgasfahrt aus, um die Konkurrenz von Toyota, PSA, GM und Hyundai langfristig zu distanzieren. Es geht dabei nicht nur um die jährliche Verkaufszahlen von wohl deutlich mehr als zehn Millionen verkauften Fahrzeugen pro Jahr. Volkswagen hat rund um seine Markenikone Golf eine zweiteilige Modellfamilie kreiert, die die Vormachtstellung in den Bereichen Elektro und SUV an sich reißen will.

Volkswagen hat den SUV-Trend vor ein paar Jahren mächtig verschlafen. Spät kam auf der großen Familienplattform der Touareg, eng verwandt mit Porsche Cayenne und Audi Q7. Mittlerweile folgte noch der elitäre Bentley Bentayga, der im britischen Crewe über Nacht zum Erfolgsmodell wurde. Auf dem Genfer Salon im kommenden Frühjahr steht mit etwas Verzögerung der neue VW Touareg, ein mächtiger Hightech-Koloss, dessen Kühlergrill mächtiger ist, als alles was Audi bisher in ein Fahrzeuggesicht gezaubert hat. Angetrieben wird der fünf Meter große Zwei-Tonnen-Geländewagen wahlweise von leistungsstarken Sechs- und Achtzylindern. An Sicherheitsausstattung gibt es ein beeindruckendes Komplettpaket und die Bedienung geschieht über einen knapp 15 Zoll großen Touchscreen.

Doch nicht nur der neue Touareg soll eine mächtige SUV-Welle einleiten. Aus ehemals zwei SUV-Modellen sollen nach dem jüngsten Marktstart von T-Roc, Tiguan / Tiguan Allspace sowie Atlas / Teramont (USA / China) zehn Fahrzeuge werden, die die abenteuerfreudigen Herzen der Fans erklimmen sollen. So wird es wohl erst in 2019 auch den Polo-SUV geben, der den Namen T-Cross trägt. Während die europäischen Kunden mit der normalen Version (überraschenderweise ohne Allradantrieb) auskommen müssen, gibt es für Märkte wie in China eine Langversion mit rund acht Zentimetern mehr Radstand. Der VW T-Cross wird dabei ein Weltmodell, dass auch Kunden in Südamerika, Indien und wohl auch den USA locken soll. Während der T-Cross mit einer Länge von rund 4,10 Metern sich bevorzugt an Singles und Paare richtet, spricht der über fünf Meter lange Atlas als Siebensitzer amerikanische Großfamilien an, die keine Lust auf einen Van haben. Das Doppel aus Atlas und Teramont soll noch in 2018 einen Coupébruder bekommen, der dann allein als Fünsitzer angeboten wird.

Nicht nach Europa kommen dürfte ein kleiner Bruder vom Tiguan. Etwas überraschend: der Crossover mit dem Namen Tharu soll in jeden Märkten als günstiger Alternative punkten, wo der Tiguan derzeit allein als 4,70 Meter lange XL-Version angeboten wird. Hätte es nicht auch der normale Tiguan mit seiner Länge von knapp 4,50 Metern getan? Der Tiguan ist als Kurz- und Langversion trotz des unglücklichen Namens Tiguan Allspace ein Bestseller. Für mehr Emotionen und Konturschärfe gegenüber der Konkurrenz ist ein Tiguan Coupé nach Vorbild von BMW X4, Mazda CX-4 oder Mercedes GLC Coupé fest eingeplant.

Neben der weltweiten SUV-Offensive wird ab 2020 die I.D.-Familie mit zunächst fünf Elektromodellen ausgerollt. Den Anfang macht wohl im Frühjahr 2020 die Serienversion des auf dem Pariser Automobilsalon im Herbst 2016 vorgestellten I.D.. Das 4,10 Meter lange Kompaktklassemodell ist das erste Fahrzeug auf der neu entwickelten Elektroplattform (MEB). Obligatorisch bekommt es ähnlich wie der BMW i3 ein schwarzes Dach und eine schwarze Heckklappe. Kurz danach rollen beinahe geräuschlos zwei Elektro-SUV aus gleichem Hause los. Volkswagen Marken-Chef Herbert Diess: "Die Marke Volkswagen investiert in den kommenden fünf Jahren sechs Milliarden Euro in die E-Mobilität. Unsere Aufgabe ist es, moderne Technik für viele Menschen verfügbar zu machen. Das gilt erst recht in Zeiten des technologischen Umbruchs. Eines ist klar: Der Golf der Zukunft muss wieder ein Volkswagen sein!" Bis zum Jahr 2025 wird die Marke Volkswagen 23 rein elektrisch angetriebene Modelle anbieten.

Während Skoda seinen Vision E, einen 4,65 Meter langen Elektro-Crossover mit maximal 225 kW / 306 PS und einer Reichweite von bis zum 500 Kilometern bereits auf der Shanghai Autoshow sowie der IAA in diesem Herbst zeigte, enthüllte Konzernmutter Volkswagen ein paar Meter weiter den verwandten I.D. Crozz. Je ein Motorvariante arbeitet an der Vorder- und Hinterachse, die Kraftverteilung wird über eine elektrische Kardanwelle geregelt. Die Reichweite des 225 kW / 306 PS starken und 180 km/h schnellen SUV liegt bei bis zu 500 Kilometern mit einer Batterieladung. In 30 Minuten nimmt der Hochleistungsakku per Schnellladesystem wieder 80 Prozent seiner Energiekapazität auf. Auf gleicher technischer Basis wird es ab 2020 / 2021 zwei Crossover mit Namen Crozz (5 Sitze) und Lounge (bis zu 7 Sitze) geben.

Der Volkswagen-Konzern setzt ab 2020 voll auf das Thema Elektro. Das Antriebspaket der zukünftigen Elektrovolumenmodelle ist dabei eingeschränkt variabel. Aufgrund der Plattform kann man nicht nur Spur und Radstand variieren, sondern ganz nach Modell und Preisgestaltung zwischen Hinterrad- oder Allradantrieb wählen. Das Basispaket dürfte ein Hinterradantrieb mit rund 125 kW / 170 PS sein. Ganz nach Modell, Karosserieaufbau und Marke werden weitere Leistungsstufen bis hin zu 294 kW / 400 PS verfügbar sein. Die Akkupakete variieren zwischen 50 und knapp 100 kWh. Gerade die SUV und die stärkeren Versionen werden obligatorisch über einen Allradantrieb verfügen, um Motorleistung und maximales Drehmoment auf die Straße zu bringen. Die avisierte Höchstgeschwindigkeit: 180 und 210 km/h. Der 2022 folgende VW I.D. Aero als sportliche Schräghecklimousine der Oberklasse bietet bis zu 700 Kilometer elektrischer Reichweite und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit. Mit Spannung darf man auch auf den imageträchtigen VW I.D. Buzz warten, der 2022 seine Premiere feiern soll und vom Design her eine Reminiszenz an den Ur-Bulli sein soll. Die Mannschaft steht - das Spiel kann beginnen.
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Quelle: Autoplenum, 2017-11-27

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