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Testbericht

Marcel Sommer, 29. Oktober 2013
Auf der diesjährigen Tokio Motor Show stehen PS-Monster und Energiesparer Felge an Felge. Und in den Lücken finden sich noch Plätzchen für jede Menge Kei-Cars.

Zugegeben, dieser Tage steht nicht nur den Einwohnern Tokios der Sinn nach allem möglichen, nur nicht nach Autos. Ständige Erdbeben und damit eine bleibende Ungewissheit darüber, welche Gefahren denn nun wirklich von dem Unglückskernkraftwerk in Fukushima ausgehen, beschäftigen derzeit ganz Japan. Da wirkt die diesjährige Tokio Motor Show vom 22. November bis zum 1. Dezember fast schon wie eine gut geplante mediale Abwechslung.

Die ungeteilte Aufmerksamkeit der Autoindustrie wird in diesem Jahr allerdings nicht der Tokio Motor Show geschenkt, denn zeitgleich findet im fast 9.000 Kilometer entfernten Los Angeles, an der Westküste der USA, die LA Auto Show statt. Ob es sich hier um ein internationales Kräftemesse zwischen zweier Weltmessen handelt oder um ein laienhaftes Missverständnis, werden die Veranstalter mit Sicherheit nicht verraten.

Hersteller wie Porsche lassen sich von derlei Terminüberlappungen nicht besonders beeindrucken und präsentieren einfach parallel ihre Weltneuheiten. Der kleine Bruder des Cayenne, der Macan, steht ebenso auf dem Messestand des Zuffenhäuser Herstellers wie die Weltpremiere des Panamera Turbo S. Noch nicht ganz sicher ist die Präsentation des neuen 911 Turbo Cabrios. Eine weitere der insgesamt 18 internationalen Fahrzeugmarken, die in Japan am Messestart sind, ist BMW. Die Münchener stellen ebenfalls ein dachloses Fahrzeug vor: die Cabrio-Version des neuen Vierers. Die BMW-Tochter Mini zeigt die dritte Generation des bis zu 192 PS starken Mini. Die Coupé-Variante des vor sechs Monaten eingeführten Jaguar F-Type feiert mit bis zu 495 PS seine Premiere im Morgenland. Mercedes schickt die sportlichste Variante ihrer neuen S-Klasse ins Rennen, den über 600 PS starken S 65 AMG.

Über nahezu gleich viel Pferdestärken wird voraussichtlich eine neue Supersportwagenvariante eines der insgesamt 15 nationalen Automobilhersteller verfügen. Der Nissan GT-R im Nismo-Trimm wird einer der PS-Höhepunkte der Messe. Im krassen Gegensatz zu den PS-Monstern aus Europa und Fernost zeigen sich die Volumenmodelle im Kei-Cars-Segment. Die Studie S660 Concept aus dem Hause Honda stellt eine Cabrio-Version eines Kleinstwagens dar. Aus drei Zylindern mit einem Gesamthubraum von 0,66 Litern werden rund 64 PS gekitzelt.

Ähnliche Blickfänge werden drei Mitsubishi-Studien auf der Messe sein. Der GC-PHEV, RX-PHEV und der AR sollen aufzeigen, dass Mitsubishi in drei verschiedenen Segmenten Ideen für eine sparsame Zukunft hat. Der AR vertritt dabei die Limousinen, der RX-PHEV die Kompakt-SUV und der GC-PHEV die großen SUV. Zu den Höhepunkten der Tokio Motor Show zählt unter anderem auch ein neues Mini-SUV von Honda. Der von der Studie Urban SUV Concept abgeleitete Konkurrent von Opel Mokka und Co. baut auf dem Jazz auf. Zudem präsentiert Honda noch eine weitere Entwicklungsstufe der NSX-Sportwagenstudie. Von Toyota sind die Modelle IS Coupé, der kleine RX namens LF-NX sowie eine, dem finalen Serienmodell sehr nahe kommende, Brennstoffzellen-Studie in Form einer viertürigen Limousine zu bestaunen.

Ein weiterer japanischer Hersteller, der die Tokio Motor Show als mehrtägigen Showroom nutzt, ist Mazda. Mit einer Sicherheitsstudie auf Basis des Mazda6 sowie einer Erdgas- und Hybrid-Version des Mazda3 versuchen sie beim Kunden von Morgen zu punkten. Ähnliches gilt für Land Rover, die eine Langversion des Range Rover präsentieren. Die zum ersten Mal nach sechs Jahren Abstinenz auch mal wieder in Tokio ausstellenden Fahrzeugbauer aus dem Hause Volvo zeigen das von der diesjährigen IAA bekannte Concept Coupé.
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Quelle: Autoplenum, 2013-10-29

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