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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 15. September 2015
Auf der IAA präsentiert Thunder Power ein Elektro-Auto, das dem Tesla Model S Konkurrenz machen soll. Das Konzept hinter dem E-Mobil ist nicht neu: Man nehme erfahrene Automobil-Hasen und kauft sich die Expertise für die wichtigsten Elemente ein.

Die Einladung zur Presse-Konferenz flatterte kurz vor der IAA auf den Schreibtisch. Von einem "innovativen Premium-Elektroauto" war da die Rede. Nun, das sind Aussagen, die man schon des Öfteren liest. Als dann das Tuch von dem Vehikel gezogen wurde, kam immerhin ein schnittiger Viertürer zum Vorschein, der zumindest optisch zum Verweilen einlädt. Die Silhouette der sportlich gezeichneten Limousine erinnert an einen Maserati Ghibli. Kein Wunder, die Formen des Thunder Power (dt.: Donnerkraft) sind beim renommierten italienischen Designer Zagato entstanden.

"Wir wollen für unser Auto die besten Komponenten haben. Das fängt beim Design an und hört bei der Technik auf", erklärt Marketing-Chef Christopher Nicoll, der selbst schon einige Jahre in der Automobil-Industrie verbracht hat und ehemals Alfa-Romeo-Deutschland-Chef war. Der Plan hinter dem Thunder Power ist nicht neu: Erfahrene Automobil-Veteranen werden von einer solventen (taiwanesischen) Firma angeheuert, um ein Auto aus dem Boden zu stampfen. Das kann bei der E-Mobilität klappen, da die Karten da immer noch neu gemischt werden. Der Kopf hinter dem Thunder Power ist Dr. Peter Tutzer, der während seiner 35jährigen Karriere bei Lotus, Porsche und Bugatti gearbeitet hat. Die einzelnen Komponenten stammen von "verschiedenen namhaften Zulieferern" (Nicoll), darunter auch deutsche, mit deren Namen der Marketing-Mann noch nicht herausrücken will.

Das Ergebnis dieser teutonisch-taiwanesischen Melange liest sich erfolgsversprechend und erinnert sehr an das Tesla-Model-S-Konzept. Eine 125-kWh-Lithium-Ionen-Batterie soll dem E-Mobil eine Reichweite von 650 Kilometern bescheren. Der Käufer hat die Wahl zwischen einem Auto mit 230 kW / 313 PS oder 320 kW / 435 PS. Entscheidet man sich für die kräftigere Variante, erreicht der Thunder Power in weniger als fünf Sekunden aus dem Stand Landstraßen-Tempo und erst bei 250 km/h ist Schluss. Trotz des großen Akkus soll die Limousine weniger als zwei Tonnen wiegen.

Mit einem Basis-Preis von rund 65.000 Euro ist der Thunder Power auch auf diesem Gebiet konkurrenzfähig. Schon in zwei Jahren soll die Produktion in China beginnen, wo auch die meisten Autos verkauft werden sollen. Ende 2017 soll der Thunder Power dann auch in Europa zu haben sein. Die Plattform des E-Mobils ist flexibel ausgelegt, dass auch andere Karosserieformen, wie etwa ein SUV oder ein Modell mit Allradantrieb, ohne großen Aufwand realisiert werden können. Wie so ein Wagen aussehen könnte, zeigt eine Renn-Version, die ebenfalls auf der IAA zu bewundern war. Leistungsdaten gab es noch keine, aber das Vehikel mit Allradantrieb machte dem Donner-Vogel-Namen alle Ehre.
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Quelle: Autoplenum, 2015-09-15

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