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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 29. Juli 2017
Tesla hat die ersten 30 Model 3 ausgeliefert. Allerdings nur an Angestellte. Dennoch sind nun die letzten Geheimnisse des Massen E-Mobils gelüftet.

Das Warten hat ein Ende: Die ersten 30 Tesla Model 3 rollen im Alltag auf Amerikas Straßen. Elon Musk ließ es sich nicht nehmen, persönlich zur Tesla Fabrik nach Fremont / Kalifornien gekommen, um den glücklichen Besitzern ein paar warme Worte mit auf den Weg zu geben. Letztendlich handelt es sich bei dieser Auslieferung um einen letzten Beta-Test. Denn die Fahrzeuge gingen alle an Tesla-Mitarbeiter, die etwaige Probleme melden sollen. Die echte Produktion soll dann Ende des Jahres starten. Die Anlaufkurve zeigt, dass auch der wortgewaltige Tesla-Gründer nicht zaubern kann: Zunächst sollen pro Woche 5.000 Model 3 vom Band rollen, bis Ende 2018 soll diese Zahl verdoppelt werden. Schließlich haben 400.000 Menschen das Auto vorgestellt und die wollen sicher nicht ewig auf ihr Auto warten.

Das hat Elon Musk selbst zugegeben: "Ich bekomme viele Twitter-Nachrichten mit der Frage, wann derjenige sein Model 3 bekommt", erzählte er im Rahmen der Übergabe-Zeremonie. Immerhin liegen jetzt auch die finalen Spezifikationen und Preise des Model 3 vor. Grundsätzlich wird es das Model 3 mit zwei Batterien-Varianten geben: Die Basisversion hat eine Reichweite von rund 350 Kilometern, schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 209 km/h und kostet 35.000 US-Dollar. Die größere Variante ist 9.000 Dollar teurer, kommt knapp 500 Kilometer weit und ist bis zu 225 km/h schnell. Den Sprint von null auf 60 mp/h absolvieren die beiden Modelle in 5,1 beziehungsweise 5,6 Sekunden. Eine Allradversion des Model 3 mit zwei E-Motoren und den großen Akkus wird es ab nächstem Jahr geben.

Beim Cockpit treibt Tesla das Touchscreen-Prinzip voran. Ein querliegendes 15-Zoll-Tablet dient als zentrale Eingabequelle, zum Beispiel regelt man den Luftstrom der Klimaanlage indem man den Zielpunkt auf dem Bildschirm an die gewünschte Position schiebt. An der Konsole befunden sich auch zwei USB-Anschlüsse. Voll-LED-Scheinwerfer leuchten die Fahrbahn aus und ein WiFi-Hotspot ist ebenfalls vorhanden. Verschiedene Optionen können wie bei einem Baukastensystem dazu gebucht werden: Ein schmuckeres Cockpit mit offenporigen Holz-Applikationen, einem Soundsystem, zusätzlichen Ablagen und zwölffach verstellbaren Sitzen kostet als Premium-Paket 5.000 Dollar. Teil dieses Pakets sind auch zwei Ladeplätze für die Smartphones. Ein Autobahn-Assistent, der selbsttätig die Spur wechselt und das Auto ohne menschliche Hilfe parkt, schlägt mit zusätzlichen 5.000 Dollar zu Buche. Wer noch mehr autonomes Fahren will, muss weitere 3.000 Dollar hinlegen. Allerdings schränkt Tesla schon ein, dass die Funktionen erst per Software-Update freigeschalten werden. Apropos: Geöffnet wird das Model 3 per Schlüsselkarte oder Mobiltelefon.

Besonders schick ist das Glasdach, welches Teil des Premium-Pakets ist. Das treibt allerdings auch das Gewicht nach oben. Zumal die Karosserie aus Stahl und Aluminium besteht, Die Basis-Variante des Model 3 wiegt rund 1.608 Kilogramm und die Version mit der großen Batterie 1.730 Kilogramm. Hängt man das Model 3 an einen Supercharger sind nach 30 Minuten die Batterien für eine Reichweite von 209 Kilometern gefüllt. An einer heimischen 240 Volt Steckdose mit 32 Ampere beträgt die Laderate rund 48 Kilometer pro Stunde. Nach Deutschland kommt die 4,69 Meter lange Limousine erst im nächsten Jahr.

Bereits 400.000 Interessenten haben das Model 3 vorbestellt und 1.000 Dollar anbezahlt. Damit das Model 3 zum erhofften Erfolg wird, muss Tesla zwei Hürden überwinden. Zum einen wird die Produktion des E-Mobils weitere Investitionen benötigen und Tesla schwimmt jetzt schon nicht gerade im Geld. Außerdem wollen 400.000 Model 3 geladen werden. Das bedeutet, dass wesentlich mehr Supercharger von Nöten sein werden. Elon Musk versprach auch prompt den Ausbau dieser Ladestruktur.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2017-07-29

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