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Testbericht

Sebastian Viehmann, 4. März 2011
Die indische Preisgranate Nano soll nach Europa kommen – irgendwann. Die Studie Pixel zeigt schon einmal, wie die nächste Generation des Kleinstwagens aussehen könnte.

Pratup Bose ist schwer im Stress. Der Designer des Tata Pixel wird vom Run auf die winzige Studie auf dem Genfer Salon geradezu überrollt. Manchmal gönnt er sich eine kleine Verschnaufpause und setzt sich in den Fond des 3,1 Meter langen indischen Kleinstwagens. Denn trotz der minimalen Abmessungen ist im 1,5 Meter hohen Pixel genau wie beim Tata Nano auch hinten genügend Platz für Erwachsene.

„Das ist unser Konzept für ein Stadtauto“, sagt Pratup Bose. Und nicht nur das: „Der Pixel ist unser Fahrzeug für das digitale Zeitalter“, verkündet Bose stolz – so erklärt sich auch der Name der Studie. Über das System „My Tata Connect“ können die Passagiere ihre Tablet-PCs und Smartphones mit dem Auto verbinden und sogar viele Funktionen des Pixel damit steuern. Mobilen Internetzugang hat Tatas Zukunftsmobil natürlich auch.

Das kugelrunde Design-Ei mit den riesigen Seitenscheiben hat ein imposantes Panoramadach, Scherentüren für den bequemeren Einstieg und Platz für vier Personen. Der Pixel kann auf kleinsten Raum wenden, denn die Ingenieure verwenden ein so genanntes Zero-Turn-Toroidgetriebe. Bei diesem Reibradgetriebe kann sich das äußere Hinterrad vorwärts und gleichzeitig das innere Hinterrad rückwärts drehen. Zusammen mit den im spitzen Winkel verstellbaren Vorderrädern ergibt das einen winzigen Wendekreis mit einem Radius von nur 2,6 Metern.

Eigentlich würde man im Tata Pixel wie bei vielen anderen Studien einen Elektroantrieb erwarten, doch die Inder bleiben konventionell. Vorgesehen ist ein 1,2 Liter großer Dreizylinder-Turbodiesel mit Start-Stopp-Automatik, 75 PS und einem Durchschnittsverbrauch von 3,4 Litern pro 100 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit soll 130 Km/h betragen. Im Vergleich zum Tata Nano wäre der Pixel damit eine kleine Rakete.

Ob der Pixel nun der Ausblick auf die nächste Nano-Generation ist, bleibt offen. Der aktuelle Nano ist in der indischen Käufergunst wegen technischer Mängel und Produktionsproblemen erst einmal ziemlich gesunken. Doch am Plan, auch Europa mit Billigautos zu beliefern, wollen die Inder offenbar nicht rütteln, lässt Firmenchef Carl-Peter Forster durchblicken: „Tata Motors hält an seiner Überzeugung fest, dass in Europa das Bedürfnis nach einem optimal kompakten, wendigen und umweltfreundlichen Stadtauto besteht. Der Pixel zeigt, wie wir uns so ein Auto vorstellen“, so Forster.

Elektroautos werden sich auf indischen Straßen schon allein wegen der hohen Kosten nicht so schnell durchsetzen, doch Tata forscht auch auf diesem Gebiet. Der 3,8 Meter lange Kleinwagen Indica Vista EV hat einen elektrischen Frontantrieb mit 60 kW Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 160 Km/h. Laut Tata soll der viertürige Indica EV noch in diesem Sommer in Großbritannien auf den Markt kommen, allerdings nur für Flottenkunden.

Tata Motors ist Indiens größter Automobilbauer, außerdem gehören seit einiger Zeit die Marken Jaguar und Land Rover zum Konzern. In Indien ist Tata Marktführer bei Nutzfahrzeugen und zählt neben Maruti-Suzuki und Mahindra zu den größten PKW-Herstellern. In Europa sind die Inder mit dem Kleinwagen Indica Vista bereits in Italien und Polen offiziell vertreten, demnächst soll Spanien dazukommen. Verkauft werden neben dem Indica auch der Pick-Up Xenon und bald der allradgetriebene Minivan Aria. Der Nano bleibt außen vor, zumindest in seiner jetzigen Version.
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Quelle: Autoplenum, 2011-03-04

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