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Testbericht

Stefan Grundhoff / Wolfgang Gomoll, 12. Mai 2014
Gegen die begrenzten Reichweiten der Elektroautos kämpft Tesla mit den Superchargern an. Die wichtigsten Strecken sollen europaweit bald versorgt sein.

Es gibt nicht viele Gründe, an der Autobahn A45 von der Autobahn nach Wilnsdorf abzufahren. Die Gegend südlich des regnerischen Sauerlandes ist beschaulich und wer hier etwas kaufen muss, fährt an der Ausfahrt 23 vorbei nach Siegen oder noch weiter Richtung Köln oder Dortmund. Anders sieht es am Steuer eines Elektroautos aus. Hier kommt es auf jeden Kilometer Reichweite an und einfach ein paar Kilometer weiter zur nächsten Tankstelle wird schnell zum stromlosen Himmelfahrtskommando.

Zumindest bei den Tesla-Fahrern ist Wilnsdorf mit dem dortigen Maxi-Autohof auf so mancher Fernroute gesetzt. Denn Tesla hat einen seiner aktuell fünf deutschen Supercharger an dem Autohof Wilnsdorf erbaut. Gleich nebenan gibt es Benzin und Diesel bei Total, einen Bratling von Burger King oder eine schnelle Runde am Spielautomaten. Schließlich gilt es an den Superchargern mindestens 30 Minuten Zeit zu überbrücken. Zeit, in der das eigene Tesla Model S wieder zu den ersehnten Kräften kommt, um die nächsten Kilometer in Angriff zu nehmen. "Insgesamt sind weltweit aktuell 104 Supecharger am Netz", sagt Tesla-Sprecherin Kathrin Schira, "aber fast täglich werden es mehr." Eine Handvoll davon liegt an den Autohöfen Aichstetten, Jettingen-Scheppach, Bad Rappenau und eben am Maxi Autohof von Wilnsdorf. "Damit werden die Routen Zürich - München - Stuttgart - Frankfurt - Köln - Amsterdam miteinander verbunden", ergänzt Schira, "der neueste Supercharger steht seit kurzem am Euro-Rastpark Hohenwarsleben an der A2 und verbindet die Strecke Berlin - Hannover bzw. Hamburg -Leipzig."

Bis Ende des Jahres sollen Model-S-Kunden quer durch Europa entlang den Supercharger-Routen fahren können. Der Supercharger - übersetzt Super-Lader - ist in der Lage, die elektrische Luxuslimousine Tesla S in rund einer halben Stunde mit Strom für 240 zusätzliche Kilometer zu versorgen. Vorausgesetzt man hält sich an die Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 100 km/h. Sonst reicht die Ladung nur für weniger. "Das Laden ist umsonst", betont Tesla-Gründer Elon Musk. Pro Jahr soll jeder Supercharger mehr Strom produzieren, als ein Tesla S braucht. Die Ladestationen speisen sich in erster Linie aus Sonnenenergie; hängen zusätzlich jedoch noch am lokalen Stromnetz. Wenn an den Autobahnen keine Autos geladen werden, wird der gewonnene Strom in das herkömmliche Netz eingespeist. Scheint keine Sonne, wird der Tesla aus dem Stromnetz versorgt. Günstig ist das Ganze für Tesla nicht. Eine Supercharger-Tankstelle kostet etwa 75.000 Euro. Das Dach der Station besteht aus Solarzellen, die mit SolarCity eine weitere Musk-Firma herstellt.

Pro Ladestation können bis zu vier Autos mit dem elektrisierenden Lebenselixier versorgt werden. Noch stehen die Teslas an den fünf deutschen Zapfsäulen nicht Schlange. Sollte sich das ändern, heißt es schnell sein. Denn während die ersten beiden Modelle mit voller Kraft betankt werden, müssen sich nächsten beiden Fahrzeuge mit einer langsamen Befüllung abfinden. Ein Trick hinter dem für E-Mobile ungewöhnlich schnellen Tankvorgang ist die Tatsache, dass der Supercharger mit Gleichstrom operiert und dieser über den hauseigenen Tesla-Stecker vorbei an den bordeigenen Ladegeräten des Autos direkt in die Batterie geladen wird. Der schmerzhafte Haken für BMW i3, VW E-Golf, Mercedes B-Klasse ed oder Nissan Leaf: die Stationen an den Autobahnen funktionieren bislang nur mit dem Tesla Model S.
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Quelle: Autoplenum, 2014-05-12

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