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Testbericht

Jürgen Wolff, 26. März 2012
Subaru hat mit dem BRZ einen rassig anzuschauenden Sportwagen aufgelegt, der reichlich Fahrspaß garantiert. Allerdings muss man den 200-PS-Motor dafür richtig auf Touren bringen. Und auf die Automatik besser verzichten.

Sie gleichen sich nicht nur wie ein Ei dem anderen - sie sind vom Frontscheinwerfer bis zu den Rückleuchten auch nahezu identisch: Der Toyota GT 86 und der Subaru BRZ. Der Subaru ist von den beiden japanischen Zwillingen der erste, der auf die Straße entlassen wird. Der Toyota folgt im Frühsommer.

Optisch hat der BRZ alles, was einen richtigen Sportwagen ausmacht: lange Motorhaube, eine gestreckte Karosserie mit 4240 mm Länge und geduckten 1425 mm Höhe, zwei Türen, 2+2 Sitzplätze, Spoiler und Diffusor am Heck, zwei dicke Endrohre. Dazu kommen - untypisch für den Allradspezialisten Subaru - Heckantrieb und Frontmotor. Der BRZ ist ein durchaus rassiges Geschoss. Der Boxer-Motor unter der Fronthaube sorgt konstruktionsbedingt für einen tiefen Schwerpunkt, mit 1,2 Tonnen Gewicht ist der BRZ fast schon ein Leichtgewicht. Das Gewicht selbst verteilt sich im Verhältnis 53:47 auf Vorder- und Hinterachse.

Auch innen: eine Sportmaschine. Das Lenkrad griffig und gut in Höhe wie Neigung einstellbar, der in idealer Griffweite liegende Hebel für die Schaltung flitzt in kurzen Wegen knackig durch die Kulisse. Die Instrumente alle da, wo sie sein sollten und gut ablesbar, übersichtlich, einfach zu bedienen. Die vorderen Sportsitze bieten allerbesten Seitenhalt, sind auch für größere Passagiere gut zu verstellen. Hinten ist allenfalls für ein paar Einkaufstüten Platz oder für die Jacken - sitzen sollte da niemand. Der 246 Liter große Kofferraum reicht zumindest fürs kleine Gepäck durchaus - zwei Bordkoffer plus ein paar Taschen finden dort problemlos Platz.

Wer den Motor anlässt, erlebt dann die erste kleine Enttäuschung: Ein Vierzylinder halt. Und einer, der so klingt. Das bollert nix, da knötert nix. Und beim Gasgeben tönt es fast so harmlos wie im Subaru Legacy. Beim Kurvenschwänzeln durch die französischen Seealpen kommen denn auch durchaus gemischte Gefühle auf - zumindest, was den Motor betrifft. Der ist mit 147 kW/200 PS etwas schwächlich auf der Brust für einen Sportler, der so aussieht wie der BRZ. Jeder Golf GTI presst mehr Kraft aus den Zylindern. Auch das maximale Drehmoment von 205 Nm ist nicht gerade rekordverdächtig.

Entsprechend zäh beschleunigt der BRZ aus den unteren Drehzahlen heraus. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gibt Subaru mit 7,7 Sekunden an - auch das schlägt schon ein VW Scirocco 2.0 TSI mit seinen 210 PS locker. 230 km/h Höchstgeschwindigkeit schafft der BRZ - auch, wenn er schneller aussieht. Immerhin hält sich der Verbrauch des Boxers mit offiziell 6,9 Litern Super auf 100 km in erträglichen Grenzen. Wer richtig lostritt - und das wird jeder, der ihn außerhalb des städtischen Berufsverkehrs fährt -, der wird schnell in den zweistelligen Bereich hochheizen.

Denn mit dem 6-Gang-Handschalter lässt sich zumindest dann die Kraftentfaltung eines Sportwagens hervorkitzeln, wenn man ihn fleißig schaltet und im höheren Drehzahlbereich hält. Die 205 Nm Drehmoment liegen erst ab 6400 U/min. an, die vollen PS erst bei 7.000 U/min. Völlig unter geht der BRZ dann mit dem optionalen Automatik-Getriebe. Es schluckt viel Motorkraft, schaltet nervös und hektisch, verpasst oft den richtigen Schaltpunkt. Entsprechend dauert damit der Spurt von 0 auf 100 km/h dann 8,2 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit reduziert sich auf 210 km/h. Immerhin lässt sich die Automatik über Paddel am Lenkrad auch manuell steuern. Dennoch: Wenn BRZ, dann mit Handschaltung.

Dass Subarus Sportler dennoch sehr viel Spaß machen kann, dafür sorgen vor allem Lenkung und Fahrwerk. Die Lenkung ist direkt und präzise, man hat jederzeit das Gefühl, die Fahrbahnbeschaffenheit zu fühlen. Das Fahrwerk ist sportlich straff mit Restkomfort. Der niedrige Schwerpunkt sorgt mit dafür, dass der BRZ auch beim schnellen Kurventanz satt und breit auf der Fahrbahn liegt und präzise zirkelt. Ab und an schlenkert das Heck beim Herausbeschleunigen etwas, aber es bleibt immer im sicheren Bereich. Das (ausschaltbare) ESP regelt zur Not fein dosiert und die Bremsen packen beherzt zu und sorgen für saubere Entschleunigung. Spätestens dann wird klar: Der Subaru BRZ ist doch, nach was er aussieht - ein Lustauto.

Über den Preis für den BRZ schweigt sich Subaru noch aus. Er dürfte aber ziemlich genau auf der Höhe des Toyota GT 86 angesiedelt sein. Das wären 29.990 Euro. Immerhin sind dann Xenonscheinwerfer schon dabei. Ansonsten ist die Basisausstattung nicht gerade üppig. Extras wie Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Differenzialsperre, Tempomat oder Audiosystem sind erst in der Ausstattungsvariante "Premium" an Bord. Unterm Strich bietet Subaru mit dem BRZ einen relativ preiswerten Sportwagen mit rassiger Optik und für lustvolles Fahrvergnügen an. Nur am Sound darf noch gearbeitet werden und an der Leistung des Motors. Aber ein bisschen was soll ja auch noch für die Tuner übrig bleiben.
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2012-03-26

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