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Testbericht

5. Mai 2004
Eltville, 5. Mai 2004 - Vans und Minivans sind im Volksmund als Pampers-Bomber verschrien. Sie gelten als Autos, die ab einer gewissen Familiengröße einfach notwendig sind, die aber keiner wirklich gerne fährt. Hier will Mitsubishi mit dem Grandis helfen. Das Auto zählt mit einer Länge von 4,77 Metern zu den ausgewachsenen Vans. Es soll bei aller Familientauglichkeit fast sportlich ausgelegt sein. Wir haben erste Fahreindrücke gesammelt, um festzustellen, ob das wirklich so ist. In 10,0 Sekunden auf Tempo 100 Der Grandis wird ausschließlich mit einem 2,4-Liter-Motor ausgestattet, der stattliche 165 PS aus vier Zylindern holt. Damit wirkt der 1,7 Tonnen schwere Grandis erstaunlich agil; selbst aus dem Drehzahlkeller kommt das Auto leicht heraus und bleibt dabei auch noch leise. Das Aggregat beschleunigt den Van in sportlichen 10,0 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 200 km/h erreicht. Mitsubishi gibt den Kraftstoffverbrauch mit 9,4 Litern Super auf 100 Kilometer an. Ab 2005 soll es neben dem Benziner zusätzlich einen Diesel geben, der dann von VW zugekauft wird. Fünfgang-Schaltung mit Joystick-Bedienung Der 2,4-Liter-Benziner wird mit einer Fünfgang-Schaltung kombiniert; gegen Aufpreis ist eine Automatik verfügbar. Wir fuhren mit der Schaltversion, bei der der Ganghebel als Joystick oben neben dem Lenkrad angebracht ist. An der Schaltung gibt es nichts auszusetzen; sie hakelt und wackelt nicht.

Straffes Fahrwerk Die Aussagen von Mitsubishi zur Sportlichkeit des Fahrwerks sind nicht ganz unberechtigt: Das Auto wirkt für die Fahrzeugklasse erfreulich straff. In Kurven schwankt der Grandis nicht so arg nach außen wie ein typischer Van. Das Fahrgefühl ist aber auch nicht ganz so limousinenähnlich wie etwa in einem Kombi. Zu den guten Kurveneigenschaften trägt die eher geringe Karosseriehöhe von 1,66 Metern bei. Das ist ein Wert, wie man ihn von Minivans wie Opel Zafira oder VW Touran erwartet. Ausgewachsene Vans wie VW Sharan oder Ford Galaxy sind runde zehn Zentimeter höher. Sechs- und Siebensitzer Den Grandis gibt es in einer sechs- und einer siebensitzigen Version. Je nach Variante besteht die zweite Sitzreihe entweder aus zwei oder drei Sitzen. Diese lassen sich zwar verschieben, aber nicht ausbauen. Die dritte Sitzreihe besteht immer aus zwei einzelnen Sitzen, die sich im Fahrzeugboden versenken lassen. Dass der Ausbau nicht möglich ist, mag auf den ersten Blick als Nachteil erscheinen, ist aber praktisch. Denn wohin soll man mit ausgebauten Sitzen? Wer keine Garage hat, müsste sie mühsam in die Wohnung schleppen. Kofferraumvolumen wie in anderen Vans Wenn Fahrgefühl und Höhe Minivan-ähnlich sind, muss man dann beim Ladevolumen Abstriche machen? In den Grandis passen 320 bis 1.545 Liter, wobei der zweite Wert nicht der üblicherweise angegebenen dachhohen Beladung, sondern einer Beladung bis zur Fensterkante entspricht. Zum Vergleich: Der VW Sharan bietet 256 bis 1.597 Liter, bei dachhoher Beladung 2.610 Liter, beim Galaxy sind die Werte ähnlich. In puncto Transportkapazität kann der Grandis also auch mit den großen Vans mithalten.

Kofferraum auch bei voller Sitzbelegung Doch in der Praxis zählt nicht nur das Ladevolumen in Litern. Auf unseren Testfahrten interessierte sich ein Familienvater mit vier Kindern für den Grandis. Er fuhr einen Opel Zafira. Wenn alle sieben Sitze belegt sind, sei das Gepäckabteil zu klein, meinte er. Wie steht es damit beim Grandis? In der siebensitzigen Konfiguration bleibt - bei ganz nach hinten geschobener zweiter Sitzreihe - ein 43 Zentimeter tiefes und 110 Zentimeter breites Gepäckabteil. Da lässt sich schon Einiges verstauen. Die Tiefe vergrößert sich auf 112 Zentimeter, wenn man die dritte Sitzreihe einklappt und die zweite Sitzreihe nach hinten schiebt, und weiter auf 150 Zentimeter, wenn man sie nach vorn schiebt. Länger und stärker Alles in allem dürfte eine Großfamilie im Grandis deutlich mehr Platz haben als im Zafira. Nun, Kunststück: Der Zafira ist als Minivan auch 45 Zentimeter kürzer. Natürlich ist es dementsprechend schwerer, einen Parkplatz für den Grandis zu finden. Unserem auf dem Land wohnenden Familienvater war das egal. Für ihn zählte vor allem der Preis und die Transporteigenschaften. Einstieg für 24.990 Euro Für den Grandis muss unser Familienoberhaupt 24.990 Euro zahlen, das ist deutlich mehr als der Einstiegs-Zafira für 18.425 Euro. Aber der Mitsubishi ist nicht nur größer, sondern auch wesentlich besser motorisiert. Näher kommen dem Grandis der vergleichbar motorisierte, siebensitzige Toyota Previa 2.4 mit 156 PS. Ihn gibt es jedoch erst ab 29.900 Euro. Günstiger ist der Mazda MPV 2.3. Hier ist die Basisversion fünfsitzig; den gut ausgestatteten Siebensitzer mit 141 PS gibt es schon ab 25.310 Euro. Sowohl Previa wie MPV werden nicht wie der Grandis mit Limousinentüren, sondern mit Schiebetüren ausgestattet. Das vereinfacht das Aussteigen in engen Parklücken, erhöht aber das Verletzungsrisiko. Bei beiden Konkurrenten sind die Sitze in der zweiten Sitzreihe ausbaubar, die in der dritten Reihe versenkbar. Im Ganzen geht der Preis des Grandis in Ordnung, doch der Mazda MPV zeigt, dass die Konkurrenz nicht schläft. (sl)
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Technische Daten
Motor Bauart:Vierzylinder-Reihen-Ottomotor, 16 Ventile, MPI
Hubraum:2.378
Leistung:121 kW (165 PS) bei UPM
Drehmoment:217 Nm bei 4.000 UPM
Preis
Neupreis: 24.990 € (Stand: Mai 2004)
Fazit
Der Grandis wird von Mitsubishi zu Recht als sportlicher Van klassifiziert. Die Motorleistung verhilft dem Auto tatsächlich zu einem Temperament, das über das eines Pampers-Bombers weit hinausgeht. Das Fahrwerk ist für einen Van erfreulich straff und neigt weniger zum Wanken als etliche Konkurrenten. Auch Transportvolumen und Variabilität - bei Vans wohl die entscheidenden Kaufgründe - überzeugen. Eine Großfamilie mit fünf Kindern kommt gut im Grandis unter, und es bleibt sogar noch ein vernünftiger Kofferraum. Der Preis des Grandis geht in Ordnung. Insgesamt ist der Grandis ein erfreulich sportlicher Großraumtransporteur zum erschwinglichen Preis. (sl)

Quelle: auto-news, 2004-05-05

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