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Testbericht

Sebastian Viehmann, 31. Januar 2012
Auf der Nürnberger Spielwarenmesse tummeln sich kleine Brummer für große Kinder: Das Matchboxauto wird durch Präzisionsmodelle im XXL-Format abgelöst. Außerdem versuchen findige Tüftler, Spielzeugrenner ins digitale Zeitalter hinüber zu retten.

"Aus Hongkong kommt immer noch das beste Spielzeug!" Der Aussteller aus Fernost grinst über beide Ohren, als er ein ferngesteuertes Ferrari-Modell und sein Smartphone in die Kamera hält. Mit ein paar Klicks hat der Mann eine Bluetooth-Verbindung zum Ferrari hergestellt. Jetzt wird das Telefon mit virtuellen Knöpfen zur Fernsteuerung. Sogar die Gesten-Steuerung ist möglich. Dann muss man nur noch das Smartphone hin- und her bewegen, schon dreht der Ferrari wilde Pirouetten. Rund 90 Euro kostet das Vergnügen für Kinder, das aber wohl eher gestresste Manager suchen werden, um im Büro vor den Kollegen anzugeben.

Die Smartphone-Welt hat nun auch die Spielzeugbranche vereinnahmt. Was vor vielen Jahren ganz bescheiden mit der Digitalsteuerung für Modelleisenbahnen begann, führt heute zur Hochzeit von Miniauto und Tablet-PC. Mehrere Firmen verkaufen Spezialmodelle, an deren Unterseite Magneten und Sensoren angebracht sind. In Verbindung mit der passenden App wird der Tablet PC dann zur virtuellen Rennpiste. Das Pad erkennt, in welche Richtung man mit das Auto in der Hand bewegt, und stellt passend dazu die virtuelle Strecke dar. Im Vergleich zu modernen Rennsimulationen auf Spielekonsolen mit Lenkrad wirken die Renn-Apps auf iPad und Co. allerdings nicht halb so adrenalinfördernd.

Den technischen Fortschritt macht sich auch Carrera zunutze. Die "Slotracer" genannten Rennautos fahren nach wie vor auf einer echten Schiene und nicht im digitalen Nirwana, doch der Kabelsalat mit den Fahrreglern gehört längst der Vergangenheit an. Mit einem drahtlosen Regler lassen sich bis zu vier Fahrzeuge speichern und kontrollieren. "Diese 2,4 Gigahertz Wireless-Technologie funktioniert jetzt bis zu einer Entfernung von 15 Metern", sagt Carrera-Sprecherin Ariane Poschner. Die Slotracer lassen sich außerdem mit unterschiedlichen Getriebeübersetzungen ausrüsten. Manche haben sogar Xenon-Scheinwerfer und Bremsbeleuchtung, damit sich die Nachtrennen von Le Mans im Kinderzimmer nachstellen lassen.

Das klassische Modellauto ohne elektronische Gimmicks ist aber noch längst nicht ausgestorben. Das Angebot ist größer denn je, sämtliche Epochen, Marken und Rennserien scheinen bald lückenlos abgedeckt zu sein. In der Premium-Liga geben handgearbeitete Kleinserienmodelle den Ton an, und die kommen gern im XXL-Format daher. Bei der Firma Fine Model Cars zum Beispiel fällt es schwer, noch von "Miniaturen" zu sprechen: Bugattis, Lamborghinis oder Ferraris parken im Maßstab 1:8 und 1:4 in der Vitrine. Manche sind größer als ein Bobby-Car. Dieses klassische Rutschauto für Kinder ist übrigens in Nürnberg auch noch mit von der Partie, in diesem Jahr feiert es seinen 40. Geburtstag.

Immer beliebter in der Modellauto-Szene werden Fahrzeuge, die auf Filmen und TV-Serien beruhen. "Unsere Slotracer aus dem Film ‚Cars‘ waren der absolute Verkaufsschlager im letzten Jahr", sagt Carrera-Sprecherin Ariane Poschner. Für Erwachsene sind eher nostalgische Leinwand-Flitzer interessant. So gibt es den berühmten GMC-Van aus der Kultserie "Das A-Team" mittlerweile ebenso als originalgetreue Replik wie den Cadillac-Einsatzwagen aus den "Ghostbusters"-Filmen. Man hat dabei die Auswahl zwischen den Maßstäben 1:43 (Zigarettenschachtel-Format) und 1:18 (Zeitschriften-Format).

Selbst kleine Modellautos werden immer detailgetreuer. Sie haben Scheibenwischer aus Fotoätzteilen und Schriftzüge, deren Makellosigkeit man nur unter der Lupe bewundern kann. Die Massenproduktion solcher Finessen hat natürlich ihren Preis. Im beliebten Sammlermaßstab 1:43 sind hochwertige Modelle kaum unter 50 Euro zu bekommen. "Die Produktionskosten in China sind stark gestiegen", sagt Carrera-Sprecherin Poschner. Die Firma lässt ihre Slotracer in Hongkong produzieren. Der bekannte Modellautohersteller Autoart teilt auf seiner Webseite mit, dass sich der Lohn für einen ungelernten Arbeiter in China verdoppelt habe - von weniger als 100 US-Dollar pro Monat im Jahr 2006 auf aktuell mehr als 200 Dollar im Monat. So können die Miniautobauer nur hoffen, dass ihre Sammler trotz horrender Preise bei der Stange bleiben.
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Quelle: Autoplenum, 2012-01-31

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