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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 4. August 2019
Skoda erweitert mit dem Facelift die Modellpalette des Superb mit dem Scout. Eine hochgelegte Version des Flaggschiffs mit einem Schuss Geländewagen-Attitüde. Ergibt diese Kombination Sinn?

Ein geheimer Traum der Handlungsreisenden ist es, anders zu sein als die Berufskollegen. Wenn der Mut schon nicht für einen Tweed-Anzug reicht, dann kann man sich ja vielleicht einen Skoda Superb Scout in die Garage stellen. Der Crossover-Kombi hat ein Fahrwerk, dass die Karosserie um 15 Millimeter höher legt, und ist mehr Allroad- als SUV-Modell. Dennoch spiele die Scout-Varianten im Skoda Universum nur eine Nebenrolle, aber für manche sind genau diese Nischenmodelle interessant.

Schein ist beim Scout zumindest im Ansatz auch Sein. Der angedeutete Unterbodenschutz bedeckt den Motor und verleiht auch dem Heck ein rustikaleres Aussehen. Immerhin ist der Allradantrieb ständig aktiv und verteilt die Kraft je nach Bedarf auf beide Achsen. Dieses Plus an Traktion hilft vor allem bei nassen Straßen, im Winter oder eben abseits befestigter Wege.

Wenn es um den Komfort geht, ist man mit dem Skoda Scout genau richtig bedient. Der längere Federweg hilft beim Wegbügeln der Bodenunebenheiten und macht das Vorankommen auf schlechtem Asphalt angenehm. Wer schneller in die Kurven gehen und die Wankneigung reduzieren will, schaltet die adaptiven Dämpfer (Aufpreis 850 Euro) mit dem \"Sport\"-Fahrprogramm straffer. Richtig knüppelhart wird der Skoda nie, das steht bei den Tschechen einfach nicht im Lastenheft. Natürlich kommt man auch mit dem 140 kW / 190 PS Diesel ganz flott voran, aber der 200 kW / 272 PS Benziner, der bei unserem Testfahrzeug seinen Dienst verrichtet. Damit erreicht der 1.667 Kilogramm schwere Scout nach 5,7 Sekunden Landstraßentempo, ist bis zu 250 km/h schnell und verbraucht 7,1 l/100 km/h. Der Vierzylinder-Motor hält sich dabei immer angenehm zurück.

Die LED Matrix Scheinwerfer sind beim Scout serienmäßig, lediglich für das Abbiegelicht sind 120 Euro fällig, die zum Grundpreis von 47.450 hinzuaddiert werden müssten. Dass die Müdigkeitserkennung Aufpreis kostet, auch wenn es nur 50 Euro sind, passt nicht in das Selbstverständnis der sicherheitsbewussten Tschechen. Die gleiche Summe ist übrigens für die Isofix-Vorbereitung auf dem Beifahrersitz fällig. Ansonsten bietet der Scout vieles, was das Herz begehrt. Vor allem die Assistenzsysteme, die vom klassischen Superb stammen, machen den Crossover zu einem modernen Auto: Der neue adaptive Tempomat hält bis zu einer Geschwindigkeit von 210 km/h automatisch den Abstand zum Vordermann ein. Gemeinsam mit dem Spurhalteassistenten und der Verkehrszeichenerkennung lässt es sich so entspannt vorankommen. Beim Praxiseinsatz zeichnet sich das System durch die geschmeidigen Tempowechsel aus. Der Toter-Winkel-Warner überwacht jetzt Fahrzeuge in 70 Metern Entfernung und der Notbremsassistent verzögert bei einer drohenden Kollision mit Fußgängern.

Das Gleiche, was für die Sensorik gilt, lässt sich auch für das Interieur und das Infotainment sagen, die natürlich ebenfalls fast identisch zum Superb sind. Im Scout, den es im übrigens nur als Kombi gibt, werden im zentralen Display aber noch Offroad-Informationen, wie zum Beispiel ein Kompass, angezeigt. Passend dazu gibt es den Fahrprogrammen, den aus anderen Scouts und SUVs bekannten Offroad-Modus, der den Fahrer im Gelände unterstützt - etwa durch Traktions-, Anfahr- und Bremsunterstützungen. Über den 9,2 Zoll großen kapazitiven Touchscreen wird das Smartphone via Apple CarPlay beziehungsweise Android Auto eingebunden. Ergänzend dazu versorgt das konfigurierbare digitale Cockpit den Fahrer mit weiteren Informationen.

Der Rest des Interieurs mit den vielen unterschäumten Flächen, die sich auch an den Seiten der Mittelkonsole befinden (angenehm beim Bein anlegen) entspricht dem des Superb. Das gilt auch für die grundsätzlich sehr bequemen Sitze, bei denen aber die Beinauflage länger sein dürfte. Bei einer Länge von 4,86 Metern kommt auch das Platzangebot nicht zu kurz, das vor allen Dingen im Fond kaum Wünsche offenlässt. Genauso, wie der Kofferraum mit einem Volumen von 625 bis 1.760 Litern, bei umgelegten Rückbanklehnen. Allerdings ist die Ladekante naturgemäß höher als beim klassischen Superb. Solche nützlichen Details, wie die schwenkbare Anhängerkupplung und das Fach unter dem Ladeboden und die Entriegelung der Rückbanklehnen vom Kofferraum aus, finden sich auch im Scout. Allerdings hat der mit Euro auch seinen Preis.
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Technische Daten
Antrieb:Allradantrieb
Getriebe:Siebengang DKG
Motor Bauart:Vierzylinder-Benziner
Hubraum:1.984
Drehmoment:350 Nm bei 2.000 bis 5.400 UPM
Preis
Neupreis: 47.450 € (Stand: 2019-08-04)
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2019-08-04

Getestete Modelle
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