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Testbericht

Stefan Grundhoff, 13. Oktober 2014
Skoda entwickelt sich immer mehr zur wahren Volks-Marke. Während VW in die Premium-Segmente drängt, bieten die Tschechen längst mehr als ein schmackhaftes Brot-und-Butter-Programm. Bestes Beispiel: der neue Skoda Fabia.

Die Schonzeiten im Volkswagenkonzern scheinen segmentübergreifend auch untereinander vorbei zu sein. Der Octavia macht längst schamlos Jagd auf Golf oder Jetta und dem Passat wackeln bereits die Knie, wenn er im kommenden Frühsommer an den nächsten Skoda Superb denkt. Deutlich kurzfristiger dürfte es jedoch gefährlich für den aktuellen VW Polo werden, denn der neue Fabia hat nicht nur optisch, sondern auch technisch deutlich gewonnen. Besonders der Breitenzuwachs von fast zehn Zentimetern tut dem Fünftürer bei Fahrverhalten und Auftreten gut. Das Design: innen wie außen markiger und sehenswerter als bisher, ohne dabei auch nur einen Hauch Aufregung zu verbreiten. Das Platzangebot im Innenraum liegt nicht zuletzt dank des um fünf Zentimeter nach vorne gerückten Triebwerks auf oberem Klassenniveau; der 330 bis 1.150 Liter große Laderaum sogar darüber. Wem das nicht reichen sollte: den Skoda Fabia gibt es bald auch wieder als Kombivariante. Die Sitze sind besonders in der sportlichen Ausführung bequem und vier Personen haben im solide verarbeiteten Innenraum allemal Platz, wenngleich man keinen Gedanken daran verschwenden sollte, dass im Fond auf längeren Strecken größere Personen oder gar drei Insassen Platz nehmen könnten. Das Cockpit ist praktisch und übersichtlich, wenngleich der besondere Pfiff oder gar ein individueller Chic fehlen.

Ohne die rechte Vernetzung muss es in der heutigen Zeit kein neues Modell mehr versuchen - gerade nicht in den Einsteigersegmenten. Optional gibt es für den Skoda Fabia ein Radio mit einem 6,5 Zoll großen Multifunktionsbildschirm, auf dem sich via MirrorLink das eigene Smartphone spiegeln lässt. Kostet in der mittleren Ausstattungsvariante 650 und beim Topmodell Style gerade einmal 220 Euro - hier sogar inkl. Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Multifunktionslenkrad. Bis ins nächste Jahr hinein bleiben iPhones bei der Fabia-Konnektivität jedoch außen vor und auch die Navigationssoftware eines angebundenen HTC-Smartphones schlägt sich in der Praxis alles andere als überzeugend. Kein frei verstellbarer Maßstab, mäßige Kartendarstellungen und verwirrende Ansagen. Hier muss nachgebessert werden, da ein fest verbautes Navigationssystem nicht mehr verfügbar ist. Dafür können Insassen sukzessive über die so genannte SmartGate verschiedene Apps auf dem eigenen Smartphone nutzen; mehr oder weniger sinnvoll, aber eben voll im Trend. Virtuell gibt es so Informationen über Verbrauch, Leistungsdaten, Fahrzeugdaten oder Motorsound - fast wie bei einem Sportwagen.

Das Motorenspektrum des 3,99 Meter langen Skoda Fabia reicht vom 60 PS Benziner bis hin zum 110 PS starken Topmodell 1.2 TSI mit 81 kW / 110 PS. Wer auf Gedeih und Verderb knausern will, kann sich auch für einen der beiden 1,4-Liter-Diesel entscheiden, die muntere 90 oder 105 PS leisten. Dabei sind die Benziner sparsam genug, auch wenn der Vierzylinder des Fabia 1.2 TSI in der Realität bei ersten Testfahrten deutlich über sechs Liter verbraucht, statt mit den versprochenen 4,8 Liter zu glänzen. Der kleine Vierzylinder zieht Dank Aufladung flott durch, da ab 1.400 U/min ein maximales Drehmoment von 175 Nm zur Verfügung steht. 0 auf Tempo 100 schafft der Fronttriebler in 9,4 Sekunden und schafft eine geradezu sportliche Höchstgeschwindigkeit von 196 km/h. Der mit 90 oder 110 PS verfügbare Turbo-Direkteinspritzer ist eine gute Wahl, wobei die schwächere Version allemal ausreicht. Exzellent spielt sich auf jedem Fahrbahnbelag das gut abgestimmte Fahrwerk in den Vordergrund, das in verschiedenen Tempi straff und komfortabel zugleich abfedert ohne den Fabia eine Spur schwammig erscheinen zu lassen. Zum guten Fahrgefühl trägt neben der etwas zu leichtgängigen Servolenkung auch das geringe Fahrzeuggewicht von kaum über 1,1 Tonnen bei.

Bei den Sicherheitssystemen muss beim Fabia im Vergleich zur Konkurrenz ein Basispaket reichen. Der sinnvolle City-Stopp-Assistent ist ab der mittleren Ambition-Ausstattungsvariante serienmäßig. Schade, dass Müdigkeitswarner und Berganfahrhilfe 50 bzw. 70 Euro Aufpreis kosten. Xenon- oder gar LED-Scheinwerfer sind abgesehen vom Tagfahrlicht jedoch nicht verfügbar. Der Basispreis für den 60-PS-Einsteiger Skoda Fabia 1.0 MPI liegt ab dem 15. November bei 11.790 Euro. Dafür gibt es sonst gerade einmal den neuen Smart Forfour. Das sportlich motorisierte Topmodell Fabia 1.2 TSI kostet in der Ambition-Variante mindestens 16.770 Euro. Für ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe kommen nochmals 1.400 Euro hinzu. Muss aber nicht sein, denn die leichtgängige Handschaltung überzeugt ebenso wie das Gesamtpaket.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2014-10-13

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