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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 4. September 2014
Die dritte Generation des Skoda Fabia setzt auf Konnektivität, sparsame Motoren und ein athletisches Auftreten. Das ist nicht zu viel versprochen, denn beim ersten Test überzeugt der Tschechen-Kleinwagen und macht damit dem Polo das Leben schwer.

Zunächst die schlechte Nachricht: Der Skoda Vision C wird nicht gebaut. Jetzt die gute: Designelemente der schnittigen Coupé Studie leben im neuen Fabia fort. Das sieht man an den schmalen, scharfen Scheinwerfern, dem breiteren Kühlergrill und vor allem an den Proportionen. Der neue Fabia ist acht Millimeter kürzer, neun Zentimeter breiter, 31 Millimeter flacher und steht damit deutlich satter auf der Straße als der etwas stelzige Vorgänger. "Ohne Emotion geht es nicht", kommentiert Skoda-Chef Winfried Vahland die Philosophie der tschechischen VW-Tochter. Deswegen ist das Blechkleid des Tschechen-Polos deutlich markanter als bisher. Viele Kanten und scharfe Linien verleihen dem Fabia einen sportlicheren Auftritt. Hinten steigt die Fensterlinie an und das kantige Heck hat nun eine deutlich sichtbare Stufe, statt wie bisher gerade abzufallen. Das hilft zum einen der Aerodynamik und zum anderen "macht es das Design im positiven Sinne nervös", erklärt Skoda-Chefformengeber Jozef Kaban.

Im Innenraum wird die Verwandtschaft zu den VW-Modellen deutlich. Das Cockpit ist übersichtlich und die Verarbeitung Skoda-typisch solide, auch wenn Hartplastik regiert. Beim Platzangebot und der Technik profitiert der tschechische Kleinwagen vom Modularen Querbaukasten (MQB), auf dem auch der Golf 7 und der Audi A3 basieren. Der Motor ist um fünf Zentimeter nach vorne gerückt. Deswegen ist im Innenraum des Kleinwagens mehr Platz. Wählt man die Sportsitze, sitzt man vorne richtig bequem. Dank der schmalen A-Säulen, die eine Kante statt einer Rundung haben, genießt man auch eine sehr gute Rundumsicht. Diese Änderung hat VW-Chef-Martin Winterkorn persönlich durchgesetzt. "Der Unterschied macht aber sich deutlich bemerkbar", erklärt Winfried Vahland. Die Raum-Opulenz setzt sich im Fond fort. Selbst große Menschen logieren dort problemlos und durchaus bequem. Der Kofferraum fasst 330 Liter, legt man die Rückbanklehne um, werden 1.150 Liter daraus - ein Spitzenwert im Kleinwagen-Segment. Pfiffige Idee: An den Seitenwänden können hohe Plastikwände befestigt werden, die verhindern, dass allerlei Krimskrams durch die Gegend fliegt. Die Ladekante ist knapp 66 Zentimeter hoch. Das ist in Ordnung. Allerdings muss das Gepäck über diese Barriere gewuchtet werden, da der Kofferraumboden etwas tiefer liegt.

Die Technik des Infotainmentsystems stammt ebenfalls von VW. Wie beim aktuellen Polo setzen die Tschechen auf Mirror-Link und spiegeln so die Apps des Smartphones auf den 6,5-Zoll-Bildschirm. Momentan klappt das nur mit Android-Geräten, die Apple-Gemeinde bleibt außen vor. Allerdings tüfteln die Skoda-Techniker schon an Möglichkeiten, alle Betriebssysteme einzubinden. "Wir können den Krieg Apple gegen Google nicht gewinnen. Wir müssen dem Kunden das geeignete System zur Verfügung stellen, um sein Smartphone zu nutzen", erklärt Dr. Stefan Ortmann, Leiter der Elektronik-Entwicklung bei den Tschechen. Da die Konnektivität immer mehr an Bedeutung gewinnt, will die Skoda-Truppe bald nachlegen. Unter dem Titel "Smartgate", werden bald Apps zu haben sein, mit denen der Fahrzeugbesitzer allerlei Spielereien nutzen kann: Ein virtuelles Cockpit ist ebenso vertreten, wie ein Ball, der wie bei Porsche, die G-Kräfte misst und über die Radiolautsprecher kann der Innenraum mit einem Wunsch-Motorensound beschallt werden. Wer will, kann seine Fahrtstrecke aufzeichnen oder sich zum Benzinsparer erziehen lassen. Auch bei den Assistenzsystemen hilft die Technologie des großen Konzerns: Front-Assist mit Notbremsfunktion ist genauso erhältlich, wie die serienmäßige Multikollisionsbremse und Keyless-Go.

Damit dieses Vorhaben auch gelingt, gibt es eine komplett neue Motorenpalette bestehend aus drei Diesel und vier Benzinern. Alle Selbstzünder sind Dreizylinderaggregate mit einem Motorblock aus Aluminium, statt wie bisher aus Grauguss. Vor allem der 1,4 TDI-Diesel mit 105 PS macht dank des maximalen Drehmoments von 250 Newtonmetern richtig Spaß und lässt sich schaltfaul fahren. In Kurven macht sich das geringere Gewicht des Motors positiv in einer geringeren Untersteuerneigung bemerkbar. Die elektromechanische Lenkung hält jetzt auch im Fabia Einzug und unterstützt die Wedelfreude, auch wenn sie es etwas an Rückmeldung fehlen lässt. Das Fahrwerk überzeugt ebenfalls durch einen guten Kompromiss von Komfort und sportlicher Straffheit. Diese Abstimmung ist durch das Verwenden fester Stähle möglich. Das erweiterte ESP heißt im Volkswagen-Konzern XDS und unterstützt die Agilität mit gezielten Bremseingriffen an einzelnen Rädern. Der Durchschnittsverbrauch von 3,5 l/100 km garantiert, dass das Vergnügen auch ohne große Tank-Sühne bleibt. Noch bescheidener ist die 75-PS-Variante im Fabia-Greenline mit 3.1 l/100 km. Die wird allerdings erst 2015 erhältlich sein.

Auch der neue 1,0-Liter-Liter-Benziner gefällt. Das Triebwerk ist aus dem Skoda Citigo bekannt, wurde aber für den Einsatz im Fabia modifiziert: Das manuelle MQ100-Fünfganggetriebe bekam eine längere Übersetzung und auch die Motorsteuerung passten die Techniker an den schwereren Wagen an. Wobei "schwer" bei dem Einstiegs-Fabia ein relativer Begriff ist. Der Fabia 1.0 MPI wiegt lediglich 980 Kilogramm. Deswegen hat der 60-PS-Dreizylinder mit dem Leichtgewicht auch wenig Schwierigkeiten. In der Stadt und auf Landstraßen hält der Skoda mit einem maximalen Drehmoment von 95 Newtonmetern mit, auch wenn man hin und wieder zum Gangknüppel greifen muss. In 14,7 Sekunden beschleunigt der Fabia von null auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 172 km/h. Allerdings wird es ab 140 km/h etwas zäh. Skoda gibt den Durchschnittsverbrauch mit 4,8 l/100 km/h an. Bei ersten Testfahrten zeigte die Benzinuhr 6,6 l/100 km an. Trotz der ambitionierten Fahrweise, ist die Diskrepanz zu groß.

Bei den Preisen erwartet die Käufer keine böse Überraschung, da sie sich an denen des Vorgängers orientieren. Also geht es bei rund 11.700 Euro los. Ab dem 15. November steht der Fabia beim Händler. Später kommt noch der in Deutschland beliebte Kombi. Damit sollte auch die dritte Generation des Fabia zum Erfolg von Skoda beitragen. In Europa setzten die Tschechen in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 350.000 Autos ab, mehr als Hyundai. Auch wenn die Skoda die Sperrspitze des VW-Konzerns gegen die asiatischen Wettbewerber, Opel, Ford und den französischen Importeuren ist, hat der neue Fabia das Zeug zum Erfolgsmobil und dürfte auch dem Polo das Leben schwer machen.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: press-inform, 2014-09-04

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