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Testbericht

Jürgen Wolff / Stefan Grundhoff, 19. August 2020
Ähnlich wie Volkswagen will Skoda in den kommenden Jahren gerade in Europa zu einer zentralen Elektromarke werden. Größer denn je ist der Druck dabei auf das Erstlingswerk, den SUV namens Enyaq.

In zwei Wochen ist es soweit, Skoda wird seinen elektrischen SUV mit dem ungelenken Namen Enyaq erstmals der Öffentlichkeit vorstellen. Anders als Volkswagen, die mit dem ID.3 zunächst ein Kompaktklassemodell zum europäischen Kunden bringen, setzt Skoda auf einen SUV. Technisch ist der Skoda Enyaq dabei eng mit dem VW ID.3 und noch mehr mit Audi Q4 E-Tron und VW ID.4 verwoben; basiert zudem auf dem modularen Elektrobaukasten, der in den kommenden Jahren den meisten Elektromodellen auf dem Volkswagen Konzern ein mobiles Zuhause geben soll.

Mit einer Länge von 4,65 Metern und einer Höhe von 1,62 Metern positioniert sich der Enyaq knapp unter dem Kodiaq, dem SUV-Flaggschiff der Tschechen. Und damit liegt er bei den Dimensionen in etwa auf einer Stufe mit dem Audi Q5, dem Alfa Romeo Stelvio, dem Hyundai Nexo, dem Jaguar I-Pace oder dem Jeep Cherokee. Der Radstand von 2,76 Metern sorgt vor allem im Innenraum für ein ordentliches Platzangebot; der Kofferraum fasst 585 Liter - das ist mehr als bei den meisten Konkurrenten mit Verbrennungsmotor. Der Innenraum präsentiert sich aufgeräumter und puristischer als man es bisher von Skoda kannte. Neue Wege gehen die Skoda-Designer auch beim Thema Lichtdesign. \"Die Frontscheinwerfer unserer Modelle haben wir ja bereits mit der aktuellen Designsprache der Modellreihen Scala und Kamiq sowie mit der neuen Generation des Octavia grundlegend weiterentwickelt\", so Skoda-Lichtdesigner Petr Nevřela; \"bei allen Modellen, die wir in den letzten eineinhalb Jahren vorgestellt haben, sind die Scheinwerfer insgesamt flacher und entfalten dadurch eine noch dynamischere Wirkung.\"

Geplant sind fünf verschiedene Leistungsvarianten und drei Batteriegrößen. In der Einstiegsversion treibt ein Heckmotor die beiden Hinterräder an. Der E-Motor wird aus einem Lithium-Ionen-Akku mit 55 kWh gespeist, von denen sich 52 kWh nutzen lassen. Das Aggregat leistet 109 kW (148 PS) und die maximale Reichweite gibt Škoda mit bis zu 340 Kilometer an. Die stärkeren Versionen haben vorne einen zweiten Elektromotor. Bei der 132 kW (179 PS) starken Maschine reicht der Strom aus einem 62-kWh-Akku (58 kWh netto) für bis zu 390 Kilometer. Am weitesten kommt man bei der heckgetriebenen Version mit 150 kW-Motor (204 PS) und einem Akku, der 82 kWh fasst (77 kWh netto) - das soll für bis zu 500 Kilometer reichen. Fehlen noch die beiden Versionen mit zwei Motoren und Allradantrieb, die 195 bzw. 225 kW Leisten (265 bzw. 306 PS). Das Topmodell kommt auf 460 Kilometer Reichweite, schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h und braucht für den Spurt von 0 auf 100 km/h 6,2 Sekunden.

Als Zugfahrzeug - nicht gerade eine Domäne der Elektroautos - schafft der stärkste Enyaq bis zu 1.200 Kilogramm Last auf dem Haken. Die Ladezeiten liegen je nach Stromanschluss und Akkugröße zwischen acht Stunden an der Haushaltssteckdose und 40 Minuten an der Schnellladesäule mit 125 kW Ladeleistung. Maßstäbe setzen will Škoda auch beim Preis. \"Teuer kann jeder,\" sagt Björn Kröll, bei Škoda Chef des Produktmanagements: \"Zum Marktstart werden wir beim Verhältnis von Preis und Leistung die Besten sein.\" Produziert werden soll der Elektro-SUV Ende 2020, die Markteinführung ist für Anfang 2021 geplant. Kröll: \"Entsprechend muss er zu einem ähnlichen Preis verkauft werden.\" Das wäre dann ein Einstiegspreis von unter 30.000 Euro für einen Elektro-SUV.
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Quelle: Autoplenum, 2020-08-19

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