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Testbericht

Elfriede Munsch/SP-X, 17. März 2021
SP-X/Köln. Als der Renault Scénic, damals noch mit dem Zusatz Mégane, vor fast 25 Jahren Ende 1996 auf den Markt kam, brachten die Franzosen frischen und besonders familienfreundlichen Wind in die Kompaktklasse und erfanden nebenbei den Kompaktvan. Erhöhte Sitzposition, verschiebbare und ausbaubare Einzelsitze im Fond und pfiffige Ideen rund ums Verstauen von Gepäck und Kleinteilen machten ihn zu einem Bestseller. Mittlerweile ist seit Ende 2016 die vierte Generation am Start.Karosserie und Innenraum: Dass Vans langweilig aussehen, kann man beim Renault Scénic nicht behaupten. Ein schick geschneidertes Blechkleid lässt keine Assoziationen von Pampersbomber oder Langeweile aufkommen. Hingucker sind die serienmäßigen 20-Zöller. Über die Jahre hat der Scénic in allen Dimensionen zugelegt. Ausgabe 4 streckt sich als Fünfsitzer in der Länge auf 4,41 Meter und verfügt über einen Radstand von 2,73 Meter. Platz ist reichlich vorhanden, allerdings wird der Raum zwischen Haupthaar und Dachhimmel für langgewachsene Fondnutzer schnell spack. Der Platz der zweiten Reihe richtet sich daher besonders an Kinder. Diese können dank vielen Staufächern und je nach Ausstattungslinie mit der weit nach hinten verschiebbare Mittelkonsole sowie und Multimedia-Anschlüssen das Unterwegsein genießen. Anders als früher gibt es aber hinten keine Einzelsitze mehr. Die Rückbank ist im Verhältnis 1/3 zu 2/3 geteilt. Die Komponenten lassen sich aber noch in Längsrichtung um 16 Zentimeter zugunsten von mehr Knie- oder Stauraum verschieben. Das Gepäckraumvolumen variiert so zwischen 505 und 572 Litern, klappt man die Rücksitzlehnen um, steigt der Wert auf 1.554 Liter. Legt man noch die Rückenlehne des Beifahrersitzes um, lassen sich Gegenstände bis zu einer Länge von 2,61 Metern laden.Wer größeren Platzbedarf hat, kann nach dem Grand Scénic suchen. Dieser ist 4,64 Meter lang. Das Kofferraumvolumen variiert zwischen 718 und 1.900 Litern. Optional wird diese Version auch als Siebensitzer angeboten.Motoren und Antrieb: Zunächst standen für den Scénic ein 1,2-Liter-Turbobenziner in den Ausbaustufen mit 85 kW/115 PS und 97 kW/132 PS zur Verfügung. Die Benziner verfügen über ausreichend Drehmoment (190 und 205 Nm), um den Van gelassen bewegen zu können. Ende 2017 ersetzt ein 1,3-Liter-Turbo den 1.2er. Dieser kommt auf Ausbaustufen mit 115 PS, 103 kW/140 PS und 120 kW/160 PS. Die Verbrauchswerte liegen zwischen 5,4 und 6 Litern.Außerdem hatte Renault drei Diesel zum Marktstart im Angebot: ein 1,5-Liter mit 81 kW/110 PS sowie einen 1.6er mit 96 kW/130 PS oder 118 kW/160 PS. Den kleinsten Diesel gab es zwischen 2017 und 2018 als Mildhybrid. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,4 Litern ist er Sparmeister bei den Selbstzündern, die auf Werte zwischen 3,9 und 4,5 Litern kommen. Für die Kraftübertragung auf die Vorderachse sorgt bis auf den stärksten Turbo-Benziner ein manuelles Sechsganggetriebe. Beim 160 PS-Turbo kommt ein Sechsgang Doppelkupplungsgetriebe (DSG) zum Einsatz. Alternativ stehen außer bei dem Basis-Benziner ein Siebengang-DSG zur Wahl. Anfang 2019 hat Renault sein Diesel-Programm neu aufgestellt. Die 1,7-Liter-Vierzylinder gibt es mit 88 kW/120 PS und 110 KW/150 PS, die Kraftübertragung leistet jeweils ein Sechsgang-DSG. Dem 1.7er ist allerdings nur ein kurzes Gastspiel vorbehalten. Seit Ende 2020 gibt es den Scénic ausschließlich mit Benzinern.Ausstattung und Sicherheit: Die Basisausstattung, die ausschließlich mit dem kleinsten Benziner angeboten wird, wartet unter anderem mit Klimaanlage, DAB-Radio, Notbremsassistent, Tempomat und Verkehrszeichenerkennung auf. Die höheren Komfortniveaus bieten unter anderem schlüsselloses Zugangssystem, eine verschiebbare Mittelarmlehne, Einparkhilfe, Spurhalteassistent sowie ein Infotainmentsystem mit großem Touchscreen. In der Top-Ausstattung, zunächst „Initiale Paris“ genannt, gehören etwa Ledersitze, LED-Scheinwerfer, Kurvenlicht, Head-up-Display, Rückfahrkamera sowie ein Surround-Soundsystem von Bose zum Serienumfang. Beim NCAP-Crashtest von 2016 erreicht der Van eine Fünf-Sterne-Bewertung.Qualität: Der Renault Scénic hat sich bei seiner ersten Hauptuntersuchung gut geschlagen. Anders als noch der Vorgänger findet der TÜV-Prüfer bislang bei der vierten Generation wenig zu meckern. Die aktuelle Ausgabe absolviert die TÜV-HU besser als der Durchschnitt der untersuchten Fahrzeuge. Genau hinschauen sollte man jedoch beim Fahrwerk, die Achsaufhängung ist anfällig für Defekte. Auch Ölverlust sowie Probleme bei der Lichteinstellung sind hin und wieder ein Thema.Fazit: Der Renault Scénic ist ein praktisches Fahrzeug für Familien und sieht auch noch gut aus und scheint aus den Qualitätsprobleme des Vorgängers gelernt zu haben. Als Neuwagen startete er günstiger als die Wettbewerber wie Opel Zafira oder Ford C-Max. Für einen Gebrauchten müssen Interessenten ab rund 10.000 Euro anlegen.Wer Platz für Kind und Kegel benötigt, muss nicht unbedingt zu einem angesagten SUV greifen. Ein gebrauchter Kompakt-Van wie der Renault Scénic ist eine gute Alternative, zumal er auch optisch was hermacht.
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Fazit
Wer Platz für Kind und Kegel benötigt, muss nicht unbedingt zu einem angesagten SUV greifen. Ein gebrauchter Kompakt-Van wie der Renault Scénic ist eine gute Alternative, zumal er auch optisch was hermacht.

Quelle: Autoplenum, 2021-03-17

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