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Testbericht

Max Friedhoff/SP-X, 21. November 2018

Kleinwagen können ungemein praktisch sein, sind allerdings nur selten eine Augenweide. Anders der Mazda2 des Typs „DJ“, der seit 2014 gebaut wird. Der handliche Japaner sieht nicht nur schick aus, auch die inneren Werte stimmen. Und als Gebrauchtwagen wird der Mazda2 erst recht zum Geheimtipp. Auch, wenn der TÜV ab und an etwas zu mäkeln hat.

Karosserie und Innenraum: Der knapp 4,06 Meter lange Mazda2 fügt sich mit seinem scharfen Design gut in die aktuelle „Kodo“-Formensprache (Kodo bedeutet etwa "Seele der Bewegung") der Japaner ein. Auffällig sind der große Kühlergrill und die schmalen Scheinwerfer. Auch die Fahrzeugflanke und das Heck sind mit einem geradlinigen Strich gezeichnet. Praktisch sind die fünf Türen, allerdings leidet der zwischen 280 und 950 Liter große Kofferraum unter einer hohen Ladekante und einer Rückbank, die nicht gänzlich flach umgelegt werden kann. Der Innenraum wirkt hochwertig, im Fond ist für Erwachsene nicht wirklich genügend Platz vorhanden. Das Cockpit mit seinem sehr präsenten zentralen Drehzahlmesser ist eigenwillig gestaltet, weiß ansonsten aber zu gefallen.

Motor: Wer bei der Gebrauchtwagen-Suche gerne mehrere Optionen beim Motor zur Auswahl hat, der wird von den Benzinern beim Mazda2 schnell enttäuscht sein. Zwar gibt es unterschiedliche Leistungsstufen, immer ist jedoch ein 1,5 Liter großer Vierzylinder ohne Turboaufladung die Basis. Man hat die Wahl zwischen 55 kW/75 PS, 66 kW/90 PS und 85 kW/115 PS. Auch einen Diesel hatte Mazda bis zum Mai dieses Jahres im Programm. Dieser ist zwei Liter groß und turbogeladen. Leistungsdaten: 77 kW/105 PS. Alle Aggregate sind im Serienumfang mit einem leichtgängigen manuellen Getriebe ausgerüstet, lediglich für die mittlere Leistungsstufe der Benziner ist auch mit einer Sechsgang-Automatik zu haben. Generell empfiehlt sich bei den Otto-Motoren eher eine der stärkeren Varianten, da die Triebwerke ohne Turbo ohnehin schon etwas mehr Drehzahl brauchen, um ihre Leistung abzugeben.

Fahrwerk: Fahrwerkstechnisch ist der Mazda2 flink und spaßig abgestimmt, trotzdem kommt der Komfort nicht zu kurz. Die exakte Lenkung und das sehr neutrale Fahrverhalten profitieren von den Komponenten, bei denen sich Mazda am Teileregal des Ford Fiesta bedienen durfte. Lediglich auf schnelle harte Stöße reagieren die Dämpfer etwas allergisch.

Weiterer Negativpunkt: Die Stoßdämpfer verschleißen recht schnell und müssen öfter als beim Durchschnitt getauscht werden.

Ausstattung und Sicherheit: Im Jahr 2015 erreichte der aktuelle Mazda2 im Crashtest der Prüforganisation Euro-NCAP vier von fünf Sterne. Wer die Komfort-Version „Kizoku Intense“ wählt, bekommt neben beheizbaren Teilleder-Sitzen auch diverse Fahrhilfen wie einen Müdigkeitsassistenten, Fernlicht- und Spurhalte- sowie einen Spurwechsel-Assistenten und einen Notbremsfunktion. Das optionale Infotainment-System wird über einen Dreh-Drück-Schalter gesteuert und lässt sich daher – ähnlich wie das „iDrive“-Vorbild von BMW – angenehm intuitiv bedienen.

Qualität: Im Detail gibt es wenig, das beim Mazda2 Sorgen bereitet. Lediglich die bereits angesprochenen Stoßdämpfer werden beim TÜV unverhältnismäßig oft bemäkelt. Verwehren die Prüfer dem Mazda2 die Plakette, kann das unterschiedlichste Gründe haben, die aber nicht auf einen systematischen Mangel hindeuten. Trotzdem: Der Mazda2 fällt öfter durch die Hauptuntersuchung als der Durchschnitt.  

Fazit: Wer mal etwas anderes fahren möchte als VW Polo, Renault Clio oder Peugeot 208 ist beim Mazda2 gut aufgehoben. Zwar hat der kleine Japaner ein paar Schwächen, im Großen und Ganzen kann dem schicken Kleinwagen aber definitiv eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden. Wer es sich leisten kann, nimmt einen jungen Gebrauchten mit niedriger Laufleistung und Restgarantie. Dann ist auch die Stoßdämpfer-Thematik kein Hindernis mehr. Schöne Exemplare in gutem Zustand und mit vertretbaren Kilometerständen starten auf den einschlägigen Online-Börsen ab 9.000 Euro. Wer etwas mehr auf den Tisch legt, bekommt Fahrzeuge, die nah an einem Neuwagen sind und vom Design her auch noch in ein paar Jahren frisch wirken.

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Fazit

Wer auf der Suche nach einem schicken Kleinwagen ist und keine Lust auf die Mainstream-Favoriten von VW, Renault oder Peugeot hat, sollte einen genauen Blick auf den Mazda2 werfen. Der Japaner hat durchaus seine Vorzüge und ist als Gebrauchter günstig zu haben.

Testwertung
3.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2018-11-21

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