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Testbericht

Michael Gebhardt/SP-X, 17. Oktober 2018
SP-X/Wolfsburg. Lichtingenieure kämpfen nicht nur an vorderster Front um die beste Technik für neue Scheinwerfer, sondern kümmern sich auch um alle anderen Lichter am Fahrzeug. Die werden zukünftig immer intelligenter und übernehmen mehr und mehr Funktionen. Spätestens wenn Autos autonom unterwegs sind, müssen die Leuchten auch die Kommunikation mit der Umwelt regeln. Wie das aussehen könnte, hat Volkswagen jetzt mit verschiedenen Visionen vorgestellt. Relativ simpel und eher durch gesetzliche denn technische Hürden von der Serienreife getrennt sind kommunizierende Rückleuchten. Statt nur den Wagen zu beleuchten oder anzuzeigen, dass der Fahrer bremst, könnten die roten Lichter in Zukunft direkt mit Hinterherfahrenden oder Außenstehenden kommunizieren. Denkbar sind Lichtsignaturen, die sich dem gewählten Fahrmodus anpassen (beispielsweise Sport, Komfort oder Offroad) und so dem Hintermann andeuten, in welcher Stimmung der Fahrer gerade ist. Lieber wäre den VW-Verantwortlichen wahrscheinlich aber, dass der Kunde seiner Laune noch individueller Ausdruck verleihen will und sich unterschiedliche Lichtsignaturen je nach Gusto dazu kauft. Neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet auch die Holographie-Technik, die vor allem den Designern mehr Spielraum gibt und Licht dort entstehen lassen kann, wo eigentlich gar kein Platz für Leuchten ist. So lassen sich theoretisch auch das eigene Firmenlogo oder die persönlichen Initialen in den Rücklichtern darstellen, ohne deren eigentliche Aufgabe zu beeinträchtigen. Zu ihren Funktionen gehören zukünftig auch Hinweise an den Hintermann: Die von VW erdachte Matrix-SBBR (Stand-Brems-Blink-Rückleuchte) beispielsweise kann mithilfe von knapp 200 LED Text in Laufschrift oder Symbole darstellen und damit andere Verkehrsteilnehmer vor Stau oder Glätte warnen. Gleichzeitig könnte das geparkte Auto aber auch dem sich nähernden Fahrer den Ladestand des Akkus mitteilen oder ein Pannenfahrzeug könnte mit entsprechenden Pfeilen die anderen Autofahrer zum Überholen auffordern. Vor allem mit der zunehmenden Automatisierung der Fahrzeuge reichen intelligente Rücklichter aber wahrscheinlich nicht aus. Einen Großteil der Kommunikation des Fahrers mit der Umwelt – heute per Blickkontakt oder Handzeichen – muss zukünftig das fahrerlose Auto selbst übernehmen. Ein Möglichkeit dafür sind Displays, die VW an einem Tiguan-Versuchsträger an Front und Seiten installiert hat. Die handelsüblichen LCD-Bildschirme können zum Beispiel mit animierten Figuren Fußgängern signalisieren, dass der Wagen stehen bleibt und die Passanten gefahrlos die Straße überqueren können. Zusätzlich haben die Entwickler dem Tiguan noch spezielle Linsen am Heck spendiert, die zum Beispiel den Blinker auch links und rechts des Autos auf den Boden projizieren um ihn sichtbarer zu machen, sowie eine knapp zehn Meter lange Lichtleiste. Die zieht sich einmal entlang von Dach und Motorhaube und soll als 360-Grad-Beleuchtung mit verschiedenen Farben ebenfalls unterschiedliche Informationen vermitteln. Denkbar ist, dass das Lichtband in einer Gefahrensituation die Warnblinker unterstützt und ebenfalls gelb mitblinkt. Der hintere Teil des LED-Bands könnte aber auch das Bremslicht ergänzen, und sich bewegende Lichtpunkte an der Front dienen eventuell schon bald als zusätzliche Aufforderung an Fußgänger, über die Straße zu gehen. Außerdem könnte das Auto über eine spezielle Beleuchtung signalisieren, dass es gerade im autonomen Modus unterwegs ist. Welche Möglichkeiten der Beleuchtung am Ende vom Gesetzgeber zugelassen werden und welche sich in der Praxis auch als sinnvoll und vor allem verständlich herausstellen, steht derzeit noch in den Sternen. Momentan wollen die Ingenieuren mit zahlreichen Studien und Experimenten im realen Straßenverkehr vor allem so viele Erfahrungen wie möglich sammeln. Dazu dient auch der neue Lichtdemonstrator von VW, den die Ingenieure auf Basis der Elektro-Crossover-Studie ID Crozz aufgebaut haben. Der parkende Wagen symbolisiert beispielsweise nur ganz dezent durch eine pulsierende Beleuchtung unter den Schwellern, dass er gerade geladen wird. Nähert sich der Fahrer, erwacht der VW zum Leben: Das Markenlogo erstrahlt, Lichtleisten ziehen sich entlang des Wagens und angedeutete LED-Pupillen in den Scheinwerfern blicken in die Richtung, aus der der Fahrer kommt und begrüßen ihn. Ähnlich könnte das Auto, wenn es fahrerlos unterwegs ist, auch mit Passanten Kontakt aufnehmen. Egal ob mit Fahrer oder ohne: Geht die Reise los, zeigt der Wagen dies seiner Umwelt durch eine animierte Pfeilgrafik vor dem Auto an, gleichzeitig wird die Tannenbaum-Beleuchtung reduziert, wenn das Auto erst einmal in Bewegung ist. Schließlich könnte zu viel Licht von wichtigen Informationen ablenken. Zum Beispiel vom Bremslicht: Das wird in der Vision durch eine Art Licht-Jalousie in der Heckscheibe ergänzt, die umso größer erscheint, je stärker das Auto bremst. Ein ähnlicher, weißer Lichtvorhang im Glasdach könnte gleichzeitig die Innenbeleuchtung übernehmen, und helfen, das Fahrzeug auf einem dunklen Parkplatz schnell wieder zu finden. Und über dynamische Projektionen neben den Türen soll nicht nur dem Fahrer beim Einsteigen sprichwörtlich der Weg bereitet werden, sondern sollen auch Radfahrer davor gewarnt werden, dass die Tür gleich aufgehen könnte. Wobei in Zukunft wahrscheinlich ohnehin niemand mehr ohne Schulterblick die Tür aufreißen wird: Schließlich warnt auch innen ein rotes Alarm-Licht vor dem von hinten nahenden Radler.Sehen und gesehen werden, das sind die Grundprinzipien von Auto-Lichtern. Doch die Fahrzeugbeleuchtung bekommt zukünftig viele neue Aufgaben und greift aktiv in die Kommunikation mit der Umwelt ein.     
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Fazit
Sehen und gesehen werden, das sind die Grundprinzipien von Auto-Lichtern. Doch die Fahrzeugbeleuchtung bekommt zukünftig viele neue Aufgaben und greift aktiv in die Kommunikation mit der Umwelt ein.     

Quelle: Autoplenum, 2018-10-17

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