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Testbericht

Benjamin Bessinger/SP-X, 22. Februar 2010

Als kleiner Bruder des Phantom geht in diesen Tagen der Rolls Royce Ghost an den Start. Nachdem die BMW-Tochter in ihrem feinen Werk Goodwood 2009 gerade einmal 1.000 Autos gebaut hat, sollen es mit dem Ghost mittelfristig doppelt so viele werden.

Dabei haben die Briten eine klare Aufgabenverteilung vorgesehen. Der Phantom ist die ultimative Luxuslimousine für den prunkvollen Auftritt vor dem Parlament, dem Königsschloss, der Oper oder einem Luxushotel. Der Ghost dagegen ist ein Auto für den Alltag, mit dem der Besserverdiener von Welt morgens seine Kinder in die Privatschule bringt, danach ins Vorstandbüro fährt, zum Mittagsessen im Club vorbeischaut und auch abends vor dem Theater stilvoll vorfahren kann.

Der Ghost ist nicht nur 140.000 Euro günstiger als der Phantom, sondern auch einen halben Meter kürzer und nicht ganz so protzig gezeichnet: Natürlich reckt auch er einen Kühlergrill so stolz und hoch wie die Eigernordwand in den Fahrtwind und ist beileibe kein Auto für Menschen, die nicht gerne im Mittelpunkt stehen. Doch geht er mit sanft gerundeten Kanten, einer schlichteren Flanke und einem geglätteten Heck ein wenig auf Kuschelkurs.

Mit der neuen Rolle gibt es in dem 5,40 Meter langen Luxusliner auch eine andere Sitzordnung. Zwar lockt auch der Ghost die Passagiere mit den gegenläufig angeschlagenen Türen, einem wunderbar weichen Ledersofa und einer bei 3,30 Metern Radstand noch immer fürstlichen Beinfreiheit in den Fond. Doch wo der Phantom-Eigner in der Regel hinten rechts zu reisen geruht, greift er im Ghost meist selbst ins Steuer und lässt den Chauffeur allenfalls für die Heimfahrt vom Abendessen kommen.

Von harter Arbeit kann dabei freilich keine Rede sein. „Eine Fahrt in einem Rolls-Royce muss immer wie die Reise auf einem Fliegenden Teppich wirken“, sagt Entwickler Mark Mühlhausen: „Leicht, sanft und vollkommen mühelos.“ Vier Luftbälge an den Achsen und eine Wankstabilisierung lassen in dem 2,4 Tonnen schweren Dickschiff auch bei schnellen Kurven kaum Seegang aufkommen. Der famose Zwölfzylinder, der weit vorn unter der satin-polierten Haube arbeitet, trägt dezent, aber wirkungsvoll seinen Teil zum souveränen Auftritt bei. Selbst bei Vollgas lässt sich der 6,6-Liter nicht aus der Ruhe bringen und macht sich allenfalls mit einem sonoren Brummeln bemerkbar. Und welchen Gang die neue Achtstufenautomatik gerade nutzt, kann man nicht einmal erahnen. Denn Schaltrucke sind dem Ghost so fremd wie der Queen die Küchenarbeit.

Dabei hat der Ghost mehr Kraft als mancher Sportwagen: Satte 420 kW/570 PS entfesselt der V12 bei Bedarf und stützt damit einmal mehr die These vom Rolls-Royce für anspruchsvolle Selbstfahrer. Beeindruckende 780 Nm lassen alle Last von dem Luxusliner abfallen und garantieren jederzeit standesgemäßen Vortrieb ohne Mühe: Wer es wirklich einmal eilig hat, kann deshalb tatsächlich in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprinten und danach mit 250 Sachen über die linke Spur fliegen. Selbst der Normverbrauch ist eine kleine Überraschung. Denn zumindest bei gemäßigter Gangart ist der Ghost mit 13,6 Litern zufrieden. Sein bürgerlicher Halbbruder aus München, der BMW 7er, braucht gerade einmal einen halben Liter weniger.

Vom 7er BMW stammt auch die Bord-Elektronik, was den Ghost zum modernsten Rolls macht. Head-Up-Display, Nachtsichtsystem, automatische Abstandsregelung und eine Navigation mit integriertem Internetzugang – das könnte manchen Eigner überfordern. Von denen wird es gar nicht so wenige geben. Immerhin 1.700 ernsthafte Interessenten haben die Briten bereits notiert. Benjamin Bessinger/SP-X

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SP-X/Newport Beach. Als kleiner Bruder des Phantom geht in diesen Tagen der Rolls Royce Ghost an den Start. Nachdem die BMW-Tochter in ihrem feinen Werk Goodwood 2009 gerade einmal 1.000 Autos gebaut hat, sollen es mit dem Ghost mittelfristig doppelt so viele werden.

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Fazit
SP-X/Newport Beach. Als kleiner Bruder des Phantom geht in diesen Tagen der Rolls Royce Ghost an den Start. Nachdem die BMW-Tochter in ihrem feinen Werk Goodwood 2009 gerade einmal 1.000 Autos gebaut hat, sollen es mit dem Ghost mittelfristig doppelt so viele werden.

Quelle: Autoplenum, 2010-02-22

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