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Testbericht

Sebastian Viehmann, 2. Dezember 2010
Während Europa in der Kälte bibbert, denkt Rinspeed schon an Sonne, Strand und Meer. Der Elektro-Flitzer „BamBoo“ rettet ein vergessen geglaubtes Automobilkonzept in die heutige Zeit hinüber.

Fenster? Braucht man nicht. Ein Dach? Wozu denn, ein Zelt tut es doch auch. Luxus, Leistung, Zierrat? Auch darauf können Strandhasen und Beach Boys gut verzichten. Das Showcar BamBoo des Schweizer Autovisionärs Frank M. Rinderknecht reduziert das Automobil auf das Wesentliche. Der offene Elektro-Flitzer wäre genau das richtige für alle, die von einem Auto nur eins erwarten: Bring mich und mein Surfbrett zum Strand und wieder zurück. Das Fahrzeug wird auf dem Genfer Automobilsalon im März präsentiert.

Der BamBoo hat eine Kunststoffkarosserie mit winzigen Türchen. Moderne Scheinwerfer, große Heckleuchten und Pfannen-große Außenspiegel lassen das spartanische Auto dennoch zeitgemäß wirken. Fahrer und Passagiere sind nur von der Windschutzscheibe und den dicken B-Säulen umschlossen, ansonsten sitzen sie im Freien. Im Innenraum des 3,8 Meter langen Wagens bestehen verschiedene Materialien aus Bambusfasern – daher auch der Name BamBoo.

Für die Designschmiede Rinspeed ist der BamBoo eine Verbeugung vor der Vergangenheit. „Dieses offene Gefährt weckt den Wunsch nach Sommer, nach Sonne und Strand, nach Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Es ist eine Reminiszenz an die 70er Jahre, an Südfrankreich und St. Tropez“, heißt es bei den Schweizern. In der Tat waren die minimalistischen Strandflitzer in Zeiten von Flower Power und freier Liebe höchst beliebt. Davon zeugen Fahrzeuge wie der Citroën Mehari oder die Modelle R4 Plein Air und Rodéo von Renault. Auch der Beach Buggy auf Basis des VW Käfer war ein populäres Gefährt, mit dem junge Leute den Trip zum Strand antraten. Manche befanden sich auch gern am Strand auf dem Trip.

Für Rinspeed ist der BamBoo aber mehr als nur ein Retro-Auto. „Wessen Blick nicht vernebelt ist durch PS-Orgien, Chromlametta und Höchstgeschwindigkeitsrausch, der schaue genau hin“, empfehlen die Schweizer. Am Steuer des BamBoo solle man „den Reset-Knopf drücken“ und den Kopf frei machen für neues und luftiges Denken. „Kein Schnick. Kein Schnack. Nichts ist überflüssig, klare Ästhetik in reinster Form“, so die Designschmiede über ihre jüngste Kreation.

So soll auch der Antrieb zukunftsweisend sein. Unter der Haut des BamBoo steckt ein Elektromotor mit einer Maximalleistung von 54 kW. Das Aggregat stammt von einem deutschen Automobilzulieferer, der auch das Elektroauto Stromos auf Basis des Suzuki Splash mit Motoren bestückt. Der rund eine Tonne schwere BamBoo erreicht 120 Km/h und beschleunigt laut Datenblatt in 4,7 Sekunden von 0 auf 100 Sachen. Die Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus haben eine Kapazität von 16 kWh – das entspricht der Batteriekapazität eines Citroën C-Zero oder Peugeot Ion – und sollen für eine Reichweite von 105 Kilometern gut sein. Bei den LiFePO4-Batterien handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Akkus.

Seit fast 20 Jahren überrascht Rinspeed mit ungewöhnlichen, faszinierenden oder einfach nur völlig abgedrehten Kreationen bis hin zum tauchfähigen Automobil in James Bond-Manier. Die Show Cars ziehen auf dem Genfer Salon alljährlich alle Blicke auf sich, selbst wenn sie faszinierende Autoträume bleiben und in der Regel keine Chance auf Serienproduktion besteht. Das gilt freilich auch für Studien wie den „Beachcomber“ von Mini oder den „Sand‘up“ von Dacia, die auf ihre Weise den guten alten Beach Buggy neu interpretierten.

Im Gegensatz zu illustren Rinspeed-Schöpfungen wie dem Tauch-Auto „sQuba“ wirken der BamBoo und auch der Elektro-Zweisitzer „UC“ des letzten Genfer Salons allerdings so, als könnte man sie durchaus in die Tat umsetzen. Man darf sich also auf einen heißen Automobilsalon am Genfer See freuen.
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Quelle: Autoplenum, 2010-12-02

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