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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 26. Januar 2017

Pappkarton, Heizlüfter – oder doch ein klassischer Eiskratzer? Wer die Scheiben seines Autos im Winter frei bekommen will, hat diverse Möglichkeiten. Viele der Tricks und Helfer taugen aber nicht.

Dass man heißes Wasser nicht zum Enteisen der Scheiben nehmen sollte, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Durch den Temperaturschock können die Scheiben Risse bekommen. Und dann wird es richtig teuer, denn es droht der komplette Austausch. Hände weg auch von abtauendem Wischwasser der Marke Eigenbau. Wer Wasser, Spülmittel und Spiritus selbst mixt, wird nicht nur eine unzureichende Reinigung erhalten, Kunststoff- und Gummiteile können Schaden nehmen. Daher sollten nur Markenprodukte verwendet werden.

Wer einen Heizlüfter für den Innenraum nutzt, sollte besonders vorsichtig sein. Hier dürfen nur Produkte verwendet werden, die genau für diese Anwendung vorgesehen sind. Heizlüfter, die eigentlich für den Hausgebrauch bestimmt sind, können bei einem Einsatz im Auto zu Bränden führen. Besonders unsinnig ist der Einsatz eines beheizbaren Eiskratzers. Er wird nie richtig warm genug, um eine Wirkung zu erzielen. Und wenn dies doch der Fall wäre, bestünde die Gefahr, dass die Scheiben durch den Temperaturunterschied springen.

Hilfreich ist es hingegen, abends eine Folie oder einen Karton unter die Scheibenwischer zu klemmen. So vereist die Scheibe nicht. Alternativ ist der Einbau einer Standheizung möglich; sie lässt sich so programmieren, dass die Eisschicht abtaut, während der Fahrer noch beim Morgenkaffee sitzt. Preiswerter geht es mit einer Wärmflasche auf dem Armaturenbrett. Die über Nacht abgegebene Wärme sollte zumindest bei geringen Minusgraden ausreichen, ein Vereisen zu verhindern.

Den Motor im Stand warmlaufen zu lassen, um so den Frost von den Scheiben zu schmelzen, sollte man sich aber besser verkneifen. Denn die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass bei der Nutzung von Fahrzeugen unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelastungen verboten sind. Außerdem wird der Motor im Stand deutlich langsamer warm als während der Fahrt. Und das erhöht sowohl den Verschleiß als auch den Kraftstoffverbrauch.

Wer am Ende doch zum Eiskratzer greift, sollte einige Tipps beherzigen. Denn das Kratzen kann auf einer verdreckten Scheibe mehr Schaden anrichten als nutzen. Befinden sich unter der gefrorenen Schicht Sand- oder Staubpartikel, sorgen diese beim Freikratzen für kleine Schrammen im Glas. Diese beeinträchtigen dann stark die Sicht bei tief stehender Sonne oder entgegenkommendem Scheinwerferlicht. Die schonendste Art der Reinigung, ist eine Kombination aus Enteiserspray und Eiskratzer. Das angeschmolzene Eis kann dann mit der weichen Gummilippe entfernt werden.

Kalte Hände und trotzdem schlechte Sicht: Eiskratzen am frühen Morgen macht alles andere als Spaß. Es gibt Alternativen. Doch nicht jede ist gut.

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Fazit
Kalte Hände und trotzdem schlechte Sicht: Eiskratzen am frühen Morgen macht alles andere als Spaß. Es gibt Alternativen. Doch nicht jede ist gut.

Quelle: Autoplenum, 2017-01-26

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