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Testbericht

Sebastian Viehmann, 28. Juni 2011
Der Renault Koleos konnte dem VW Tiguan nie gefährlich werden. Jetzt gönnen die Franzosen ihrem Kompakt-SUV ein Facelift und ein paar dezente technische Änderungen. Er soll vor allem sparsamer werden.

Der Renault Koleos hat das Los des Nachahmers: Er sprang spät auf die Trendwelle der kompakten SUV und hat sie nicht mehr richtig erwischt. Das 4,5 Meter lange SUV entstand zusammen mit dem Allianzpartner Nissan und dem koreanischen Tochterunternehmen Samsung. Von Januar bis Mai 2011 gab es vom 2008 erschienenen Renault Koleos in Deutschland gerade einmal 899 Neuzulassungen, während der Tiguan mehr als 22.000 Zulassungen für sich verbuchen konnte. In Europa insgesamt dagegen hat der Koleos in den vergangenen Monaten seine Verkäufe laut Renault um 65 Prozent gesteigert, auch in Südamerika und Asien schlägt sich der Wagen ganz gut. 2010 wurde er zu mehr als 70 Prozent im Ausland verkauft.

Knapp drei Jahre nach der Markteinführung haben die Franzosen ihr einziges SUV nun überarbeitet. Ins Auge fällt vor allem die neue Frontgestaltung. Die etwas uninspirierten Kühleröffnungen des Koleos wurden durch einen großen verchromten Grill mit horizontalen Streben ersetzt, die Schweinwerfer sind schmaler und dynamischer gestaltet. Neue Felgen, Farben und Außenspiegel mit integrierten LED-Blinkern runden das Facelift ab. Im Cockpit wurden neue Polster verbaut, außerdem haben die Designer die Instrumententafel neu gestaltet.

Unter der Haube bleibt auf den ersten Blick alles beim Alten. Die Motorenpalette besteht aus einem 2,5 Liter großen Benziner mit 126 kW / 171 PS und einem Zweiliter-Dieselmotor mit 110 kW / 150 PS oder 127 kW / 173 PS. Den kleinen Diesel bekommt man auch in Verbindung mit Fronantrieb, alle anderen Motorisierungen sind mit Allradantrieb ausgerüstet. Durch einige Veränderungen an der Motorsteuerung und am Getriebe hat Renault den Verbrauch des Koleos und damit den CO2-Ausstoß etwas gesenkt, macht aber noch keine Angaben über die neuen Verbrauchswerte. Mit einem Wert von 148 Gramm pro Kilometer kann der sparsamste Koleos (dCi 150 4x2) nicht den sparsamsten VW Tiguan 2.0 TDI schlagen (139 Gramm bei einem Durchschnittsverbrauch von 5,3 Litern pro 100 Kilometer).

Der Koleos ist serienmäßig unter anderem mit dem schlüssellosen Zugangs- und Startsystem „Keycard Handsfree“, einer automatischen Parkbremse, einer Zwei-Zonen-Klimaautomatik sowie einem Licht- und Regensensor ausgestattet. Bei den Allradvarianten zählen ein Bergabfahrassistent (Hill Descent Control) und die Berganfahrhilfe Hill Start Assist zum Serienumfang. Ein Markenzeichen des Koleos bleibt die zweigeteilte Heckklappe: Der untere Teil schwenkt nach unten und dient im Stand zur Not als Sitzbank, der obere Teil schwenkt nach oben. Der Koleos hat ein Gepäckraumvolumen von 450 Litern, das sich durch Umklappen der Rücksitze auf maximal 1380 Liter erweitern lässt.

Der geliftete Koleos ist ab Mitte Juli erhältlich, zu den Preisen macht Renault noch keine Angaben. Wie aus Unternehmenskreisen zu hören ist, soll der Wagen aber nicht teurer werden. Bislang startet das Franzosen-SUV bei 24.990 Euro (Benziner mit Allrad), der Basisdiesel mit Frontantrieb kostet 27.990 Euro.

Quelle: Autoplenum, 2011-06-28

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