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Testbericht

Sebastian Viehmann, 17. November 2009
Wer ein SUV französischer Herkunft sucht, hat wenig Wahlmöglichkeiten. Der Renault Koleos kommt dezent daher, empfiehlt sich aber als vielseitiges und komfortables Freizeitmobil.

VW Tiguan, Ford Kuga, Volvo XC60, Opel Antara, Toyota RAV4, Mercedes GLK, Chevrolet Captiva, BMW X1: Bei kompakten SUV haben Autokäufer reichlich Auswahl. Die französischen Autobauer schlossen sich dem Trend zum Kompakt-Kraxler nur halbherzig an, liegt ihre Kompetenz doch eher im Bereich der Kleinwagen, Familienkombis und Vans. Durch weltweite Konzernverflechtungen lassen sich neue Modelle aber relativ schnell aufs Gleis schieben. Peugeot 3008 und Citroën C-Crosser basieren auf dem Mitsubishi Outlander, und auch Renault konnte beim Koleos auf japanisches Know-how zurückgreifen. Partner Nissan steuert die Allradtechnik des X-Trail bei.

Der 4,5 Meter lange Koleos fügt sich mit seinem rundlichen Design und dem markentypischen Grill unauffällig in die Renault-Modellpalette ein. Im Cockpit erkennt man viele Bedienelemente aus dem Laguna wieder. Die gewaltige Kunststoff-Fläche des Armaturenbretts sieht nicht gerade hübsch aus, doch das Platzangebot stimmt. Auch im Fond haben Erwachsene genügend Lebensraum. Die hinteren Sitze lassen sich außerdem in Längsrichtung verschieben. Weniger schön sind die zwar bequemen, aber zu wenig Seitenhalt bietenden Sitzflächen. Die Bedienung des Wagens geht leicht von der Hand, man ärgert sich aber über den hinter dem Schalthebel versteckten Knopf für den Allradantrieb.

Reine Geschmackssache ist die zweigeteilte Clamshell-Heckklappe des Koleos – manche Autofahrer können sich damit sofort anfreunden, andere nie. Unpraktisch ist zweifellos die hohe Ladekante des Gepäckabteils, dafür lässt sich der untere Teil der Klappe sowohl als Ladeschiene für sperrige Gegenstände als auch als Sitzbank auf dem Rastplatz nutzen. Mit 450 Litern steht im Koleos etwas weniger Gepäckraum zur Verfügung als im VW Tiguan. Mit einem einfachen Handgriff lassen sich aber die Fondsitze umklappen, so dass maximal 1380 Liter Laderaum entstehen. Im Innenraum sind zudem zahlreiche Ablagen und Staufächer verteilt.

Unter der Haube stehen ein 2,5 Liter großer Benziner mit 171 PS sowie ein Zweiliter-Diesel mit 150 oder 173 PS zur Auswahl. Allradantrieb ist abgesehen von der Basisausstattung Expression serienmäßig an Bord. Nicht nur Vielfahrer dürften den Selbstzünder bevorzugen, der durch seine kultivierte Laufruhe überzeugt. Allerdings kommt der Motor nicht recht aus dem Drehzahlkeller, so dass der 1,7 Tonnen schwere Koleos ziemlich behäbig wirkt. Für gemütliches Reisen stehen genügend Pferdestärken zur Verfügung, und auch am Berg verhungert man mit dem Zweiliter-Diesel nicht – für die Fahrspaß-Fraktion ist das Franzosen-SUV aber nicht die erste Wahl. Das trifft auch auf das Fahrwerk des Renault zu. Auf der Habenseite steht der sehr gute Federungskomfort, Punktabzug gibt es für die deutliche Wankneigung in Kurven. Auch die indirekte Lenkung sorgt für Licht und Schatten: Im Stadtverkehr freut man sich über kinderleichtes Rangieren, bei hohem Tempo auf der Autobahn wünscht man sich eine direktere Auslegung.

Mit Allradantrieb an Bord genehmigt sich der Zweiliter-Diesel je nach Leistungsstufe laut Werksangabe zwischen 7,3 und 7,9 Litern pro 100 Kilometer. In der Praxis liegt der Durchschnittsverbrauch zwischen 8 und 8,5 Litern pro 100 Kilometer. Besonders sparsam ist das Franzosen-SUV damit nicht – der BMW X1 sDrive18d (143 PS) zum Beispiel kommt mit 5,7 Litern pro 100 Kilometer aus. Der Volvo XC60 2.4 D (175 PS) gibt sich mit 6 Litern zufrieden, allerdings nur in der verbrauchsoptimierten DRIVe-Version ohne Allradantrieb. Der Toyota RAV4 2.2 D4-D mit Allrad und 150 PS bringt es laut Werksangabe ebenfalls auf einen Durchschnittsverbrauch von 6 Litern.

Mit einer reichhaltigen Ausstattung können die Franzosen wieder Boden gutmachen. Der Renault Koleos bringt bereits in der Basisversion Expression eine Klimaanlage, Tempomat / Tempo-Begrenzer, Nebelscheinwerfer, automatische Parkbremse und CD-Radio mit. Mit der Dynamique-Ausstattung kommen neben Allradantrieb noch Klimaautomatik, Licht- und Regensenor sowie die Einparkhilfe für vorn und hinten dazu. Die kann man auch gut gebrauchen, denn beim Rangieren zeigt sich die hoch gebaute Karosserie des Wagens alles andere als übersichtlich. Mit Dynamique-Paket und 150 PS muss man 29.200 Euro anlegen. Die Top-Version Luxe mit 173 PS kostet 34.000 Euro. An Bord sind dann zusätzlich zur Dynamique-Ausstattung noch Dinge wie Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht, Sitzheizung, Panorama-Glasdach sowie Lederausstattung.
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Quelle: Autoplenum, 2009-11-17

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