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Testbericht

Marcel Sommer, 3. Januar 2014
Bei der Rallye Dakar müssen innerhalb von zwei Wochen bis zu 9.374 Kilometer zurückgelegt werden. Wer hier ins Ziel kommt, kann sich als Sieger fühlen.

Sie ist die berühmteste Langstrecken-Rallye der Welt. Ihr Name allein reicht schon, um vor dem geistigen Auge verstaubte Pisten, Wüstenlandschaften und Kamelkarawane vorbeiziehen zu lassen. Die Rallye Dakar ist Motorsport von der härtesten, gleichzeitig aber auch von seiner schönsten Seite. Allerdings stimmt das aktuelle Bild seit 2009 nicht mehr ganz mit den Namensassoziationen überein. Denn die einstige Rallye Paris-Dakar wird seit dem in Südamerika ausgetragen, genauer gesagt fahren in diesem Jahr vom 5. bis zum 18. Januar die Motorsporthelden in ihren Trucks, Autos, Quads oder auch auf dem Motorrad durch Argentinien, Bolivien und Chile. Mit dem ursprünglichen Startort Paris hat die Rallye Dakar nur noch eines gemeinsam: den Veranstalter. Denn er ist der selbe, der auch die Fahrradrundfahrt Tour de France ausrichtet.

Das in diesem Jahr von lediglich einem Ruhetag am 11. Januar unterbrochene Spektakel am anderen Ende der Welt startet im argentinischen Rosario und endet nach 13 Etappen im chilenischen Valparaiso. Zwischen diesen beiden Städten liegen für die Motorrad- und Quadfahrer 8.734, für die Autofahrer 9.374 und für die Truck-Fahrer 9.188 Kilometer unwegsames Gelände, auf dem nicht nur der Staub des Vorausfahrenden für Gefahren sorgt. Nicht ohne Grund betrug bislang die Ausfallquote der Teilnehmer weit über 50 Prozent. Fehlender Schlaf, unbekannte Strecken und Wetterkapriolen sowie Materialermüdung forderten bis jetzt 62 Todesopfer. Das letzte Unglück ereignete sich am 11. Januar 2013. Doch nicht nur die Natur und die Technik bereiteten den Veranstaltern in der Vergangenheit Kopfzerbrechen, wie gut am Hauptgrund der Rallye-Verlegung von Afrika nach Südamerika zu erkennen ist. Am 4. Januar 2008 musste die gesamte Rallye zwischen Lissabon und der Hauptstadt Senegals, Dakar, aus Sicherheitsgründen abgesagt werden, die mit der innenpolitischen Lage zusammenhingen.

Dass der Umzug nach Südamerika nicht nur Vorteile im Vergleich zum afrikanischen Sicherheitsproblem hat, ist seit einigen Jahren an den wunderschönen Landschaftsaufnahmen der Austragungsorte zu erkennen. Und so werden sich auch bei der 36. Auflage der Dakar 174 Motorräder, 41 Quads, 151 Autos und 71 Trucks durch die Atacama-Wüste von Chile und Bergpässe von über 5.000 Metern Höhe quälen. Mit dabei ist der Gewinner der letzten beiden Dakar-Rallys, der Franzose Stephane Peterhansel in seinem Mini. In diesem Jahr sind zwölf Mini-Fahrzeuge bei der Dakar am Start. Zu den Konkurrenten des mit insgesamt elf Titeln, sechs mit dem Motorrad und fünf mit dem Auto, erfolgreichsten Dakar-Fahrers der Welt "König Peter", gehören dieses Mal neun Frauen. Ob es dieses Mal eine von ihnen schaffen wird der deutschen Jutta Kleinschmidt den Titel der einzigen Siegerin der Rallye Dakar zu entreißen wird sich zeigen.

Die heute 51 Jährige gebürtige Kölnerin ist bis heute der einzige deutsche Pilot, der in der Auto-Klasse den Gesamtsieg erringen konnte. Lediglich Karl-Friedrich Capito brachte 1985 in seinem Mercedes den Truck-Gesamtsieg nach Deutschland. Der in diesem Jahr jüngste Teilnehmer wird im Moment des Starts der dann 18 Jahre und 23 Tage alte Jeremias Gonzales Ferioli auf seinem Quad sein. Am anderen Ende der Alterspyramide thront in seinem Truck der 72 Jahre alte Japaner Yoshimasa Sugawara. Alles in allem zählt das Teilnehmerfeld 50 Nationen. Die am stärksten vertretene Nation ist Frankreich mit 124 Piloten. Insgesamt 89 Starter feiern ihr Dakar-Debüt.

Ebenfalls dem großen Mini-Team den Sieg vor der Nase wegschnappen möchte unter anderem Ford, das ein Team aus Südafrika ins Rennen schickt. "Wir haben eine gute Balance in unserer Mannschaft zwischen denen, die viele Jahre Dakar- und WRC-Erfahrungen haben und denen, die gerade erst in diesem Job anfangen und vieles hinzulernen", verrät der Besitzer des Rennstalls Scott Abraham. Ein weiterer Herausforderer, allerdings nur auf zwei Rädern, ist Honda. Das in der Motorradklasse mit der neuen CRF450 Rally startende Team schickt gleich fünf Fahrer nach Südamerika, wobei der Argentinier Javier Pizzolito den kürzesten Anfahrtsweg gehabt haben dürfte. Katsumi Yamazaki, Chef des Honda-Teams erklärt: "Mit dem Wiedereinstieg bei der Rallye Dakar 2013 war für uns - 24 Jahre nach der letzten Teilnahme an der Rallye Dakar - alles neu, aber wir haben daraus viel gelernt. Dieses Jahr haben wir in sehr kurzer Zeit unter Berücksichtigung von Motorrad, Fahrer und Crew gemeinsam ein erfolgreiches Team aufgestellt."
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Quelle: Autoplenum, 2014-01-03

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