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Testbericht

Marcel Sommer, 6. Oktober 2014
Zum ersten Mal triumphiert der Finne Jari-Matti Latvala bei einer Asphalt-Rallye. Weltmeister Sebastien Ogier hatte bei seinem Heimspiel Pech.

"Ein ganz toller, wichtiger Sieg für uns. Ich habe seit Jahren darauf hingearbeitet, meine erste Asphalt-Rallye zu gewinnen. In Deutschland habe ich die Chance leider verpasst, aber nun habe ich gezeigt, dass ich daraus gelernt und an mir gearbeitet habe. Jeder Rallye-Fahrer träumt davon, in seiner Karriere auf Asphalt, Schotter und Schnee zu gewinnen und ich bin überglücklich, diesen Meilenstein endlich erreicht zu haben. Die Weltmeisterschaft bleibt nun weiter offen und alle Fans der Rallye-WM können sich auf eine spannende Rallye Spanien freuen", sprudelte es nach der Zieldurchfahrt aus Jari-Matti Latvala heraus. Kein Wunder, gelten die finnischen Rallye-Champions normalerweise als Schotterspezialisten.

Bleibt die Frage, wie er es geschafft hat, dass zum ersten Mal seit 2004 kein Franzose bei der Rallye Frankreich triumphierend ganz oben auf dem Podest steht? "Ich habe gelernt, dass es nicht entscheidend ist, wie schnell man in eine Kurve hineinfährt, sondern wie schnell man aus ihr herauskommt. Dazu musste ich meine Koordination zwischen Lenkbewegungen und Gaspedalstellung umstellen. Das habe ich mir auf Inboard-Aufnahmen von Sebastien Loeb genau angesehen. Er war genau wie mein jetziger Teamkollege Sebastien Ogier ein Meister darin, seine Reifen nicht zu überfordern." Jener Sebastien Ogier fuhr am Ende seines schon am Freitag durch technische Probleme sehr früh verkorksten Heimspiels zumindest bei der Powerstage noch die maximale Punktzahl ein. Drei Punkte, die am Ende der Weltmeisterschaft viel Wert sein können. Der aktuelle Vorsprung auf seinen Teamkollegen beträgt nun nur noch 27 Zähler. Ogier könnte jedoch mit nur einem Punkt mehr am Ende der kommenden Rallye Spanien seinen Weltmeistertitel verteidigen - und der 13. Rang in Frankreich wäre vergessen.

Dass Volkswagen dennoch einen Doppelsieg verbuchen konnte, lag neben Jari-Matti Latvala am Norweger Andreas Mikkelsen. Er schaffte damit zum dritten Mal hintereinander den Sprung aufs Treppchen. "Ich war am Anfang schnell, aber gestern war Jari-Matti schneller", so Mikkelsen. "Deshalb habe ich mich konzentriert, den zweiten Platz abzusichern." Einen verdienten dritten Platz fuhr Citroen-Pilot Kris Meeke nach Hause. Mit seinem vierten Podestplatz in diesem Jahr unterstrich der Brite erneut, dass mit ihm immer zu rechnen ist. "Ich bin mit meinem Wochenende sehr zufrieden", verriet er im Ziel. "Mehr hätte ich nicht machen können. Heute ging es nur darum, den Platz zu verwalten. Für mich ist die Konstanz sehr wichtig, und dass ich den Podestplatz nach Hause gebracht habe."

Ein prominenter Name hätte normalerweise am Ende auf Platz vier genannt werden sollen. Doch wie so oft fiel Robert Kubica aus. Der Pole hatte bis zu seinem Ausfall in der Powerstage ein nahezu perfektes Wochenende absolviert. Doch kurz vor Schluss musste er seinen Ford Fiesta RS WRC im tiefen Schlamm abstellen. Dank seines Ausfalls konnte sich der Spanier Dani Sordo über den vierten Rang freuen. "Ich war mit dem Auto sehr zufrieden, die Abstimmung ist mittlerweile sehr gut. Ich hoffe, so wird es auch in Spanien sein", meinte der Hyundai-Pilot. Der Finne Mikko Hirvonen belegte mit zwölf Sekunden-Rückstand den fünften Platz. Dahinter ging es richtig knapp zur Sache. Ford-Fahrer Elfyn Evans nutzte die Powerstage, um sich noch an Citroen-Fahrer Mads Ostberg vorbeizuschieben. 1,7 Sekunden betrug am Ende sein Vorsprung.

Die Plätze acht und neun gingen dieses Mal an die beiden Hyundai-Piloten Thierry Neuville und Bryan Bouffier. Der Belgier Neuville verlor bereits am ersten Tag durch einen defekten Turbo jede Menge Zeit. Mit Ford-Fahrer Martin Prokop schaffte noch ein Geburtstagskind den Sprung in die Top-Ten - er feierte seinen 32. Geburtstag. Die Rallye Spanien wird vom 23. bis zum 26. Oktober gefahren.

WM-Fahrerwertung nach elf von 13 gefahrenen Rallyes: 1. Sebastien Ogier 217 Punkte, 2. Jari-Matti Latvala 190 P., 3. Andreas Mikkelsen 143 P., 4. Mikko Hirvonen 93 P., 5. Thierry Neuville 83 P., 6. Kris Meeke 82 P., 7. Mads Ostberg 80 P., 8. Elfyn Evans 71 P., 9. Martin Prokop 38 P., 10. Dani Sordo 30 P.WM-Teamwertung: 1. Volkswagen 373 Punkte, 2. Citroen 175 P., 3. Ford M-Sport 164 P., 4. Hyundai 157 P., 5. Volkswagen II 127 P.
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Quelle: Autoplenum, 2014-10-06

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