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Testbericht

Holger Holzer/SP-X, 1. August 2013

Trotz des SUV-Booms: Der Kombi hat im Herzen des deutschen Autokäufers weiterhin einen festen Platz. Vor allem, wenn er Variant, Avant oder Turnier heißt. Aber auch jenseits der einheimischen Modelle von VW oder Audi gibt es interessante Angebote. Wir blicken über den Tellerrand und stellen fünf Kombis aus fünf Ländern vor.

Der Preiswerte aus Korea: Wie wichtig der Kombi hierzulande in der Mittelklasse ist, unterstreichen ausgerechnet die Koreaner von Hyundai. Beim i40 brachten sie den Kombi gut sieben Monate früher als die dazugehörige Limousine auf den Markt – üblicherweise läuft es bei asiatischen Herstellern genau umgekehrt. Die etwas prosaisch „Kombi“ genannte Version setzt sowieso auf europäische, wenn nicht sogar deutsche Tugenden. Technik und Design wurden zu großen Teilen in Europa entwickelt, bei Verarbeitung und Ambiente macht man VW Konkurrenz. Mit einem Basispreis von 23.450 Euro für die Version mit dem 99 kW/135 PS starken Benziner bleibt man aber trotzdem auch der eigenen Tradition günstiger Anschaffungskosten treu. Dazu passt auch die fünfjährige Garantie. Beim Raumangebot siedelt sich der Hyundai trotz dynamisch geschnittener Karosserie im gehobenen Mittelfeld an: Bei voller Bestuhlung stehen ordentliche 553 Liter zur Verfügung, bei umgeklappter Rückbank sind es sehr gute 1.719 Liter.

Der Technik-Primus aus Frankreich: Weniger auf Raum- als auf Antriebs-Ökonomie legt der Peugeot 508 RXH Wert. Alleinstellungsmerkmal unter den Großserienfahrzeugen in der Mittelklasse ist sein Diesel-Hybridantrieb. Die 147 kW/200 PS starke Kombination aus konventionellem Selbstzünder und einem E-Motor an der Hinterachse macht den großen Franzosen zum Allradler und Sparer gleichzeitig. Beide Triebwerke teilen die Antriebsarbeit möglichst effizient untereinander auf, so dass im Labor lediglich 4,1 Liter Diesel verbraucht werden. Das ist durchaus ein ordentlicher Wert – von den besten konventionellen Dieseln der Konkurrenz aber keine Lichtjahre entfernt. Dafür wartet der 508 mit Allradantrieb auf. Nämlich dann, wenn beide Motoren an ihren jeweiligen Achsen gleichzeitig arbeiten. Knackpunkt der ausgetüftelten Technik ist wie so häufig der Preis: 42.350 Euro sind kein Pappenstiel, auch wenn die Ausstattung fast lückenlos ist und der Hybrid sich dank Offroad-Beplankung von den anderen 508-Modellen optisch deutlich absetzt.

Der getarnte Germane aus Spanien: Die Mittelklasse war für Seat fast 30 Jahre unbekanntes Gebiet. Erst seit 2009 hat die spanische VW-Tochter mit dem Exeo wieder ein entsprechendes Modell im Programm, der unter dem Kürzel ST auch als Kombi angeboten wird, mit dem Erscheinen des kompakten Leon ST in den kommenden Monaten aber wieder vom Markt verschwindet. War der bis 1981 gebauten Seat 132 unterm Blech noch ein Fiat, ist der neue ein Audi. Zu knapp drei Vierteln stammen die Teile von Kombi und Limousine direkt vom alten A4, was man zumindest von innen und in der Seitenansicht auch erahnen kann. Front und Heck sind jedoch komplett neu gestaltet. Das Motorenangebot ist etwas schmaler als bei der Ingolstädter Schwester und beschränkt sich auf aufgeladene Vierzylinder mit 88 kW/120 PS bis 125 kW/170 PS. Beim Preis setzt sich der ST noch stärker von der Premium-Verwandtschaft ab: Mit 23.750 Euro gehört er zu den günstigsten Modellen seiner Klasse.

Der Platz-Riese aus Tschechien: Tausendachthundertfünfundsechzig – in Zahlen 1.865 – Liter. So viel Wasser passt in 13 Standard-Badewannen oder in den Laderaum des Skoda Superb Combi; zumindest theoretisch. Der Tscheche bietet damit den absoluten Spitzenwert im Segment – und das bei noch innenstadttauglichen 4,84 Metern Länge. Auch in anderer Hinsicht ist das Top-Modell der VW-Tochter auf Praxistauglichkeit gebürstet. So gibt es zahlreiche nette Details wie eine Schirmhalterung in der Tür (kennt man sonst nur von Rolls-Royce), einen Eiskratzer im Tankdeckel oder die als Taschenlampe nutzbare portable Kofferraumleuchte. Das Antriebsangebot ist gewohnt breit und reicht vom preiswerten 1,4-Liter-Turbobeziner mit 92 kW/125 PS und Frontantrieb bis zum 3,6-Liter-V6-Benziner mit 191 kW/260 PS und Allradantrieb. Die Preislistet beginnt bei 24.630 Euro.

Der Sportler aus Japan: Während die meisten Importeure in der Mittelklasse eher auf nahrhafte Hausmannskost setzen, gönnt sich Honda beim Accord den Luxus einer eigenen Sportlinie. Die „Type S“-Ausstattung zeichnet sich mit 18-Zoll-Felgen und leichter Gesichtsstraffung zwar eher durch optische Besonderheiten aus, kann aber auch leistungsmäßig punkten, da sie lediglich für den jeweils stärksten Benziner und Diesel zu haben ist. Der 2,2-Liter-Selbstzünder kommt dabei auf 132 kW/180 PS, der Benziner auf 148 kW/201 PS. Für letzteren Wert ist dank 2,4 Litern Hubraum noch nicht einmal Turboaufladung nötig, was Traditionalisten zu schätzen wissen. Sowohl die sportliche Optik als auch die kräftigen Motoren passen gut zum agilen Fahrwerk des Japaners, der zudem mit einem umfangreichen Sicherheitsprogramm aufwarten kann, das gegen Aufpreis auch einen Notbrems-Assistenten bietet. Schwachpunkt des Accord Type S ist der Preis von mindestens 36.090 Euro für den Benziner und 37.830 Euro für den Diesel. Generell ist der japanische Kombi mit einem Basispreis von 27.990 Euro (115 kW/156 PS) trotz sehr ordentlicher Ausstattung alles andere als ein Schnäppchen. 

Im grauen Dienstwagen-Einerlei auf deutschen Straßen finden sich immer wieder die gleichen Kombi-Modelle, meist aus deutscher Produktion. Es gibt aber Alternativen.

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Fazit
Im grauen Dienstwagen-Einerlei auf deutschen Straßen finden sich immer wieder die gleichen Kombi-Modelle, meist aus deutscher Produktion. Es gibt aber Alternativen.

Quelle: Autoplenum, 2013-08-01

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