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Testbericht

Patrick Solberg, 20. März 2017
Der Winter ist Vergangenheit und bevor Pflanzen und Gefühle sprießen, sollte auch das eigene Auto frühlingsfit gemacht werden. Mit einer gründlichen Wäsche und etwas saugen ist es nicht getan.

Eine Autowäsche ist schnell gemacht, doch wann haben Sie eigentlich zuletzt in ihren Kofferraum geguckt? Das sollten Sie einmal tun und bei dieser Gelegenheit kräftig ausräumen. Auf Schneeketten und Anfahrhilfen im Kofferraum können auch Pessimisten hier zu Lande im Frühjahr gut verzichten. Das verringert den Spritverbrauch und schafft Platz. Auch an den Scheibenwischern sind Eis, Regen und Schnee nicht spurlos vorüber gegangen. Neue Wischergummis kosten nicht viel, ihre Wirkung aber kann enorm sein; und lebensnotwendig. So ausgerüstet, braucht man auch heftige Sommergewitter nicht zu fürchten. Tür- und Fensterdichtungen leiden ebenfalls unter der winterlichen Kälte und sollten deshalb gereinigt und gefettet werden. Poröse oder beschädigte Dichtgummis ersetzt die Werkstatt. Die Elektrik hat im Winter Schwerstarbeit geleistet und darf deshalb beim Frühjahrs-Check nicht vergessen werden. Bei der Batterie müssen eventuelle Korrosionsstellen an den Polen und der Säurestand überprüft werden. Wichtig ist außerdem die Funktion der Beleuchtung und der Scheibenwischer. Auch ein Blick auf den Keilriemen sollte nicht fehlen. Lässt der möglicherweise schon Schwachstellen erkennen, dann ist bei der nächsten größeren Fahrt das Risiko einer Panne hoch.

Der Großputz endet bei den Reifen. Wenn tagsüber durchweg mehr als sieben Grad Celsius erreicht sind, sollten sich Autofahrer je nach Region langsam mit dem Gedanken anfreunden, die Winterbereifung zu tauschen. Spätestens Ende März sollte es so weit sein. Denn nicht nur der Spritverbrauch ist mit Winterreifen höher, auf trockener Fahrbahn nutzen sich die Pneus auch schneller ab. Sommerreifen sind aufgrund ihrer Gummimischung den Anforderungen bei Trockenheit, Sonnenschein und Hitze erheblich besser gewachsen. Vor der Demontage werden die Reifen und Felgen gründlich mit Wasser und Bürste gereinigt, dann wird auf den Pneus mit Kreide die bisherige Position am Fahrzeug markiert (vl für vorne links, hr für hinten rechts). Bevor die reifen endgültig im Lager verschwinden, noch rasch Steine aus dem Profil entfernen und den Luftdruck um 0,5 bar erhöhen. Die Lagerung erfolgt idealerweise in einem trockenen, dunklen und kühlen Raum. Reifen mit Felgen verbringen die Sommermonate aufeinander gestapelt oder an der Wand aufgehängt. Reifen ohne Felgen können ggf. auch senkrecht stehen und von Zeit zu Zeit etwas gedreht werden, damit sie keine Unwucht kriegen. Auf jeden Fall aufpassen, dass die Reifen nicht mit Öl, Benzin oder Lösungsmitteln in Berührung kommen.

Wem die Lagerung in der eigenen Garage zu umständlich ist, der kann auf den Service vieler Werkstätten und Reifenfachhändler zurückgreifen: Diese übernehmen gegen eine geringe Gebühr die sachgerechte Aufbewahrung der Reifen. Vor dem Anbringen der Sommerpneus darf die Kontrolle des Profils nicht fehlen. Nur Reifen mit ausreichender Profiltiefe garantieren eine optimale Fahrsicherheit. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern reicht nicht aus. Und streng sein sollte man im Interesse der eigenen Sicherheit. Fachleute empfehlen, sich bereits bei einem Restprofil von zwei bis drei Millimetern nach einem neuen Reifensatz umzusehen. Denn bei nasser Fahrbahn nimmt die Bremsleistung schon bei einer Profiltiefe von unter vier Millimetern merklich ab. Außerdem steigt bei Nässe das Aquaplaning-Risiko enorm an. Dies gilt umso mehr, je breiter die Reifen sind.

Ist das gesamte Frühlings-Check-Programm absolviert, steht einer Urlaubsfahrt mit dem Auto nichts mehr im Weg. Und ein bis zwei Stunden Autopflege in der warmen Frühlingssonne erhöhen nicht nur die Fahrsicherheit und schützen vor bösen Überraschungen, sie sorgen außerdem für einen sommerlich braunen Teint beim Autobesitzer. Am Schluss sollte man dem eigenen Lieblingsmobil auch im Innenraum einen Frühjahrsputz gönnen. Durchsaugen, die Scheiben innen und außen reinigen sowie Matten ausschütteln und auch im Innenraum mit einem feuchten Lappen nachwischen. Bei Ledersitzen empfiehlt sich ebenfalls das Abwischen mit einem feuchten Tuch ohne Seife oder ggf. ein anschließendes Lederpflegemittel. Wenn die Temperaturen sich Richtung 20-Grad-Marke orientieren, dann auch einmal die Klimaanlage oder -automatik durchkühlen lassen, ob die Kühlleistung noch passt. Sonst muss das Kühlmittel in einer Werkstatt nachgetankt werden. Schwitzen möchte schließlich im Auto niemand, wenn die Sonne scheint.
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Quelle: Autoplenum, 2017-03-20

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