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Testbericht

Stefan Grundhoff, 17. Dezember 2020
Lange Zeit dominierte die Feinstaubproblematik unsere Nachrichten. Speziell die Corona-Krise verdrängte das Thema in die dritte Reihe. Nun könnte diese zurückkommen, weil Elektroautos durch ihr höheres Gewicht mehr Feinstaub produzieren.

Nachdem immer striktere Schadstoffrichtlinien und Einfahrtsgenehmigungen sowie nicht zuletzt die Corona Krise dafür sorgten, dass das Thema Feinstaub scheinbar verschwand. Doch jetzt sorgt eine OECD-Studie für Aufsehen, die befürchtet, dass die immer größer Zahl von elektrifizierten Fahrzeugen, die Feinstaubwerte ansteigen lassen könnte. Das mag zunächst überraschen, da viele davon ausgingen, dass der für die Lunge des Menschen so gefährliche Feinstaub in erster Linie durch die Partikel-Emissionen des Verbrennungsprozesses im Motor entsteht. Daher wurden gerade in Innenstadtbereichen Tempolimits eingeführt und Zufahrtsbeschränkungen für ältere Fahrzeuge durchgesetzt.

Wer ohne die entsprechende Umweltplakette in einer Umweltzone erwischt wird, kommt in Deutschland längst nicht mehr ungeschoren davon. Für einen Verstoß, mit einem Auto ohne grüne Plakette in den Innenstadtbereich einzufahren, wird ein Bußgeld von 80 Euro fällig. Aktuell gibt es jedoch keine Punkte in die Flensburger Verkehrssünderkartei. Dabei ist es unbeachtlich, ob man das Auto geparkt hat oder gefahren ist. Ohne die richtige Umweltplakette kann man sich auch den Weg zur Hauptuntersuchung des Pkws sparen - denn dann wird die TÜV-Plakette nicht erteilt.

Jetzt bekommt das Thema Feinstaub einen neuen Dreh. Denn nur auf den ersten Blick erscheint es so, dass die Einfahrtsbeschränkungen und die immer größer werdende Zahl von elektrifizierten Fahrzeugen dafür sorgen, dass die Feinstaubbelastung deutlich zurückgeht. Doch nur ein Teil des Feinstaubs geht auf den Verbrennungsprozess selbst zurück. Untersuchungen haben bereits vor längerer Zeit ergeben, dass der Abrieb von Reifen, Bremsen und der Fahrbahn selbst ebenfalls einen nennenswerten Anteil an der Feinstaubbelastung hat, der sich prozentual durch die saubereren Fahrzeuge zuletzt erhöhte. Schließlich sind in modernen Autos nicht nur Diesel-, sondern auch Benzinmotoren mit einem Filter ausgerüstet, der die kleinsten Partikel nicht in die Umwelt entweichen lässt.

Dabei könnte sich die zunehmende Elektrifizierung sogar als Problem für die Feinstaubbelastung herausstellen. Durch die schweren Akkupakete sind Plug-In-Hybriden und speziell die reinen Elektroautos deutlich schwerer als vergleichbare Verbrenner. Folglich nutzen diese Reifen und auch Fahrbahnoberflächen stärker ab. Zumindest der Bremsenabrieb geht jedoch deutlich zurück, weil die Elektrofahrzeuge einen Großteil der Verzögerung über das regenerative Bremssystem verwirklich. Heißt, die Bremsbeläge kommen nur bei einem kleinen Teil von starken Abbremsvorgängen zum Einsatz. Die restliche Energie wird über einen Generator in elektrische Energie umgewandelt. Bisher spielen die Emissionen, die nicht aus dem Verbrennungsprozess stammen, bei der generellen Umwelteinstufung der Fahrzeuge jedoch keine Rolle.

\"Während die Emissionsstandards für Abgaspartikel von Kraftfahrzeugen weltweit immer strenger sind, bleiben die nicht abgasbedingten PM-Emissionen weitgehend unreguliert. Der Anteil der PM-Emissionen aus Nicht-Abgasquellen hat in den letzten Jahren zugenommen, und zwar aufgrund der erheblichen Verringerungen der PM aus Abgasemissionen in diesem Zeitraum\", so die Studie der OECD. Problematisch dabei ergänzend, dass sich der städtische Personenverkehr bis zum Jahre 2050 nach aktuellen Kalkulationen mehr als verdoppeln wird. \"Reifenverschleiß, Straßenverschleiß und Staubwiederaufwirbelung bleiben bedeutende Quellen für Nichtauspuffemissionen von elektrischen Fahrzeugen\", so der OECD-Bericht, \"die Nicht-Abgasemissionen aus diesen Quellen können bei Elektrofahrzeugen tatsächlich höher sein.\" Heißt unter dem Strich, dass die immer größer werdende Zahl von Fahrzeugen im urbanen Bereich auch bei elektrifizierten Fahrzeugen dazu führt, dass der Feinstaub ein Problem bleibt, mit dem wir uns noch viele Jahre beschäftigen werden.
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Quelle: Autoplenum, 2020-12-17

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