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Testbericht

Patrick Broich/SP-X, 31. Mai 2013


SP-X/Köln. Das Segment der Pick-ups taucht in der einfachen Fassung der deutschen Zulassungsstatistik nicht auf. Keine 10.000 Einheiten dieser Gattung werden in Deutschland jährlich auf die Straße gelassen, lediglich neun Modelle überhaupt angeboten. Entsprechend liegt ihr Marktanteil - bei rund drei Millionen Neuzulassungen jährlich - unter einem Prozent. In den USA sind es dagegen satte 17 Prozent, und auch in Afrika, Asien und Südamerika fährt man lieber Pick-up als Kleintransporter. Nicht umsonst wird der Volkswagen Amarok, übrigens der einzige Pick-up eines deutschen Herstellers, auch in Argentinien montiert.

Warum sträuben sich die Deutschen so gegen die durchaus modern anmutenden Pritschen? Am Lkw-Fahrgefühl wird es kaum liegen, schließlich sind auch Kleintransporter nicht gerade als Komfortspezialisten bekannt. Die für europäische Verhältnisse im Kingsize-Format anrollenden Größen Ford Ranger, Isuzu D-Max, Land Rover Defender 130, Mitsubishi L200, Nissan Navara, SsangYong Actyon Sports, Toyota Hilux und Volkswagen Amarok sind nichts für urbane Gegenden und auch nichts für enge Garagen und Hofeinfahrten, da zur stattlichen Länge von durchweg fünf Metern auch noch ein ungünstiger Wendekreis hinzukommt. Mit rund 13 Metern muss gerechnet werden.

Für bestimmte Berufsgruppen und Betriebe wie zum Beispiel Maurer oder Gärtner – aber auch Hausmeister-Servicebetriebe oder Dachdeckerfirmen stellen Pick-ups mit ihren einfach bestückbaren und breiten Ladeflächen jedoch praktische Alternativen zu herkömmlichen Transportern dar.

Wir geben einen Überblick über das Angebot auf dem deutschen Markt.

Fiat Strada – der ideale Einsteiger
Sein 1,3 Liter-Diesel leistet 70 kW/95 PS, ein Potenzprotz ist der Italiener demnach nicht. Mit einer Außenlänge von bis zu 4,45 Metern ist der Strada der Cityhopper unter den Pritschen. Für den Basispreis von 17.255 Euro kommt er eher mager ausgestattet daher. Erst die 3.450 Euro teurere Adventure-Ausführung mit langer Kabine verfügt über Annehmlichkeiten wie elektrische Fensterheber, ein elektronisches Sperrdifferenzial sowie Klimaanlage. Ein elektronisches Stabilitätsprogramm ist nicht lieferbar.

Land Rover Defender – der Kultige
Nur wenige Autos genießen einen solchen Kultstatus wie der seit den Endvierzigern fast unverändert gebaute Land Rover Defender. Dieser ist auch als Pick-up zu haben. Ab 29.390 Euro steht der britische Pritschenwagen in der Preisliste. In puncto Technik bewegt sich der gute Kraxler samt obligatorischer Mitteldifferenzialsperre und inzwischen sechs Vorwärtsgängen eher auf rustikalem Level. Unter der Haube werkelt ein 2,2 Liter großer Vierzylinder-Diesel mit 90 kW/122 PS. Hohe Windgeräusche, die spartanische Inneneinrichtung sowie ein gewöhnungsbedürftiger Geradeauslauf nehmen Defender-Fans gerne in Kauf.

Mitsubishi L200 – das Arbeitstier
Mitsubishi ist bekannt für eine hohe Allradkompetenz, da passt auch ein mächtiger Pick-up gut ins Programm. Und mächtig ist der je nach Kabinenausstattung bis zu 5,18 Meter lange L200, aber nicht übermäßig kräftig. Zwischen 100 kW/136 PS und 131 kW/178 PS können die Kunden wählen, außerdem gibt es auf Wunsch eine Fünfstufen-Automatik. ESP gehört nicht zur Basisausstattung, ABS, Frontairbags und ein klimatisierter Innenraum aber schon. Ab 24.290 Euro ist man dabei. Das 8.200 Euro teurere Topmodell bietet darüber hinaus einen permanenten statt zuschaltbaren Allradantrieb, Kopf- und Seitenairbags, Kotflügelverbreiterungen, Radio und Tempomat.

SsangYong Actyon Sports – der Preiswerte
Einen vollwertigen Pick-up zum fairen Kurs gibt es bei SsangYong. Der stets als Fünfsitzer, aber in der Grundversion mit nur einer angetriebenen Achse daherkommende Koreaner ist perfekt für Kunden mit Transportbedarf diesseits von Geröll und Schlamm. Mit 114 kW/155 PS ist der Actyon weder üppig noch schmalbrüstig motorisiert. Dank kurz übersetzter Sechsgang-Box kommt der je nach Ausführung bis zu 2,1 Tonnen wiegende Allrounder hurtig voran. Alternativ gibt es auch ein Automatikgetriebe mit ebenfalls sechs Übersetzungen (2.000 Euro). Ein integriertes Navigationssystem bietet der Hersteller nicht an. Ab 19.980 Euro geht es los – der Aufpreis für Allrad beträgt 3.000 Euro.

Isuzu D-Max – der Ausgefallene
Wer kann sich noch an das Label Isuzu erinnern? Die Marke gibt es noch heute – und sie bietet den optisch modern aussehenden Pick-up D-Max an, der mit 20.650 Euro fast so günstig feilgeboten wird wie der Wettbewerber aus dem Hause SsangYong. Serienmäßig ist nur eine angetriebene Achse – Allrad kostet 3.100 Euro Aufpreis. Schön, dass der Japaner für seinen günstigen Preis stets die volle Sicherheitsausrüstung inklusive ESP und Klimaanlage mitbringt. Mit 120 kW/163 PS und der Option auf ein Automatikgetriebe (allerdings nur in Verbindung mit einer höheren Version zu 31.750 Euro) ist das Antriebskapitel mehr nutzen- als spaßorientiert. Verschiedene Kabinengrößen machen den D-Max flexibel. Nicht lieferbar: ein Navigationssystem.

Toyota Hilux – der Unverwüstliche
Spätestens seit das britische Automagazin Top Gear einen Toyota Hilux erst ins offene Meer geworfen, danach in Brand gesetzt und anschließend auf ein zu sprengendes Hochhaus gestellt hat – und dieser aus den Trümmern geborgen immer noch fuhr, ist klar: Dieser Pick-up ist nahezu unzerstörbar. Mit einem Basispreis von 21.718 Euro ermöglicht Toyota zwar einen günstigen Einstieg, die Ausstattung ist aber eher puristisch. Auf Allradantrieb muss ebenso verzichtet werden wie auf eine Klimaanlage. Für 40.520 Euro dagegen gibt es das volle Programm sogar inklusive Touch & Go-Navigationssystem. Angetrieben wird der 4x4-Hilux von einem 126 kW/171 PS starken Dreiliter-Vierzylinder, der an einen Fünfstufenautomat gekoppelt ist.

Volkswagen Amarok – der Deutsche
Der VW Amarok rollt nicht nur in Argentinien, sondern auch in Hannover von den Bändern. Ab 24.320 Euro gibt es solide Verarbeitungsqualität und 103 kW/140 PS aus zwei Litern Hubraum eines Diesels. Zwar fährt sich der hinten blattgefederte Starrachser etwas Lkw-mäßig, aber Sitz- und Bedienkomfort sind auf Pkw-Level. Auf Wunsch gibt es moderne Entertainment-Systeme und natürlich ein einfach bedienbares Bildschirm-Navigationssystem (ab 863 Euro). Automatikgetriebe (acht Gänge), verschiedene Kabinengrößen sowie eine weitere Leistungsstufe mit 132 kW/180 PS machen den Amarok flexibel, luxuriös und natürlich auch teuer.

Nissan Navara – der Luxuriöse
Eine kleine Überraschung in der hierzulande übersichtlichen Pick-up-Landschaft: Der Nissan Navara ist als einziges Angebot auch mit einem 170 kW/231 PS starken V6-Diesel zu haben, geschaltet wird mittels einer modernen Siebenstufen-Wandlerautomatik. Freilich hat der distinguierte Antriebsstrang samt 4x4-System seinen Preis – mindestens 46.860 Euro muss der Kunde zahlen. Die Serienausstattung ist reichhaltig mit Bluetooth-Freisprechanlage, Bordcomputer, Klimaautomatik, Leder, Festplatten-Navigation, elektrisch verstellbarem Fahrersitz samt Beheizung und Soundsystem. Es geht aber auch günstig und vierzylindrig mit 106 kW/144 PS aus 2,5 Litern Hubraum (25.500 Euro).

Ford Ranger – der Abenteurer
Der in Deutschland angebotene Ford Ranger ist wohlgemerkt kein F-150. Vom Gedanken, mit einem schweren Achtzylinder durch die Gegend zu schippern, muss sich der Interessent also schnell verabschieden. Bei 3,2 Litern Hubraum ist Schluss, und es gibt auch nur vier Zylinder. Die daraus resultierenden 147 kW/200 PS treiben das martialisch aussehende Fahrzeug mit einem Gewicht von 2,1 Tonnen zwar hurtig voran, aber das Lkw-Fahrgefühl bleibt natürlich. Wen das schlechte Gewissen angesichts des Volumens plagt, sollte den 2,2-Liter-Einsteiger mit 92 kW/125 PS ausprobieren. Der gehört zwar nicht gerade zu den Dynamikern, aber ist zweckmäßig motorisiert und der Einstiegspreis mit 25.525 Euro erschwinglich. In diesem enthalten sind zwar die volle Sicherheitsausrüstung inklusive ESP sowie eine Zentralverriegelung, allerdings fehlt die Klimaanlage. Die ist erst ab der XLT-Ausstattung an Bord (neben Alufelgen, Radio, Regensensor und Tempomat) – Kostenpunkt: mindestens 33.380 Euro.

In den USA sind sie die eigentlichen Volkswagen, hierzulande aber Exoten im Straßenbild. Dabei haben Pick-ups durchaus ihre Vorzüge und es gibt sogar zwei europäische im Angebot.

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Fazit
In den USA sind sie die eigentlichen Volkswagen, hierzulande aber Exoten im Straßenbild. Dabei haben Pick-ups durchaus ihre Vorzüge und es gibt sogar zwei europäische im Angebot.

Quelle: Autoplenum, 2013-05-31

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