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Testbericht

Sebastian Viehmann, 19. Juni 2010
Nach Hybrid, Turbo und S-Modell schiebt Porsche nun die Einstiegsversionen des Cayenne mit Sechszylindern nach. Der Dieselmotor bleibt der gleiche wie bisher, die neue Achtgangautomatik aber ist ein großer Komfortgewinn.

Porsche bekennt sich zum Selbstzünder: Ein hübsch verschnörkelter Diesel-Schriftzug ziert die Flanke des Cayenne. Beim Vorgängermodell fehlte das noch, so als wolle man nicht nach außen tragen, welcher Motor da unter der Haube seinen Dienst verrichtet. Dabei sind Cayenne-Fahrer offenbar höchst dankbar dafür, dass die Segnungen des Rudolf Diesel Jahrzehnte nach den berühmten Porsche-Traktoren auch ihrem Lieblings-SUV zugute kamen. 72 Prozent aller Cayenne-Käufer in Europa entscheiden sich schon für den Selbstzünder. In Ländern wie Frankreich unterschreitet der Wagen beim Verbrauch auch eine wichtige Schwelle, um hohe Strafsteuern bei der Zulassung zu umgehen.

Nach wie vor sitzt der drei Liter große V6 mit 240 PS (176 kW) unter der Haube, der auch im Touareg zum Einsatz kommt. Beim Sound kann der Sechszylinder-Diesel natürlich nicht mit einem Cayenne Turbo mithalten, doch wenn man vollen Schub gibt, ist der Motor mit seinen üppigen 550 Newtonmetern Drehmoment ganz in seinem Element. In 7,8 Sekunden rennt der Geländewagen von 0 auf 100 Km/h, für den Zwischenspurt auf der Landstraße (80 bis 120 Km/h in 5,3 Sekunden) bleibt auch genügend Power übrig. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 218 Km/h. Den Durchschnittsverbrauch des 2,1 Tonnen schweren Wagens gibt Porsche mit 7,4 Litern Diesel pro 100 Kilometer an. Das sind 0,4 Liter weniger als beim Touareg 3.0 TDI und genau soviel wie beim BMW X5 xDrive 30d.

Neu an Bord ist die serienmäßige Achtgangautomatik Tiptronic S, die durch ihre kurzen Reaktionszeiten die Kraft des V6-Motors nicht verhungern lässt und mit butterweichen Schaltübergängen ein idealer Begleiter für entspannte Autobahn-Reisen ist. Die spürbare Anfahrtsschwäche des Vorgängers mit Sechsgangautomat ist damit vergessen. Das Getriebe ist mit einer Start-Stopp-Automatik kombiniert, die kurz nach dem Halt an der Ampel oder im Stau den Motor automatisch abstellt. Auch das funktioniert reibungslos und fast unmerklich. Die Start-Stopp-Automatik trägt ihren Part zum vergleichsweise günstigen Verbrauch des schweren SUV bei, ihren Vorteil kann sie aber nur im Stadtverkehr ausspielen.

Auch wenn sich der Cayenne die Technik mit dem Touareg teilt, versprüht er vor allem im Interieur mehr Hightech-Atmosphäre. Die Flut an Schaltern und Hebeln auf der Mittelkonsole muss man allerdings erst durchschauen. Das Platzangebot des Allradlers ist auf allen Sitzen üppig, der Kofferraum mit 670 bis maximal 1780 Litern ebenfalls (BMW X5: 620 bis 1750 Liter; Mercedes ML: 551 bis 2050 Liter; Audi Q7: 775 bis 2035 Liter; Range Rover: 535 bis 2099 Liter). Serienmäßig sind beim Diesel-Cayenne unter anderem CD-Radio, Tempomat, Klimaautomatik, Teilledersitze und Nebelscheinwerfer an Bord.

Die Aufpreisliste ist wie bei Porsche üblich ellenlang und wird von fünfstelligen Zahlen dominiert. Die Bi-Xenonscheinwerfer mit Reinigungsanlage und Kurvenlicht-Funktion kosten 1713 Euro extra, Keyless Go (schlüssellose Fahrzeugnutzung dank Annäherungssensor) 1094 Euro, die Rückfahrkamera mit Parksensoren 1535 Euro – wenigstens Parksensoren sollten bei dem Dickschiff aus Zuffenhausen eigentlich serienmäßig an Bord sein. Für die Luftfederung mit Niveauregulierung, die den Fahrkomfort enorm erhöht, muss man 3498 Euro einplanen.

Der Cayenne Diesel kostet 59.596 Euro. Zum Vergleich: Der Range Rover Sport 3.0 TDV6 (245 PS) ist ab 61.600 Euro zu haben, der Audi Q7 3.0 Quattro (240 PS) ab 53.300 Euro, der VW Touareg 3.0 TDI (240 PS) ab 50.700 Euro, der BMW X5 xDrive 30d ab 54.200 Euro und der Mercedes ML 350 CDI (224 PS) ab 55.752 Euro. Große Geländewagen mit zum Teil PS-schwächeren Dreiliter-Dieselmotoren kann man freilich deutlich günstiger haben. Der Toyota Landcruiser 3.0 D-4D zum Beispiel kostet 36.950 Euro, der Volvo XC90 D3 39.900 Euro und der Hyundai ix55 3.0 V6 CRDi 42.290 Euro.

Auch beim Cayenne ist preislich noch Luft nach unten – wenn man sich für das Basismodell mit V6-Benziner entscheidet (ab 55.431 Euro). Mit 300 PS (220 kW) und einer Beschleunigung von 0 auf 100 Km/h in 7,5 Sekunden ist der vierradgetrieben Porsche bereits flott motorisiert und mit einem Durchschnittsverbrauch von 11,2 Litern pro 100 Kilometer (Tiptronic S: 9,9 Liter) halbwegs genügsam.

Quelle: Autoplenum, 2010-06-19

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