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Testbericht

Stefan Grundhoff, 10. Juni 2018
Die schönsten Geschenke macht man sich meistens selbst. Da macht Porsche keinen Unterschied zur eigenen Familienfeier. Zum 70. Geburtstag zeigen die Schwaben einen 911 Speedster - herzlichen Glückwunsch.

Wieso dieser noch den Zusatz \"Concept\" trägt, mag kaum einleuchten, denn die Speedstermodelle der vergangenen Generationen waren die Elfer-Modelle mit den wohl höchsten Wertsteigerungen. Optisch waren die Speedster-Modelle zumeist Geschmacksache, denn die kurze gedrungene Windschutzscheibe und das pummelige Heck begeisterte nicht alle Porsche- und schon gar nicht alle Elfer-Fans. Das Porsche 911 Speedster Concept soll an den Porsche 356 Nr.1 Roadster erinnern, mit dem am 8. Juni 1948 die Automarke ihren offiziellen Sportwagenursprung erlebte. Die Antriebstechnik unter der zweifarbigen Hülle der Konzeptstudie entstammt den aktuellen GT-Modellen. Entwickelt wurde sie im hauseigenen Motorsportzentrum, wo auch Modelle wie der 911 GT2 RS und der GT3 RS entstanden sind. Wenn der Porsche 911 Speedster zum Serienmodell wird, dann bereits unter der neuen Baureihe 992, die im Herbst diesen Jahres die aktuelle Generation des 991 ablöst.

Von den normalen 911er-Modellen hebt sich das Speedster Concept durch die verkürzten Scheibenrahmen und verkleinerten Seitenscheiben ab. Hinter den Vordersitzen schließt sich eine spezielle Heckabdeckung in Form einer Doppelhutze aus Kohlefaser an. Wie beim Urahn aus den späten 40er Jahren besitzt auch das 911 Speedster Concept anstelle eines Verdecks nur ein leichtes Notdach, das den Innenraum des parkenden Fahrzeugs vor Regen schützt. Innen gibt es weder Navigations- noch Radiosystem oder eine Klimaanlage, doch die schicken Vollschalensitze aus Karbon sind mit braunem Anilin-Leder bezogen. Kotflügel, Fronthaube und Heckabdeckung der verbreiterten Cabriokarosse bestehen aus leichtem Kohlefaser-Verbundwerkstoff. Die Lackierung in den Farbtönen Silber und Weiß zitiert die frühen Rennwagen von Porsche. Nette Details sind der mittig in der Fronthaube platzierte Tankverschluss oder die klassischen Außenspiegel. Das Fahrwerk entstammt dem Sportmodell Porsche 911 GT3 und die 21-Zoll-Felgen präsentieren sich im Fuchs-Design - erstmals mit Zentralverschluss. Angetrieben wird der Doppelsitze von einem über 500 PS starken Sechszylinder-Boxersaugmotor, der bis zu 9.000 U/min dreht.
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Quelle: Autoplenum, 2018-06-10

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