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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 30. Juni 2015
Der US-Porsche-Tuner Singer meldet sich mit einem scharfen Targa auf Basis eines Porsche 964 zurück. Der 390-PS-Dach-Raus-Porsche feierte beim Goodwood Festival of Speed seine Premiere.

Wenn sich Singer eines Porsche annimmt, kommt immer etwas Besonderes dabei heraus. Da war es schon überfällig, dass sich die Kalifornier eines Porsche Targa annehmen. Allerdings kam der Anstoß zu diesem Projekt von einem kanadischen Porsche-Fahrer, der seinem Gefährt etwas Glanz und Schmackes verleihen wollte. Der Motor hat es in sich. Die Spezialisten von Ed Pink haben das 3.6-Liter-Triebwerk des Porsche 964 auf vier Liter aufgebohrt. Jetzt leistet das Aggregat 390 PS und ist mit der Sechsgangschaltung des Porsche 993 verknüpft. Das verwindungssteife Chassis des 964 Targa hilft beim Abstimmen der Öhlins-Federbeine.

Neben der PS-Spritze und der neuen Technik gibt es auch feine Details, die typisch für einen Porsche aus der Singer-Schmiede sind. Der Targa-Bügel besteht aus Nickel, statt wie bei Porsche üblich aus Edelstahl. Wer genau hinschaut, sieht, dass sich zwei Lüftungsschlitze in dem Bügel befinden. Damit will Singer sich von den frühen Porsche 911 Targas absetzen, die drei Lüftungsschlitze haben und auch von den späten, die gar keine hatten. Die goldenen Schriftzüge verleihen dem Bügel und dem Rest des Autos einen besonderen Touch.

Beim Dach ließen sich die Westküsten-Porsche-Tuning-Spezialisten ebenfalls nicht lumpen. Der Kunde kann aus zwei Dächern wählen: Neben dem klassischen herausnehmbaren Targa-Dach hat Singer noch ein zweites ersonnen. Das ist aus Carbon und mit dem Stoff eines Cabrio-Verdecks überzogen. Die Sitze sind mit orangefarbenen Leder inklusive Wildleder-Einsätzen veredelt. Orange ist das große Thema beim Singer-Targa: Neben dem unteren Teil des Armaturenbretts ist auch das zentrale Rundinstrument orange. Das passt hervorragend zu der Lackierung in Targa Grau.

Dass der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen das Treiben der Porsche des US-Tuners nicht immer freudig beobachtet, wird klar, wenn Singer höflich darum bittet, die Autos nicht als "Singer Porsche" zu bezeichnen, sondern als "einen Porsche 911, der von Singer Vehicle Design restauriert wurde". Ob sich diese gespreizte Bezeichnung durchsetzen wird, darf durchaus bezweifelt werden. Ein Singer Porsche wird auch in Zukunft ein Singer Porsche bleiben. Die Macht der Gewohnheit. Daran ändert auch das Porsche-Grollen nichts. Klar ist: Der erste Targa ist der Auftakt. Ein zweiter Targa wird im August beim Edel-Treffen von Pebble Beach stehen. Weitere sollen folgen. Von wegen bügelfrei.
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Quelle: Autoplenum, 2015-06-30

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