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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 13. Dezember 2020
Peugeot elektrifiziert den Traveller. Der legt auch als Personentransporter mit Ledersesseln seine Blaumann-Attitüde nicht gänzlich ab, was aber kein Nachteil ist. Allerdings ist der e-Traveller vor allem mit der kleineren Batterie nur bedingt langstreckentauglich und eher eine Option für Shuttle-Dienste.

Von außen sieht der Peugeot e-Traveller aus wie ein ganz normaler Familien Van. Wenn da nicht die Klappe vorne links, das je nach Blickwinkel blau oder grün schimmernde Löwenemblem und die Typenbezeichnung links hinten am Heck wären. Warum wir dies extra erwähnen? Nun, die Elektro-Variante von Peugeots vielseitigen Transporter hat keine Einschränkungen gegenüber den Versionen mit Verbrennungsmotor, obwohl eine Batterie unter den Boden geschnallt ist. Da hat der Kunde die Auswahl zwischen Akkus mit einer Kapazität von 50 Kilowattstunden oder 75 Kilowattstunden. Das bedeutet, man kommt mit vollen Speicherzellen entweder bis zu 225 Kilometer oder bis zu 322 Kilometer weit (beides nach WLTP-Modus).

Ein Langstreckenreisender wird der e-Traveller mit keinem der beiden Energiespeicher. Wir waren mit der kleinen Batterie unterwegs und schafften keine 200 Kilometer Reichweite. Allerdings war das bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und Autobahnfahrten, die auch mit 120 km/h durchgeführt wurden, der Fall. Bei einem Gewicht der L2-Version von 2.211 Kilogramm saugt das die Batterie über Gebühr schnell leer. Peugeot gibt einen Durchschnittsverbrauch von 26,2 kWh pro 100 Kilometern an, wir kamen auf 30,5 kWh /100 km. Wer mit dem Transporter hauptsächlich in der Stadt unterwegs ist und die Akkus täglich füllen kann, ist mit diesem Großraum-Van gut beraten. Das gilt etwa für Shuttle-Dienste von Hotels. An einer 11 kW-Wallbox vergehen aufgrund des dreiphasigen Onboardladers 4 Stunden und 40 Minuten, bis die Batterie voll ist. Hängt der Franzose an einem 100 kW-Schnelllader, vergeht eine halbe Stunde, bis der Ladezustand 80 Prozent anzeigt.

Das Fahren mit dem e-Traveller ist unspektakulär. Das ist in diesem Fall durchaus positiv, denn die Franzosen machen nicht den Fehler, sich zu verkünsteln, sondern nutzen auch bei dem Nutzfahrzeug das Angebot der PSA-konzernweit genutzten EMP2-Plattform, auf der auch der Opel-Bruder Vivaro-e basiert. Also bietet der elektrische Traveller die Wahl zwischen den bekannten drei Fahrprogrammen: Eco (60 kW / 82 PS, 190 Newtonmeter Drehmoment), Normal (80 kW / 109 PS, 210 Nm) und Power (100 kW / 136 PS, 260 Nm). Wir waren im leeren Elektro-Transporter unterwegs und in der Stadt reichte der Eco-Modus völlig aus, um mitzurollen. Mehr nicht, da der elektrische VW-Bulli Konkurrent im Minimal-PS-Programm recht schwachbrüstig ist. Bei voller Kapelle und außerhalb des urbanen Gebiets bieten sich dann schon die beiden stärkeren Einstellungen an, was natürlich auf Kosten der Reichweite geht. Die kann man mit dem Druck auf den \"B\"-Knopf erhöhen, mit dem die verstärkte Rekuperation aktiviert wird. Um aber maximal viel Energie in die die Akkus zu schaufeln, nutzt man besser ganz klassisch das Bremspedal.

Das Cockpit wartet überfordert den Fahrer mit einer Informationsflut auf. Zwei Rundinstrumente mit einem kleinen Informationsdisplay in der Mitte, ein kleines Head-up-Display mit ausfahrbarer Plastikscheibe und zwei weiteren Anzeigen, das muss genügen. Tut es auch. Bei aller Komfort- und Fahrdienst-Attitüde bleibt der e-Traveller im Grunde seines Wesens ein Nutzfahrzeug und deswegen sollte man sich nicht unbedingt mit einem haptischen Premiumanspruch hinters Steuer setzen. Das sieht man auch am sieben Zoll Touchscreen, der in der aktuell \"Unter zehn Zoll geht gar nichts\"-Displayriege wie ein Mäusekino wirkt, aber seinen Zweck erfüllt. Diese Konzentration aufs Wesentliche zeigt sich auch an der Grafik, die bei der Navigation immerhin TomTom-Echtzeit-Verkehrsdaten bietet. Auf der anderen Seite bietet der Traveller viele Ablagen mit einem Fassungsvermögen von bis zu 74 Litern. Wenn man den Beifahrersitz bei der L2-Version umklappt, passen auch sperrige Gegenstände mit einer Länge von 3,16 Metern in den e-Traveller.

Im Innern des Peugeot e-Traveller lässt es sich durchaus aushalten. Acht Sitzplätze verteilen sich auf eine Fahrzeuglänge von 4.96 Metern. Wer mehr Stauraum braucht, legt einfach die Lehnen des Gestühls um oder nimmt die Sitze ganz heraus. Dementsprechend wächst das Kofferraum-Volumen auf maximal 5.800 Liter. Durch die Schiebetouren kommen die Passagiere ohne große Probleme auf ihre Sitzgelegenheit. Obwohl die akkubetriebene Version des Travellers schwerer ist als die mit Verbrennungsmotor und daher das Fahrwerk straffer abgestimmt werden muss, ist noch genug Komfort vorhanden, dass man nicht bei jedem Schluck aus der Wasserflasche einen prüfenden Blick auf den Asphalt werfen muss.

Auch längere Strecken lassen sich mit dem Peugeot gut bewältigen. Vor allem, wenn man zur Business VIP-Ausstattung greift, die allerdings mit einem Basispreis aktuell 58.877,31 Euro kein Schnäppchen ist. Dafür ist das Gestühl dann aus Leder, vorne beheizbar inklusive Massage-Funktion, die Schiebetüren sind elektrisch, hinten freuen sich die Passagiere über eine eigene Klimaanlage und der Innenraum ist mit Teppichboden ausgelegt. Damit die kostbare Fracht auch sicher ankommt, gibt es eine 180-Grad Rückfahrkamera mit Umgebungsansicht und einen Toter Winkel Assistenten.
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Technische Daten
Antrieb:Vorderradantrieb
Getriebe:Eingang-Automatik
Motor Bauart:Elektromotor
Preis
Neupreis: 58.877,31 € (Stand: 2020-12-13)
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2020-12-13

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