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Testbericht

27. Juli 2012
Haar, 27. Juli 2012 - Eigentlich wirkt er fast ein bisschen brav, der Audi S4. Klar, der Auftritt ist sportlich - mit Bodykit, 18-Zöllern, vier Endrohren und S-typischen Merkmalen wie dem eigenständigen Kühlergrill oder den silbernen Außenspiegelkappen. Nach dem Drücken des Startknopfs schnellen zudem Drehzahlmesser und Tachonadel einmal um die komplette Skala und zurück. Aber es gibt kein lautes Aufheulen des Dreiliter-V6, der fast schon zu zurückhaltend, zu leise agiert. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe wechselt sanft und früh die Gänge. Innerorts sind der sechste Gang und weniger als 1.000 Touren keine Seltenheit. Auf Knopfdruck zum Sportler Es ist aber genau das, was Audi bei seinen Sportmodellen beherrscht wie kaum ein anderer Hersteller: Sie lassen sich einerseits völlig kommod, entspannt und beinahe unauffällig bewegen. Wenn man möchte, dann entwickeln sie sich andererseits zu kräftigen, aggressiven und alles andere als zurückhaltenden Genossen. Das gilt auch für den neuen Audi S4, der im Rahmen des A4-Facelifts neue Schürzen, Scheinwerfer, Rückleuchten und einen veränderten Kühlergrill erhalten hat. Zur reinrassigen Sportlimousine mutiert der S4 jedoch erst auf Knopfdruck. Denn wählt man im - allerdings aufpreispflichtigen - Fahrdynamiksystem "Audi Drive Select" die Einstellung "Dynamic", dann ändert der S4 seine Charakteristik ganz gewaltig. Das Gaspedal spricht merklich spontaner an, die Lenkung agiert direkter. Und die Dämpfer des serienmäßigen Sportfahrwerks verhärten spürbar. Jetzt fährt sich die 4,72 Meter lange und knapp 1,8 Tonnen schwere Limousine in der Tat wie ein Sportler. Der Viertürer beschleunigt agiler und liegt deutlich satter auf der Straße. Die Gänge der S tronic werden länger ausgereizt, nichtsdestotrotz wechseln sie äußerst flink. Wer will, kann über Schaltpaddles am Lenkrad die Gänge auch manuell wechseln, doch das ist nur selten vonnöten. Besonders schön: Beim Herunterschalten ist eine Zwischengasfunktion aktiv, die jeweils ein kurzes Aufheulen mit sich bringt. Der Sound ist im Dynamic-Modus ohnehin viel markanter. Simulierte Fehlzündungen garnieren das Ganze immer wieder mit einem genüsslichen Blubbern. Dreiliter-Kompressor mit 333 PS Unverändert geblieben ist der Motor, ein mittels Kompressor aufgeladener 3.0 TFSI mit 333 PS und einem maximalen Drehmoment von 440 Newtonmeter, das zwischen 2.900 und 5.300 anliegt. Der Benziner ist äußerst kraftvoll und liefert auch jenseits der 200 km/h genügend Power. So sprintet der S4 in zügigen 5,0 Sekunden von null auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 km/h begrenzt. Ein serienmäßiges Start-Stopp-System hilft beim Sprit sparen. 8,1 Liter gibt der Hersteller als Normverbrauch an, unser Testwagen gönnte sich durchschnittlich zwischen 10,5 und 12,5 Liter pro 100 Kilometer. Die Antriebskräfte werden beim S4 permanent an alle vier Räder abgegeben. Das quattro-System ist mit einem selbstsperrenden Mittendifferenzial versehen, das die Momente variabel zwischen den Achsen verteilt. Die radselektive Momentensteuerung sorgt dafür, dass bei dynamischer Gangart ein kurveninneres Rad abgebremst wird, bevor es durchdreht. So lässt sich die Sport-Limo aus Ingolstadt auch bei hohem Tempo problem- und gefahrlos durch Kurven zirkeln.
Überarbeitetes Interieur Innen präsentiert sich der S4 sportlich-luxuriös. Die Armaturentafel ist überwiegend in Schwarz gehalten und wird durch Zierelemente aus Chrom sowie Klavierlack aufgewertet. Die optionalen Sportsitze mit integrierten Kopfstützen und eingeprägtem S4-Logo bieten guten Seitenhalt und überzeugen auch auf langen Fahrten mit Komfort. Das Platzangebot im Fond ist ordentlich, der harte Mittelsitz jedoch nur als Notsitz zu gebrauchen. Gefeilt wurde im Rahmen der S4-Modellpflege an der Bedienung. Neben einem neuen Multifunktions-Lenkrad, einem modifizierten Wählhebel für die S tronic sowie veränderten Reglern für Sitzheizung und -klimatisierung wurde beim Multimediasystem MMI Navigation plus (kostet 2.810 Euro extra) die Zahl der festen Tasten für die Hauptmenüs von acht auf vier reduziert. Der Lautstärkeregler - rechts neben dem Schalthebel platziert - wurde zu einem kleinen Joystick umgerüstet, mit dem sich der nächste Musiktitel oder ein anderer Radiosender anwählen lässt. Kaum direkte Konkurrenz Passende Konkurrenten gibt es für den Audi S4 nur wenige. Die Sportversionen von BMW (M3) beziehungsweise Mercedes (C 63 AMG) bieten deutlich über 400 PS und konkurrieren eher mit den RS-Modellen von Audi. So bleiben der 325 PS starke Opel Insignia OPC sowie die hochmotorisierten Modelle BMW 335i mit 306 PS, Mercedes C 350 mit 306 PS oder Volvo S60 T5 mit 304 PS. Den drei Letztgenannten fehlt jedoch die sportliche Note des Audi. Zu haben ist der S4 ab 54.900 Euro. Immer mit an Bord sind Sportsitze mit Leder-/Alcantara-Bezug, eine Klimaautomatik und Xenonscheinwerfer. Aufpreispflichtig sind hingegen sämtliche Assistenzsysteme wie der aktive Spurhalteassistent, der Totwinkelwarner, der Abstandstempomat oder selbst die Einparkhilfe für hinten.
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Technische Daten
Antrieb:Allradantrieb
Anzahl Gänge:7
Getriebe:Doppelkupplungsgetriebe
Motor Bauart:Ottomotor in V-Form mit Benzindirekteinspritzung und Kompressor-Aufladung
Hubraum:2.995
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:6
Leistung:245 kW (333 PS) bei UPM
Drehmoment:440 Nm bei 2.900 bis 5.300 UPM
Preis
Neupreis: 54.900 € (Stand: Juli 2012)
Fazit
Der Audi S4 bietet eine nahezu perfekte Symbiose aus alltagstauglicher und sportlicher Mittelklasse-Limousine. Der Dreiliter-Benziner sorgt wahlweise für eher zurückhaltenden oder richtig aggressiven Vortrieb, bietet aber immer ausreichend Power, um dem S4 ordentlich die Sporen geben zu können. Auch das Fahrwerk lässt sich - zumindest in Kombination mit Audi Drive Select - je nach Fahrweise und Vorlieben konfigurieren. Wer sich noch mehr Dynamik und noch mehr Leistung wünscht, der muss zu einem der RS-Modelle greifen, von denen es aber aktuell keine Limousine gibt.
Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-news, 2012-07-27

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