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Testbericht

Stefan Grundhoff, 18. Juni 2019
Mit seinem Zafira setzte Opel vor 20 Jahren einen wahren Trend. Doch für Familienvans interessiert sich heute so recht niemand mehr. Kurzerhand macht Opel aus seinem einstigen Kompaktklassemodell einen großen Transporter für neue Kunden.

Die deutsche Konkurrenz hatte dem Opel Zafira Ende der 90er Jahre nichts entgegenzusetzen. Bei kompakten Abmessungen bot die erste Generation Platz für bis zu sieben Personen. So etwas hatte man bisher allenfalls von japanischen Herstellern eine Nummer größer gekannt. Weder Volkswagen noch Ford hatten etwas adäquates zu bieten und mussten ebenso nachlegen wie später die Premiumhersteller BMW oder Mercedes mit Active Tourer oder B-Klasse. Doch die Zeit der Familienvans ist vorbei, denn alle strömen mittlerweile in die allgegenwärtigen SUV-Segmente. In nicht einmal fünf Jahren verlor die Klasse von Zafira, C-Max und Co. mehr als die Hälfte ihrer Kunden. Kein Wunder, dass Opel ebenso die Reißleine zieht, wie die direkten Wettbewerber und den Zafira nach oben drückt und zu einem Großraumvan macht. Da kommt die neue Konzernmutter PSA gerade recht, denn die hat mit Peugeot Traveller und Citroen Spacetourer zwei Vans im Angebot, die jeweils in drei Längen von 4,60, 4,95 und 5,30 Metern im Angebot sind.

So ist auch die vierte Generation des Opel Zafira nicht wiederzuerkennen, denn sie ist größer und variabler denn je. Der neue Zafira Life ist ein echter Großraumvan, der ebenfalls mit drei Radständen verfügbar ist und sich zukünftig mit so groß gewachsenen Konkurrenten wie dem VW Transporter oder der Mercedes V-Klasse auseinandersetzt. Das Ladevolumen des Zafira Life liegt je nach Modell und Sitzkonfiguration zwischen 1.500 und 4.900 Litern. Technisch ist der Van auf der EMP2-Plattform von PSA unterwegs, die auch Modelle wie den Peugeot 308 beheimatet. Angetrieben wird er dabei von Dieselmotoren mit 1,5 oder 2,0 Litern Hubraum. Während das einzig mit einer Länge von 4,95 Metern verfügbare Basismodell mit kargen 102 PS angeboten wird, dürften sich die Zweiliter-Diesel mit 150 PS als Handschalter und 177 PS mit einer achtstufigen Getriebeautomatik wohl deutlich größerer Nachfrage erfreuen.

Besonders vom Topmodell mit 177 PS, 400 Nm maximalem Drehmoment und einer Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h versprechen sich die Rüsselsheimer einiges. Er soll gerade in den Versionen mit 4,95 und 5,30 Metern nicht nur Familien erfreuen, sondern auch als VIP-Transporter und Shuttlemodell neue Kunden finden. Das Fahrwerk ist betont komfortabel und verzichtet anders als beispielsweise die Mercedes V-Klasse auf eine optionale Luftfederung. Der zwei Liter große Commonraildiesel ist dabei gerade aus niedrigen Drehzahlbereichen überaus kraftvoll unterwegs. So munter, dass die Vorderräder mitunter Mühe haben, die Kraft auf den Boden zu bekommen. Da passt es gut, dass die Franzosen dazugelernt haben. Wie die Konkurrenz ist auch der Opel Zafira Life auf Wunsch mit einem Allradantrieb zu bekommen, den 4x4-Experte Dangel beisteuert. Die Getriebeautomatik macht dabei einen ordentlichen Job; kann über das laute Geräuschniveau des Vierzylinders jedoch nicht hinwegtäuschen. Der Normverbrauch liegt je nach Rädern, Gewicht und Karosserievariante zwischen 7,0 und 8,1 Liter Diesel. Ab Anfang 2021 wird es den Zafira Life zudem mit einem Elektroantrieb geben, der ihn besonders als Nutzfahrzeug für Shuttledienste oder Handwerker interessant macht.

Überaus variabel zeigt sich der Innenraum des Opel Zafira Life. Je nach Gesamtlänge gibt es zwischen fünf und neun Sitzplätzen inkl. zahlreicher Stromstecker, Ablagen und auf Wunsch Einzelsitzen oder einem Panoramadach. Wer die Lehne des Beifahrersitzes umklappt, kann bis zu 3,50 Meter lange Gegenstände durchladen. Um das Kofferraumvolumen im kurzen Zafira Life S auf 1.500 Liter zu erhöhen, lassen sich die Sitze der dritten Reihe komplett umlegen. Das Herausnehmen der Sitze erhöht hier die Ladekapazität auf bis zu 3.397 Liter. In der Topausstattung des Zafira Life gibt es für die Versionen mit längerem Radstand beheizbare Vordersitze mit Massagefunktion und vier Ledersessel mit komfortablen 48 Zentimetern Sitzbreite, die sich versetzen lassen. Passagiere können sich so mit entsprechender Beinfreiheit auch gegenübersitzen. Ein ebenfalls beweglicher Tisch lässt sich darüber hinaus im Handumdrehen zusammenklappen und dann als zusätzlicher Stauraum für Kleinkram verwenden. Nur gegen Aufpreis lassen sich die beiden Schiebetüren elektrisch bedienen oder die Heckscheibe separat öffnen. Eine elektrische Öffnung der kompletten Heckklappe wird nicht angeboten. Nicht zeitgemäß ist ein sieben Zoll großer Touchbildschirm oder das mäßige Navigationssystem. Immerhin kann man das eigene Mobiltelefon koppeln und bekommt wertvolle Infos in dem ausfahrbaren Head-Up-Display angezeigt, das die insgesamt 13 Fahrerassistenzsysteme ergänzt. Basispreis für den 102 PS starken Opel Zafira Life M 1.5 Diesel liegt bei 34.660 Euro. Kauftipp ist der Zafira Life 2.0 Diesel M mit 177 PS ab 51.750 Euro, der zudem 2,5 Tonnen schwere Anhänger ziehen kann.
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Technische Daten
Antrieb:Frontantrieb
Getriebe:Achtgangautomatik
Motor Bauart:Vierzylinder Commonrail-Diesel
Hubraum:2000
Preis
Neupreis: 51750 € (Stand: 2019-06-18)
Testwertung
3.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2019-06-18

Getestete Modelle
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