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Testbericht

Stefan Grundhoff, 11. Juli 2012
Opel will raus aus den Negativschlagzeilen und das geht am besten mit neuen Produkten. Selten waren die Erwartungen so groß wie an den neuen Opel-Einsteiger mit Namen Adam.

In Sachen Modellnamen hat Opel bei seinen letzten Modellen kein allzu glückliches Händchen gehabt. Erst präsentierten die Rüsselsheimer einen kleinen Crossover mit dem wenig überzeugenden Namen Mokka und nun soll es im Kleinstwagensegment der Adam richten. Abgesehen von der Modellbezeichnung, die auch im wenig weltstädtischen Rüsselsheim mit großer Inbrunst als englisches "Adam" ausgesprochen wird, hat der neue Opel-Einsteiger das Potenzial zum Erfolgsmodell zu werden. Neben Opel Agila und Opel Corsa soll er mit einer Länge von knapp 3,70 Metern in die Lücke stoßen, in der sich trendige Großstädter zu Hause fühlen.

Damit tritt der Opel Adam, der mit drei Benzin-Motorisierungen von 70, 87 und 100 PS erhältlich ist, nicht nur gegen das junge Volkswagen-Konzerntriumvirat aus VW Up, Skoda Citigo und Seat Mii an, sondern auch gegen Trendmobile wie den Fiat 500 oder die Modelle der Mini-Familie. Das dürfte sich auch preislich bemerkbar machen, denn Design und Ausstattung wollen sich die Adam-Schöpfer entsprechend bezahlen lassen. Einen Einstieg unter 10.000 Euro wie beim Volkswagen-Trio wird es daher nicht geben. Vielmehr dürfte sich der Opel Adam am bekannten Corsa orientieren, der in den offiziellen Verkaufslisten bei knapp 12.000 Euro startet. Viel günstiger dürfte auch der Adam kaum werden und mit seinem schmucken Design ebenfalls kräftig im eigenen Opel-Teich fischen.

Der Opel Adam will mehr sein als ein rundlicher Frauenversteher mit Kulleraugen. Die ein oder andere muskelartig geformte Kante hat sich so an Front und Seitenlinie verloren. Hier fallen neben dem schmucken Gesicht unter anderem die sichelförmige Sicke im unteren Türbereich und die Detaillinien um die Türgriffe auf. Der Kunde hat die Wahl zwischen Rädern im Format 16, 17 oder 18 Zoll. Nicht nur die optional kontrastfarbigen Bügel, die das Dach halten, erinnern an den Audi A1, gegen den Adam ebenfalls kämpft. Auch bei Ausstattungsdetails und Individualisierung kratzt der Adam an der Premiumkonkurrenz von Audi A1 oder Mini. Lenkradheizung, die drei verschiedenen Themenwelten Jam, Glam und Slam für den Innenraum, ein LED-Sternenhimmel oder das vernetzte Entertainmentsystem inkl. sieben Zoll großem Touchscreen-Bildschirm lassen die Rüsselsheimer von einem dringend benötigten Klassensprung träumen. Zudem gibt es Details wie Einparkautomatik oder Totwinkelwarner.

Da passt schlecht ins Konzept, dass die Triebwerke mit 1,2 und 1,4 Litern Hubraum alles andere als modern sind, die Fahrzeuge jedoch nur optional über eine Start-Stopp-Automatik und serienmäßig nur über eine Fünfgang-Handschaltung verfügen. Mehr Hightech-Antriebe inkl. Turboaufladung kommen erst mit Verzögerung. Seine Weltpremiere feiert der in Eisenach produzierte Opel Adam auf dem Autosalon in Paris. Marktstart ist Anfang 2013. Die Einstiegspreise dürften knapp unter 12.000 Euro beginnen.
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Quelle: Autoplenum, 2012-07-11

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