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Autoplenum, 2011-04-21

New York Motorshow 2011 - Zwischen den Welten

Testbericht

Stefan Grundhoff

Mercedes Concept A, Chevrolet Malibu und BMW 6er Coupé und VW Beetle: So viele Weltpremieren hatte die New York Autoshow selten zu bieten. Big Apple lässt 2011 die Muskeln spielen. Schließlich will man gegenüber der zeitgleich stattfindenden Shanghai Motorshow nicht alt aussehen.

So wenig schmackhaft wie in diesem Jahr ist den Veranstaltern der New York Autoshow noch nie ins Essen gespuckt worden. Kurz nachdem diese den Veranstaltungstermin der 2011er Auflage mitgeteilt hatten, gab es aus Shanghai eine schallende Ohrfeige. Die dortigen Initiatoren eröffneten ihre Messetore einen Tag vorher. Ein Spießrutenfliegen für zahlreiche Hersteller begann. Beide Messe sind wichtig und mit niemandem will man es sich verscherzen. So war der erste Messetag der Shanghai Motorshow 2011 noch nicht einmal beendet, da saßen viele Verantwortliche der Autohersteller bereits im Direktflug von Shanghai nach New York. Nach 14 Stunden Flug die gleiche Show – nur auf einem anderen Kontinent. Selten war die Automobilwelt globaler als in diesen Tagen. Zwar gibt es am Veranstaltungsort, dem Jacob Javits Center, keine 1.000 Auto und mehr als 75 Weltpremieren zu bestaunen, doch in der US-Metropole New York will niemand gerne patzen. Immerhin strahlen hier auch 30 Welt- und 25 US-Premieren. Ungewöhnlich für New York präsentiert sich eben alles ein paar Nummern kleiner in Shanghai. So ist die neue automobile Weltordnung.

Den mächtigsten Spagat gab es bei Mercedes-Benz. Die Stuttgarter eröffneten unweit des südlichen Central Parks am Vorabend der New York Autoshow ihr neues Markencenter. Einige der Gäste hatten die Weltpremiere des Mercedes Concept A an diesem Dienstag bereits auf einem anderen Kontinent erlebt; auf der Shanghai Motorshow einen halben Zeitsprung zurück. Bei Jaguar / Land Rover sah es kaum anders aus. Jaguar-Chef Ralf Speth hatte am Mittag noch auf der Shanghai Motorshow Hände geschüttelt und die Neuheiten auf der wichtigsten Automesse Asiens unter die Lupe genommen. Ein paar Stunden später blickt er beim Abendevent im Meatpacking District auf einen knallroten Range Rover Evoque. Neben dem neusten Range Rover packen die indischen Briten in New das große Besteck aus. Jaguar XF und Jaguar XK wurden nachgeschärft und der 300 km/h schnelle Torpedo vom Typ XKR-S enthüllt.

Die New York Autoshow präsentiert in diesem Jahr eine Reihe von Doppelpremieren. Star der Messe ist zumindest aus europäischer Sicht der realitätsnahe Ausblick auf die neue Mercedes A-Klasse. Die kommt schnittiger und dynamischer als je zuvor um die Ecke und kann nunmehr ernsthaft Audi A3, BMW 1er oder VW Golf angreifen. Auch für den US-Markt scheint der sportliche Dreitürer ab 2012 eine reale Option zu sein. Während es sich beim Mercedes Concept A um eine Studie der A-Klasse handelt, die im Frühjahr 2012 ihre Publikumspremiere feiert, ist das leistungsstarke AMG-Doppel auf dem Messestand in Big Apple bereits straßentaugliche Realität. Während das Mercedes C 63 AMG Coupé noch von dem bekannten 6,2-Liter-Saugertriebwerk zu Bestleistungen gescheucht wird, wurde dem E 63 AMG der neue V8-Doppelturbo implantiert. Dabei hat der Kunde die Wahl, ob es 525 oder gleich 557 PS sein sollen. Einen um 20 Prozent reduzierten Verbrauch gibt es bei beiden. In der gleichen Fahrzeugklasse tritt Jaguar mit seinem erfolgreichen XF an. Ein bissigerer Blick und ein leicht modifiziertes Heck sollen den XF mehr an die ehemalige Detroit-Studie C-XF heranrücken. Unwichtig für den US-Markt, doch mehr als sinnvoll für die Kunden in Europa: ab Herbst ist der Jaguar XF auch mit einem 190 PS starken Vierzylinder-Commonrail-Diesel zu bekommen. Achtgang-Automatik und Start-Stopp-Funktion sollen Verbrauch von 5,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer realisieren.

Einige Hersteller wagen kurz vor Ostern den Spagat und stellen ihre neuesten Modelle zeitgleich in Shanghai und New York aus. So feierte der neue VW Beetle nicht nur in Shanghai seine Weltpremiere, sondern eben auch in Downtown Manhattan. Serienfahrzeuge wie das BMW 6er Coupé, der neue Subaru Impreza, der 550 PS starke Porsche Panamera Turbo S oder Chevrolet Malibu tanzten ebenfalls auf zwei unterschiedlichen Kontinentalhochzeiten. Auf der New York Autoshow feiert wie einen Tag zuvor in Shanghai der neue Malibu seine Weltpremiere. Zum ersten Mal soll der Massen-Chevy zum weltweiten Volumenauto werden. Geplant ist eine Einführung in rund 100 Ländern auf allen Kontinenten. Kein Wunder, dass bereits bei der Weltpremiere von zehn Motorvarianten die Rede ist. Nett anzuschauen sind die leichten Designanlehnungen an den Chevrolet Camaro. In der gleichen Klasse tritt der neue Subaru Impreza an, der in New York als Limousine und fünftürige Schrägheckversion seine Weltpremiere feiert.

Eine internationale Renaissance scheinen auf dem US-Markt die Mittelklasselimousinen zu erleben. Kia zeigt auf der Motorshow die Stufenheckversion des Rio. Ein neuer Wettbewerber für die preiswerte Kompaktklasse, in der sich bevorzugt Hersteller aus den USA und Japan tummeln. Angetrieben wird der Suzuki Kizashi EcoCharge Concept von einem 2.0-Liter-Benzinmotor mit 144 PS und Sechsgang-Automatik. Anstelle der Lichtmaschine wurde ein flüssigkeitsgekühlter Elektromotor installiert, der 11 KW / 15 PS liefert. Die Energiespeicherung erfolgt in luftgekühlten 115 V-Lithium-Ionen-Batterien. Der Elektromotor unterstützt nicht nur den Benzinmotor mit zusätzlicher Leistung, sondern dient dank seines Riemenantriebs auch der Energieerzeugung. In Sachen Hybrid will sich verstärkt auch Honda einen Namen machen. Die mittlerweile neunte Generation des Honda Civic wurde auf der New York Motorshow in gleich fünf Varianten enthüllt.

Ähnlich wie Mercedes und Jaguar hat auch Lexus die New York Autoshow zu einer seiner Lieblingsmessen auserkoren. Auf der diesjährigen Show zeigt der edle Toyota-Ableger die realitätsnahe Studie des Lexus LF-Gh, natürlich mit Hybridantrieb. Der LF-Gh orientiert sich nicht nur beim markigen Frontdesign am mittlerweile eingeführten Kompaktklassemodell Lexus CT 200h. Bei der Heckansicht lassen sich Ähnlichkeiten zum Vorgänger des aktuellen 5er BMW kaum verhehlen. Die Bayern zeigen sich am Hudson ohne Not betont zurückhaltend. Das 6er Coupé ist auch in New York eines der schönsten Messemodelle. Wer es kleiner und offener mag, genießt den BMW Z4 28i mit dem aufgeladenen Vierzylinder, der bereits den BMW X1 zu sportlichen Höchstleistungen beflügelt. Noch leistungsstärker als der 265 PS starke Power-Roadster von BMW präsentiert das Topmodell der Grand-Cherokee-Modellreihe von Jeep. Mit seinem 470 PS starken SRT-8 bekommt der Grand Cherokee das goldene Sportabzeichen verliehen.

Quelle: Autoplenum, 2011-04-21
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