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Testbericht

Jürgen Wolff, 26. Juni 2017

Mit dem kompakten SUV Arona will Seat vor allem eine junge Kundschaft erreichen. Individualisierbarkeit und viel Elektronik sollen da ebenso helfen, wie höher Alltagsnutzen.

Das echte SUV-Gefühl mag sich nicht so richtig einstellen, nimmt man auf dem Fahrersitz des neuen Seat Arona Platz. Man steigt nicht hoch und genießt die Übersicht über das Verkehrsgeschehen ringsum, sondern läßt sich nieder in einen Kleinwagen. Es läßt sich nicht wirklich verleugnen, dass in dem Crossover eigentlich als Basis der frisch aufgelegte Seat Ibiza steckt. Da hilft auch nur bedingt, dass der Fahrersitz gegenüber dem Ibiza um 52 mm und die Bodenfreiheit um 15 mm erhöht wurden.

Dabei macht der Arona schon auf den ersten Blick durchaus was her, wenn man ihn sich zum Beispiel von der Seite ansieht: Mit 4.138 mm ist er fast acht Zentimeter länger als der Ibiza und in der Höhe überragt der SUV den Stadtflitzer glatt um fast zehn Zentimeter. Quadratisch, zackig - das Design zeigt wie bei Seat üblich eine scharf geschnittene Linienführung. Vorne dominieren LED-Scheinwerfer und das Tagfahrlicht in der Dreiecks-Optik, das auch als Blinker dient, hinten LED-Rückleuchten. Die Offroad-Optik allerdings täuscht: In der Regel läuft der Arona ganz unspektakulär mit Frontantrieb. Allenfalls die Topmodelle werden künftig vielleicht auch mit Allradantrieb angeboten werden - aber das ist eher Spekulation.

Innen bietet der Arona ordentlich viel Platz - nicht nur in der ersten Reihe. Selbst, wenn die Vordersitze ganz nach hinten verschoben sind, hat man auch als Erwachsener auf der Rückbank noch mehr Kniefreiheit, als in so mancher Mittelklasselimousine. Dank der hohen Karosserieform macht auch die Kopffreiheit keine Probleme. Und der Laderaum gehört mit 400 Litern zu den größten in der Fahrzeugklasse. Nur die Sitzauflage vorne, so der erste Eindruck, dürfte etwas breiter sein.

Die Zahl der Anzeigeinstrumente, Knöpfe und Schalter - eher übersichtlich. Das meiste wird über die große Touchscreen in der Mitte des Cockpits eingestellt. Vor dem Fahrer: Tacho und Drehzahlmesser in herkömmlichem Analog-Design. Die Mittelkonsole ist etwas erhöht, damit der Gangwahlhebel gut in Griffweite liegt. Zumindest bei den Präsentationsmodellen machen Qualität und verbaute Materialien einen guten ersten Eindruck.

Seat will vor allem mit Individualisierbarkeit und einem in dieser Fahrzeugklasse ungewöhnlich umfangreichen Bündel an Assistenzsystemen punkten. Zweifarbigkeit gehört dazu (mit 68 möglichen Farbkombinationen), flockige Ausstattungspakete und dynamische Anbauteile. Unter den Assistenten besonders erwähnenswert: das Parkmanagement. Der Seat findet nicht nur selbstständig eine Lücke und parkt automatisch ein, sondern warnt auch noch per App vor einem Überschreiten der Parkzeit.

Seat zielt auch mit dem Arona auf ein vor allem junges Publikum. Entsprechend hochgerüstet sind Infotainmentsystem und Vernetzung. Apple CarPlay, AndroidAuto und MirrorLink gehören zum Angebot ebenso wie ein Soundsystem von BeatsAudio, das über acht Kanäle, sechs Lautsprecher und einen Subwoofer im Kofferraum 300 Watt in die Gehörgänge der Insassen knallt.

Wer etwas über die Motoren wissen will, dem genügt ein Blick hinüber zum Ibiza und ins VW-Konzernregal. Dominieren werden demnach vor allem die kleinen Dreizylinder mit einem Liter Hubraum und Leistungen von 95 und 115 PS sowie der 1,4-Liter-Diesel mit 95 und 115 PS. Darüber stehen ein Vierzylinder-Benziner mit 1,5 Liter Hubraum, der auf 150 PS kommt. Alle Motoren werden per Turbolader aufgepeppt, Start-Stopp-System ist serienmäßig. Fehlt irgend wann schließlich noch der Arona Cupra, der als sportlichste Version rund 200 PS leisten könnte. Ab Mitte 2018 wird auch ein Erdgas-Modell mit 90 PS im Angebot sein. Eine Hybrid- und eine Elektroversion steht erst in rund drei Jahren auf der Agenda.

Der kleine Arona soll nicht nur dem Renault Capture, dem Peugeot 2008, dem Opel Mokka oder dem Nissan Juke Kunden abgraben. Er positioniert sich innerhalb des VW-Konzerns auch gegen den künftigen Polo-SUV T-Cross, der zusammen mit dem Arona im spanischen Martorell vom Band laufen wird. Basis ist hier wie da der Modulare Quer Baukasten (MQB - A0) - die Allzweckwaffe der Wolfsburger Markenpalette. Zu welchem Preis der Arona ab Herbst 2017 bei den Händlern stehen wird, ist noch nicht offiziell - inoffiziell ist von 16.000 Euro plus die Rede.

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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: Autoplenum, 2017-06-26

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