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Testbericht

Stefan Grundhoff, 1. April 2009
Die neue Mercedes E-Klasse ist erst ein paar Tage auf dem Markt, da stellen die Schwaben bereits ihre neue Sportversion vor - den E 63 AMG. Das zahme Äußere deutet nur sehr dezent auf seine über 500 PS hin.

Mercedes positioniert die neue Mercedes E-Klasse als souveräne Business-Limousine und als das wohl sicherste Fahrzeug der Welt. Sparsam soll der junge Stuttgarter ganz nebenbei auch noch sein. Doch ohne sportliches Image und entsprechende Dynamik braucht man ein Volumenmodell heute gar nicht mehr auf den Markt zu bringen. Wie groß der Druck selbst auf die Aushängeschilder der deutschen Automobilbranche ist, zeigt die zeitnahe Präsentation des E 63 AMG. Die sportlichste E-Klasse aller Zeiten feiert Ihre Weltpremiere in der nächsten Woche auf der New York Autoshow. Bereits die Rahmendaten zeigen, dass mit der neuen Sportlimousine aus Affalterbach nicht zu spaßen ist.

Von den Serienmodellen der Mercedes-Benz E-Klasse unterscheidet sich der neue E 63 AMG unter anderem durch ein komplett neu entwickeltes Sportfahrwerk mit elektronisch geregelter Dämpfung und neuer Vorderachse. Optisch hat sich im Vergleich zur normalen E-Klasse wenig getan. Wer sich auskennt, sieht eine verbreiterte Spur sowie die geänderte Frontschürze mit LED-Tagfahrleuchten, denen über Nacht der Bogen genommen wurde. In flacher Ausprägung sollen diese nicht nur im Rückspiegel des Vordermannes für einen sportlichen Auftritt sorgen. Die Haube ziert jedoch nach wie vor ein erhabener Stern und auch an Seite und Heck hat sich abgesehen von halbwegs dezenten Schwellern kaum nennenswertes verändert. Das AMG-6.3-Schild am vorderen Kotflügel und die vierflutige Auspuffanlage zeigen beim zweiten Hinsehen zusammen mit dem polierten 18-Zoll-Radsatz dann doch, dass man sich nur bei entsprechend eigener Motorisierung mit einem E 63er anlegen sollte.

Die Technik des neuen E 63 AMG stammt zu großen Teilen aus dem vor einem Jahr überarbeiteten Roadster SL. Angetrieben wird der E 63 AMG von einem 6,3 Liter großen V8-Sauger mit 386 kW/525 PS und einem maximalen Drehmoment von 630 Newtonmetern. Übernommen wurde jedoch nicht nur der Motor selbst, sondern auch die Getriebekombination AMG Speedshift 7-Gang. Das Automatikgetriebe besitzt statt des gewöhnlichen Drehmomentwandlers eine nasse Anfahrkupplung. Der Vortrieb des E 63 lässt sich über vier unterschiedliche Fahrprogramme beeinflussen. Neben dem Automatikmodus kann der Pilot jederzeit manuell über Lenkradpaddel in den Schaltvorgang eingreifen. Im manuellen Modus ermöglicht das automatisierte Sportgetriebe Schaltvorgänge in rund 100 Millisekunden. Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft der schwäbische Hecktriebler so in 4,5 Sekunden. Für eine Sportversion eher unangemessen wird die Höchstgeschwindigkeit bei 250 km/h abgeriegelt.

Für die Sportwagenfraktion weniger interessant - aber trotzdem allemal zeitgemäß - ist eine Steigerung der Effizienzmaßnahmen. Trotz der Mehrleistung von elf PS gegenüber dem Vorgänger wurde der Kraftstoffverbrauch des 6,2 Liter großen Achtenders um über zehn Prozent gesenkt. So soll sich der Schwabenexpress durchschnittlich mit 12,6 Litern SuperPlus auf 100 Kilometern zufrieden geben. Möglich wurde dies unter anderem durch Bremsenergie-Rekuperation und ein geändertes Generatormanagement.

Der gesteigerten Motorleistung und den veränderten Fahrbedingungen angepasst wurde auch das Fahrwerk. Vorne verfügt der AMG über eine neu entwickelte Achse mit Federbeinen aus Stahl und einer um 5,6 Zentimeter verbreiterten Spur. Die Hinterachse ist über eine besonders fein ansprechende Luftfederung mit der Karosserie verbunden. Ein elektronisch geregeltes Dämpfungssystem variiert je nach Fahrbahnuntergrund und Fahrsituation die Dämpferkennung und reduziert so die Wankwinkel der Karosserie.

Wer noch mehr Sportlichkeit möchte, kann den E 63 AMG zur Kraftkur ins Performance-Studio schicken. Die Sportabteilung bestückt die Familienlimousine unter anderem mit einem 19-Zoll-Radsatz, einem geänderten Performance-Fahrwerk, Sperrdifferenzial, Abrisskante am Heckdeckel sowie einem Rennlenkrad.

Der Preis des neuen Mercedes E 63 AMG steht noch nicht fest. Das Vorgängermodell startete bei rund 100.000 Euro. In diesem Rahmen dürfte sich angesichts der starken Konkurrenz auch der Basispreis des Nachfolgers bewegen. Der Mercedes E 63 AMG kommt im August in den Handel.
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Quelle: press-inform, 2009-04-01

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