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Testbericht

Stefan Grundhoff, 24. Oktober 2016
Mit dem neuen Countryman komplettiert Mini seine Familie. Nachdem die zweite Clubman-Generation als Hoffnungsträger nur wenige Fans findet, hängt nur alles am SUV.

Beim ersten Countryman hatten noch viele Mini-Fans gefrotzelt. Zu wenig Mini, einfach zu Maxi und dann irgendwie ein Kleinwagen auf Steroiden. Doch allen Unkenrufen zum Trotz wurde der von Magna Steyr produzierte Mini Countryman ein voller Erfolg und fuhr Nase an Nase mit dem dreitürigen Kernmodell an der Spitze des mittlerweile schmaler gewordenen Modellportfolios. Pro Jahr wurden durchschnittlich mehr als 100.000 Fahrzeuge verkauft - insgesamt über 540.000 Stück. Rund jeder dritte Mini weltweit war so ein Countryman und somit einer, der alles andere als mini im eigentlichen Sinne war.

Die zweite Generation präsentiert sich wenig überraschend deutlich erwachsener als bisher. Technisch ist der Mini Countryman eng mit dem BMW X1 und dem BMW 2er Active Tourer verwand. Die im Hause BMW so genannte UKL-Plattform für Front- und Allradantrieb hatte schon Mini Drei-, Fünftürer sowie Cabrio und Clubman ein neues Zuhause gegeben. 20 Zentimeter länger als sein Vorgänger greift der Countryman nun insbesondere mit mehr Platz im Innenraum in der derzeit besonders beliebten Klasse der Einsteiger-SUV an. Erstmals gibt es ernsthaft fünf vollwertige Sitzplätze sowie einen variablen Laderaum und die allzu lange schmerzlich vermisste elektrische Heckklappe. Doch der zwei Mini Countryman wuchs nicht nur auf eine Gesamtlänge von 4,30 Metern und tritt damit nunmehr in der kompakten Golf-Klasse an; er legte auch in der Breite um drei Zentimeter zu während der Radstand um 7,5 Zentimeter wuchs - alles Platz, der speziell den Insassen zugutekommt. "Der neue Mini Countryman ist grundsätzlich größer geworden. Trotzdem konnten die MINI typischen Proportionen beibehalten werden.", sagt Julius Schluppkotten, Projektleiter des Countryman. Bisher war die Innenbreite überschaubar und der Reisekomfort im Fond kaum ein solcher. Die Rücksitze lassen sich um 13 Zentimeter in der Länge verschieben und er Laderaum von 450 auf bis zu 1.390 Liter Stauraum erweitern.

Seine offizielle Weltpremiere feiert der Mini Countryman Mitte November auf der Los Angeles Autoshow; Marktstart ist dann im Februar 2017. Zunächst werden fünf Motorvarianten angeboten. Die bekannten Triebwerke von Cooper und Cooper S leisten mit drei bzw. vier Zylindern 136 bis 192 PS. Die Dieselversionen werden von einem zwei Liter großen Vierzylinder mit 150 oder 190 PS angetrieben und sind je nach Motorvariante mit Sechsgang-Handschaltung oder Sechs- bzw. Achtgang-Getriebeautomatik zu bekommen. Alle Motorvarianten werden optional mit einem neu entwickelten Allradantrieb angeboten. Neu im Programm ist eine Version mit Plug-In-Hybrid, die das Herz des BMW 225 xe in sich trägt. Hierbei versorgt ein 1,5 Liter großer Dreizylinder-Turbobenziner die Vorderachse mit 100 kW / 136 PS, während ein 65 kW / 88 PS starkes Elektromodul die Hinterachse mit Energie versorgt. Die Gesamtleistung des Systems liegt somit bei 165 kW / 225 PS und einem maximalen Drehmoment von 385 Nm. Sein Normverbrauch: 2,1 Liter Super.

Das Cockpit orientiert sich mit seinem Design weitgehend an den anderen Mini-Versionen, ist jedoch weniger zerklüftet und wertiger als in Dreitürer oder Clubman. Neu ist zudem der erstmals verfügbare Touchscreen, der den normalen Touchcontroller auf dem Mitteltunnel ergänzt. Serienmäßig gibt es jedoch nicht mehr als ein Radio mit vierzeiligem Display und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Optional sind Navigationsbildschirme mit 6,5 und 8,8 Zoll großem Display im Angebot.

Nachdem sich der Always Open Timer beim Mini Cabrio seit seinem Start einer großen Beliebtheit erfreut, gibt es für die Mini Countryman Modellreihe ein ähnliches Spielzeug, das Fahrten auf unebenen, verschneiten oder unbefestigten Wegen addiert. "Auf dem Bordmonitor kann der Fahrer dann ablesen, wie lange er auf diesen Strecken gefahren ist und wie intensiv", erläutert Julius Schluppkotten. Die Analyse der Fahrsituation erfolgt anhand von Daten, die das Steuergerät der Dynamischen Stabilitäts Control zur Verfügung stellt. So lässt sich ermitteln, wie schnell und wie ausdauernd der Countryman den Status des "Street Cruiser" ablegt und der Kategorie "Cliff Champ" entgegenstrebt. Die anderen Komfort- und Sicherheitsausstattungen teilt sich die zweite Generation des Mini Countryman mit dem bisher glücklosen Clubman. So gibt es unter anderem Head-Up-Display, verschiedene Fahrmodi, Abstandstempomat, Verkehrszeichenerkennung, Rückfahrkamera oder LED-Scheinwerfer.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: Autoplenum, 2016-10-24

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