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Testbericht

Wolfgang Gomoll, 5. Dezember 2016

Herr Steiner, bringen Sie Licht ins Dunkel der zukünftigen E-Mobilitäts-Strategie des VW Konzerns. Werden Audi und Porsche zukünftig bei den Sportwagen eine gemeinsame E-Plattform nutzen oder kocht jeder weiterhin sein eigenes Süppchen?

Michael Steiner: Momentan stecken wir mitten in der Entwicklung der Plattform für den Mission E. Diese zeichnet sich dadurch aus,dass wir ein sehr flaches Fahrzeug darstellen wollen. Wir positionieren die Batterie Schwerpunkt-günstig zwischen den Achsen. Gleichzeitig ermöglicht eine sogenannte Fußgarage, dass die Fond-Passagiere tief und bequem sitzen. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum MEB, an dem Volkswagen arbeitet.

Das heißt?

Steiner: Diese Plattform soll Reichweiten ermöglichen,die deutlich über 500 Kilometer liegen. Wir werden diese Plattform selbstverständlich auch anderen Marken im Konzern anbieten. Aber im Moment gibt es noch keine Entscheidung, ob und wie diese Plattform an anderer Stelle verwendet werden wird. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, mit dem J1 zunächst einsehr sportliches batterieelektrisches Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Warum? Weil wir zeigen wollen, dass im Markenkern von Porsche ein E-Fahrzeug möglich ist, das die Porsche-Kernwerte verkörpert.

Wie wollen Sie diese Werte beim Mission E umsetzen?

Steiner: Die Elektromobilität bietet unserer Meinung nach die Möglichkeit, ein sehr präzises Fahrerlebnis abzubilden. Auch der Mission E wird also exakt auf die Lenkung und die Bremse reagieren. Die Spontanität,mit der das Fahrzeug auf Gaspedalbefehle beziehungsweise Lastwechsel reagiert, wird sich gegenüber den aktuellen Modellen mit Verbrennungsmotor sogar noch verbessern. Dabei wollen wir natürlich die gewohnte Querdynamik erhalten.

Bei der Agilität spielt das Gewicht eine große Rolle.Wird der Mission E ein Carbon-Fahrzeug?

Steiner: Bei Fahrzeugprojekten,bei denen wir größere Stückzahlen anpeilen, ist ein intelligenter Materialmix die beste Lösung. Das bedeutet, das richtige Material am richtigen Orteinzusetzen. Zudem spielen natürlich auch die Höhe des Fahrzeugs und einmöglichst tiefer Schwerpunkt eine Rolle. Die Achslastverteilung schauen wir uns auch ganz genau an.

Stückzahlen ist ein gutes Stichwort. Sie wollen angeblich 20.000 Mission E verkaufen, was macht Sie da so zuversichtlich, dass diesesAuto so einschlägt. Ganz billig wird der ja sicher nicht …

Steiner: 20.000 Autos sind eine Größenordnung, die wir uns gut vorstellen können. Über 500 Kilometer Reichweite, 600 PS, Porsche-typische Fahrdynamik, kurze Ladezeiten und eine nicht zuletzt durch das geplante Joint Venture der BMW Group, Daimler AG, Ford Motor Company und dem VW Konzern mit Audi und Porsche möglich gewordene gute Lade-Infrastrukturstimmen uns diesbezüglich zuversichtlich.

Was hat Porsche bei der E-Mobilität sonst noch im Köcher

Steiner: Das J1 Projekt, also der Mission E, soll 2019 auf den Markt kommen. Über ein weiteres Serienprojekt ist noch nicht entschieden. Aber wir überlegen natürlich, was wir als nächstes tun könnten …

Da wäre doch ein SUV keine schlechte Idee …

Steiner: Wenn Sie sich unser Produktportfolio anschauen, werden Sie sehen, dass wir nicht nur reinrassige Sportwagen haben,sondern auch sportliche SUVs, die in verschiedenen Regionen einen nennenswerten Absatzanteil haben. Zum Beispiel verkaufen wir in China mehr SUVs als Sportwagen. Also ist ein elektrisches SUV durchaus ein Schritt, über den wir nachdenken.

Wie könnte das funktionieren?

Steiner: Die technische Basis des J1 istgrundsätzlich geeignet, ein solches Hochboden-Fahrzeug darzustellen. Allerdingsmuss man sich überlegen, ob so ein Konzept mit Batterie und Fußgarage für einen Hochboden tatsächlich nötig ist, weil damit Bauraum für Batteriezellen verschenkt wird. Es gibt da grundsätzlich zwei Optionen: Zum einen kann man diesen Raum nutzen, um die Reichweite zu erhöhen, oder man behält die Fußgarage bei und gestaltet das SUV etwas flacher und sportlicher.

Parallel arbeitet Audi ja im Bereich der E-Mobilität an einem eigenen Hochboden-Projekt. Entwickeln Sie da nicht gegeneinander?

Steiner: Nein. Ganz im Gegenteil. Wir tauschen uns intensiv aus und loten gemeinsam die technischen Möglichkeiten aus. Wenn wir mit verschiedenen Premiummarken ähnliche Konzepte verfolgen, dann liegt es auf der Hand, dass wir maximale Synergieeffekte erzielen wollen.

Um was geht es da genau?

Steiner: Wir werden uns alle aus einem Baukasten bedienen, von dem wir profitieren. Da geht es hauptsächlich um Antriebsbaukästen,Batteriezellen, Batteriemodule, Steuergeräte, Wechselrichter, und Ladegeräte.

Ausgenommen sind natürlich Themen und technische Lösungen,die wir zur Differenzierung der jeweiligen Marken brauchen.

Welche Rolle spielt die Brennstoffzelle in den Porsche-Planungen?

Steiner: Wir verfolgen bei unserer Elektrifizierungsstrategie zwei Ziele. Zum einen wollen wir die Plug-in-Hybridisierung unserer Antriebsstränge fortsetzen. Mit dem Antriebskonzept, das wir im Panamera 4 E-Hybrid vorgestellt haben, sind verschiedene Motorisierungen verblockbar. Diesen Weg wollen wir auch bei anderen Frontmotor-Fahrzeugen gehen. Das andere Standbein werden reinelektrische Antriebe sein. Nach heutigem Stand ist die Technologie der Brennstoffzelle, wenn man die gesamte Effizienzkette betrachtet, noch nicht wettbewerbsfähig. Die Kosten und das Gewicht sind für Fahrzeuge, wie wir sie planen, nicht geeignet.

Wird es im nächsten 911er einen Plug-in-Hybrid mit Vierzylindermotor geben?

Steiner: Ich bin der festen Überzeugung, dass der Sechszylinder-Boxer hervorragend zum Elfer passt.

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Quelle: Autoplenum, 2016-12-05

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