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Testbericht

Stefan Grundhoff, 10. September 2018
Wenn es Mercedes nach geht, werden Personen und Waren ab Anfang der 2030er Jahre mit autonomen Skateboards durch Stadt und Land transportiert. Auf großen Firmengeländen wäre ein Einsatz sogar früher möglich.

Bis vollautonome Fahrzeuge auf unseren Straßen unterwegs sind, werden noch einige Jahre vergehen. Selbst in Innovationsmetropolen in China, den USA oder Singapur dürfte das noch mindestens 15 Jahre dauern. Mit seiner Konzeptstudie des Vision Urbanetic zeigt Mercedes noch vor der Nutzfahrzeug-IAA in Hannover, wie Waren, Güter und Personen vollautonom und ohne Fahrer in Städten und über Land reisen. Basis für die zukünftigen Transporte soll dabei jeweils ein überdimensionales Skateboard sein, das sich durch wenige Handgriffe mit einem Cargo- oder einem Personenmodul bestücken lässt. Das Skateboard trägt dabei in seinem Flachboden nicht nur das Batteriepaket, sondern auch den Antrieb und die gesamte Technik, die für den sicheren Transport von A nach B notwendig ist. Gesteuert wird das Modul dabei aus einer Zentrale, während eine Vielzahl von Sensoren und Kameras dafür sorgt, dass der Mercedes Vision Urbanetic im harten Verkehrsalltag nirgendwo aneckt.

\"Beim Vision Urbanetic handelt es sich um ein völlig neues Mobilitätskonzept, das konsequent auf die tatsächlichen Bedarfe sowie auf Effizienz und Nachhaltigkeit ausgelegt ist\" so Gerd Reichenbach, Leitung Strategie bei Mercedes Vans, \"frühmorgens und am späteren Nachmittag im Berufsverkehr kann die Flotte verstärkt mit dem People-Mover bestückt werden. In anderen Zeiten wird das System mit dem CargoModul mehrheitlich für den Warentransport genutzt. Aufgrund des nahezu lautlosen Elektroantriebs eröffnet das System zusätzliche Optionen für die Spät- oder Nachtanlieferung.\" Die Beladungsmöglichkeiten für ein derartiges Elektro-Chassis scheinen nahezu unbegrenzt, denn durch die modulartige Nutzung wird die bisher existierende Trennung zwischen Personen- und Gütertransport aufgehoben. Mit einem aerodynamisch geformten Personenmodul aufgerüstet, kann Vision Urbanetic in seiner Kapsel bis zu zwölf Personen, teils sitzend teils stehend, befördern. Denkbar wäre hierbei unter anderen ein Einsatz als Ruftaxi, bei Busunternehmen oder Ridesharing-Firmen. Die Personen müssten sich im Citybereich bei Geschwindigkeiten bis 60 km/h noch nicht einmal anschnallen. Bestellen kann man den vollelektrischen Personentransport ganz einfach per Smartphone-App. Ohne zu Fuß zu einer Haltestelle zu gehen, holt einen der Vision Urbanetic an der eigenen Haustür ab und bringt einen zur S-Bahn-Haltestelle oder gar dem Flughafen - vollautonom und je nach Dienstanbieter wie Uber, Lyft oder Grab allein oder kostengünstig zusammen mit anderen. Der Innenraum ist großzügig - nicht zuletzt weil der Fahrerarbeitsplatz mit Pedalen, Lenkrad und Cockpit komplett wegfällt.

Mit wenige Handgriffen manuell oder in einem weiteren Prozess automatisiert kann die Kapsel in rund zwei Minuten vom Personentransport gegen ein Cargomodul ausgetauscht werden. Dafür fahren die beiden hinteren Räder nach außen und das Modul kann heruntergezogen werden. In dem dann deutlich kantigeren Cargomodul, das mit seiner Wabenstruktur einem Rimowa-Koffer gleicht, können Waren bis zu einem Gewicht von rund einer Tonne transportiert werden. Auf der Fahrzeuglänge von 5,14 finden in dem 3,70 Meter langen Laderaumlänge mit seinem Volumen von zehn Kubikmetern bis zu zehn Paletten Platz. Durch seinen flexiblen Ladeboden kann der rollende Transportkoffer in zwei Ebenen geteilt oder mit einem vollautomatisierten Ladesystem ausgestattet werden, was ihn zum Beispiel zu einer mobilen Paketstation werden lässt, die an jedem Ort platziert werden kann - vollautonom. Lieferdienste könnten das Paket bis vor die Haustür bringen. Ein kurze Info aufs Smartphone, Paket vor der Tür abgreifen und weiter geht es für den Transportkoffer nebst Elektroskateboard - alles vollautonom.

\"Der Vision Urbanetic hebt das Service-Level in vielen Branchen auf ein neues Niveau und entlastet die Innenstädte. Er reduziert zum Beispiel Leerfahrten oder unnötige Touren von Kurier-Express-Paketdiensten, die heute unter anderem dadurch entstehen, dass der Adressat der Lieferung nicht zu erreichen ist. Er bündelt Bedarfe und verhindert in der Personenbeförderung durch intelligente Routensteuerung und Planung, dass nur eine Person im Fahrzeug sitzt\", betont Gerd Reichenbach. Die Möglichkeiten, die ein Konzept der Mercedes Vision Urbanetic bietet, sind auf einer vergleichsweise kleinen Verkehrsfläche nahezu unbegrenzt. \"Das Modul kann tagsüber für Waren und abends als Personentransporter genutzt werden - an sieben Tagen in der Woche oder rund um die Uhr\", weitet Mercedes-Nutzfahrzeug-CEO Volker Mornhinweg die Einsatzmöglichkeiten nochmals aus. Stehen müsste der Urbanetic dann allein zum Laden seines Akkupaketes. So lange die gesetzlichen Gegebenheiten im öffentlichen Straßenverkehr für autonome Fahrzeuge Stufe fünf nicht geregelt sind, wäre ein Einsatz auf großen Firmengeländen schon deutlich früher als in den 2030er Jahren möglich. Die Probleme mit begrenzten Fahrerkontingenten, Ruhe- und Schichtzeiten wären mit einem derart variablen Transportkonzept ebenso gelöst sowie etwaige Einfahrbeschränkungen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
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Quelle: Autoplenum, 2018-09-10

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