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Testbericht

Stefan Grundhoff, 10. September 2019
Erstmals könnte in der kommenden Generation nicht die S-Klasse das Aushängeschild der Marke Mercedes sein. Denn zumindest auf lokalen Märkten in China oder den USA warten viele auf den elektrischen EQS. Einen ersten Ausblick gibt es auf der IAA.

Mercedes geht einen konsequenten, aber etwas überraschenden Weg. Von der neuen Mercedes S-Klasse, die Mitte kommenden Jahres ihre Premiere feiert, wird es keine vollelektrische Variante geben. Wie bei EQC, EQA und EQE gibt es auch einen elektrischen EQS und der rollt auf einer anderen Plattform als die kommende S-Klasse. Wie das Serienmodell des Mercedes EQS bei seiner Vorstellung in 2021 aussehen dürfte, davon kann man sich auf dem Mercedes-Messestand auf der IAA schon einmal überzeugen. Auffällig sind die flache Dachlinie und der betont lange Radstand. Durch den fehlenden Verbrennermotor auf der Vorderachse gibt es einen sehr großen Innenraum mit jeder Menge Freiheiten für die vier Insassen. Die Instrumententafel ist kaum mehr also solche zu bezeichnen. Die wichtigsten Informationen werden in die Zierflächen hinter das Lenkrad projiziert. Zudem gibt es ein zentrales Großdisplay auf der Mittelkonsole zwischen den vorderen wie hinteren Sitzen und in den Türtafeln.

Die konturierten Sitze erinnern an die Studie des Maybach Ultimate Luxury. Auch bei Mercedes will man die Kunden mehr und mehr vom Leder entwöhnen. Ist im Armaturenbrett Riegelahorn verbaut, bestehen die Sitze aus einer Mikrofaser, die aus recycelten PET-Flaschen hergestellt wurde. Dazu kommt artifizielles Leder, dessen feine technische Oberfläche einem Nappaleder gleichkommt. Der Dachhimmel ist mit einem Textil bespannt, das zum Teil aus Plastikabfällen aus dem Meer besteht.

Die Karosserie selbst präsentiert sich flach und bullig, wobei die mächtigen Räder ebenso ins Gewicht fallen, wie die flächige Front mit großen Lichtmodulen in Scheinwerfern sowie Kühlergrill und ein Heckleuchtenband, das in Form von 229 kleinen Mercedes-Sternen ausgeführt ist. Angetrieben wird die allradgetriebene IAA-Studie von zwei Elektromotoren, die zusammen 350 kW / 476 PS und 760 Nm maximales Drehmoment leisten. 0 auf Tempo 100 schafft der Mercedes Vision EQS in 4,5 Sekunden und soll mit seinem im Boden verbauten Akkupaket mit rund 100 kWh eine Reichweite von bis zu 700 Kilometern realisieren. Anders als beim Mercedes EQC soll die Höchstgeschwindigkeit beim über fünf Meter langen EQS bei über 200 km/h liegen. Auf langen Strecken wird der Fahrer durch einen Autobahnassistenten der Fahrerassistenzstufe drei entlastet. Mit einer in Aussicht gestellten Ladeleistung von 350 Kilowatt soll sich das Akkupaket in 20 Minuten bis auf 80 Prozent seiner Leistung aufladen lassen.
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Quelle: Autoplenum, 2019-09-10

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