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Testbericht

Sebastian Viehmann, 18. September 2009
Der Melkus RS 1000 war der einzige Sportwagen der DDR, doch nur wenige Fans und Rennfahrer durften ihn erwerben. Den 270 PS starken Nachfolger kann jeder kaufen – vorausgesetzt, er bringt das nötige Kleingeld mit.

Breit und niedrig, grelle Lackierung, 270 Pferdchen für 950 Kilogramm: Der Melkus RS 2000 erinnert nicht von ungefähr an den Lotus Elise. Der neue Sportwagen aus Dresden basiert auf Lotus-Technik und verspricht mit niedrigem Schwerpunkt und Heck-Mittelmotor eine echte Sportskanone zu werden. Die leichte Karosserie besteht aus Kohlefaser und glasfaserverstärktem Polyester. Geschmiedete Aluminiumfelgen und natürlich Flügeltüren garantieren neugierige Blicke auf jedem Parkplatz.

Die schicke Flunder aus Dresden ist der Nachfolger des berühmten Melkus RS 1000, der von 1969 bis 1979 gebaut wurde – und das nur 101 mal. Für den Bau des Sportwagens musste sich Konstrukteur Heinz Melkus Teile von diversen Autos zusammensuchen, unter anderem steckte viel Wartburg-Technik in dem Fahrzeug. Mit 1000 Kubikzentimetern Hubraum und 70 PS rang der Zweitakt-Flitzer anderen Sportwagen nur ein müdes Lächeln ab und wurde schon mal als „Zonen-Ferrari“ verspottet, doch in der DDR erlangte der Wagen schnell Kultstatus. In der Rennversion leistete der schön gezeichnete Flügeltürer immerhin 100 PS und brachte es auf 210 Km/h. Die Neuauflage darf sich über einen 1,8-Liter Viertaktmotor mit 270 PS freuen.

Peter Melkus, Technischer Leiter des Unternehmens und Sohn des 2005 verstorbenen Rennfahrers Heinz Melkus, erklärt den Werdegang des Projektes: „2006 haben wir das Original in kleiner Stückzahl neu aufgelegt, und viele haben gesagt: Könnt ihr nicht einen Nachfolger bauen?“ Im Gegensatz zum Original mussten beim neuen Melkus keine politischen Hürden überwunden werden: „Das Auto war damals politisch nicht gewollt, schließlich wurden dafür Teile aus der Serienproduktion abgezogen“, erzählt Peter Melkus. Sein Vater benutzte einen Trick, um doch noch grünes Licht für sein Traumauto zu bekommen: Er pries 1969 den RS 1000 als Geburtstagsgeschenk zum 20. Jahrestag der Gründung der DDR an. Da konnten selbst die Bedenkenträger der „Zentralen Sportkomission“ nicht nein sagen.

Beim neuen Modell hatten Designer und Techniker freie Hand. Angetrieben wird der knapp vier Meter lange und nur 1,1 Meter hohe RS 2000 von einem modifizierten Toyota-Vierzylinder mit 1,8 Litern Hubraum und variabler Ventilsteuerung. Das Aggregat wird von einem Kompressor aufgeladen, leistet 270 PS (198 kW) bei 7800 Umdrehungen und beschleunigt den Flügeltürer in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 Km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 Km/h. Für die Kraftübertragung sorgt ein kurz abgestimmtes Sechsganggetriebe. Den durchschnittlichen Spritverbrauch gibt Melkus mit 9,8 Litern pro 100 Kilometer an.

Beim Preisschild des Melkus werden die Augen allerdings sehr groß. 107.600 Euro soll der Wagen kosten. Für diese Summe bekommt man auch einen Porsche 911 Carrera 4S mit Doppelkupplungsgetriebe. Bei Melkus baut man daher auf die Exklusivität des Dresdner Sportflitzers: Pro Jahr werden nur 25 Exemplare in Handarbeit montiert, mehr als 100 Autos soll es nicht geben. Zur Serienausstattung gehören Klimaanlage, ABS und Traktionskontrolle, zwei Airbags und ein Audio-System. Das Auto wird ganz auf den persönlichen Wunsch des Kunden zugeschnitten, er kann sich zum Beispiel das zweifarbige Leder des Innenraums nach eigenem Gusto zusammenstellen. „Wir bieten zudem eine Zweijahresgarantie, holen den Wagen zur Inspektion ab und bringen ihn wieder zurück“, sagt Peter Melkus.
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Quelle: Autoplenum, 2009-09-18

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