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Testbericht

26. Februar 2015
Portimao (Portugal), 2. März 2015 - Bitte seien Sie als Freund wilder V8-Klänge und haarsträubender Leistungsorgien jetzt nicht schockiert, aber AMG baut nach unten an. Das soll das ohnehin beachtliche Wachstum der Marke weiter beschleunigen und ist per se nichts Schlimmes. BMWs M GmbH hat das Dynamik-Downsizing mit seiner M-Performance-Linie schließlich auch schon hinter sich und das hat - mit Ausnahme einiger Diesel-SUVs, die nun ein M auf dem Deckel tragen - durchaus für viel halbwegs bezahlbaren Fahrspaß gesorgt. "M Performance" heißt frei ins Schwäbische übersetzt "AMG-Sportmodelle". Einiges soll da künftig auf den Enthusiasten mit der nicht ganz so schweren Brieftasche zu rollen und den Anfang macht der neue C 450 AMG 4Matic. Ob AMG auch ohne den ganz großen Tiger im Tank Spaß macht? Wir haben es herausgefunden.

Optisch kaum vom C 63 zu unterscheiden
Was gemeine Spötter als "AMG für Arme" abtun könnten, ist dem ebenfalls brandneuen Vollblut-AMG C 63 auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich geraten. Von hinten werden Sie den Light-AMG wirklich nur am Schriftzug erkennen, vorne wittert der Connaisseur eine leicht geänderte Schürze, einen anderen Grill und etwas zahmere Kotflügel. Im Cockpit wird man sich noch schwerer tun, denn gerade wenn die optionalen Performance-Stühle an Bord sind, versprüht der C 450 kaum weniger Vollgas-Flair als der große Bruder mit dem dicken V8.

Nicht bei der Leistung gespart
Apropos V8: Auf den müssen Sie im neuen AMG-Sportmodell verzichten. Stattdessen setzt man auf eine aufgebrezelte Variante des 3,0-Liter-Biturbo-V6 aus dem C 400. Der bringt es (hauptsächlich aufgrund von mehr Ladedruck) nun auf 367 PS und 520 Newtonmeter Drehmoment. Ganz unter uns: Damit steht der Diät-AMG besser da als der bis 2007 gebaute C 55 AMG. Bisher bei den Rauchschwaden-affinen C-Klassen mit den drei extrascharfen Buchstaben völlig verpönt, verteilt der C 450 seine Opulenz jedoch auf alle vier Räder. Das passiert über eine Siebengang-Wandlerautomatik und zwar im festen Verhältnis von 33:67.

Fahrwerk aufwändig gedopt
Um die Fahrdynamik auf ein Level zu hieven, bei dem AMG-Chef und Vollblut-Racer Tobias Moers keine Albträume bekommt, hat man etwas tiefer in die Trickkiste gegriffen. Der C 450 erhält eigene Achsen und Traggelenke, steifere Federn und Buchsen sowie mehr Negativ-Sturz an der Vorderachse. Wie der C 63 verfügt er zudem über dreifach verstellbare Dämpfer, eine eigens abgestimmte Lenkung sowie größere Bremsen. Natürlich bleibt auch die Flut an Fahrmodi nicht aus. Am Steuer des 450ers dürfen Sie sich mit gleich fünf verschiedenen Einstellungen herumschlagen, die Einfluss auf Fahrwerk, Lenkung und den Antriebsstrang haben.

AMG-Sound? Naja ...
Bisher klingt das alles sehr vernünftig, spätestens mit dem ersten Schlüsseldreh hat sich das mit dem vernünftig klingen allerdings erledigt. Ein barbarisches Achtzylinder-Attentat wie im neuen C 63 hatte ich freilich nicht erwartet, aber für einen AMG (und das will der C 450 ja unbestritten sein) säuselt sich der V6 doch arg verschämt ins Leben. Immerhin intoniert er etwas heiserer und renniger, sobald man die niederen Drehzahlgefilde verlässt. Und wenn man die Dynamic-Taste in Richtung Sport Plus zwängt, scheint der Auspuff eine Art Eigenleben zu entwickeln. Zumindest hagelt es plötzlich Fehlzündungen, anarchisches Gebrabbel und Gespratze beim Gaswegnehmen sowie einen durchtriebenen Plopp bei jedem Hochschalten. Zugegeben, es klingt etwas arg gewollt, aber so kommt immerhin Leben in die Bude.

Viel Schub, Automatik ausbaufähig
Wo wir gerade bei "Leben in der Bude" sind: Der Sechszylinder war schon im C 400 ein sehr gelungenes Stück Motorenbau. Im C 450 geht er noch ein gutes Eck stürmischer nach vorne. Von einem Turboloch merkt man wenig bis gar nichts. Die Kraftentfaltung ist bis in den Begrenzer gleichmäßig kräftig. Das ist nicht übermäßig aufregend (was auch daran liegen könnte, dass ich kurz zuvor für mehrere Stunden im gleichzeitig vorgestellten C 63 unterwegs war) aber äußerst effektiv. Leider kann die Siebengang-Automatik trotz einiger Tuningmaßnahmen das beachtliche Tempo ihres Antriebspartners nicht ganz mitgehen. In den meisten Alltags-Situationen wird ihr Temperament ausreichen, aber im Vergleich zu Audis S tronic oder BMWs Achtgang-Sportautomatik wirkt sie doch etwas altbacken.
 
Fahrdynamisch auf der Höhe
Besser gefallen die leichtgängige und akkurate Lenkung, die straffe, aber nicht überharte Abstimmung sowie das hohe Gripniveau. Außerdem genügt ein kurzer Druck auf die Schlinger-Taste und schwupps, ist das ESP auch schon aus. Gänzlich. Drückt man den "Spar-AMG" in der Folge etwas vehementer in die Biegung, schiebt er vernehmbar über die Vorderräder, lässt sich aber mit mehr Gas durchaus dazu überreden, die Linie mit dem Hinterteil wieder zu schärfen. Die hecklastige Auslegung ist hier wirklich ein Vorteil, denn das Auto wirkt so etwas spielerischer, ohne jemals das hohe Traktionslevel aufzugeben. Insgesamt ist der C 450 fahrdynamisch näher am C 400 als am deutlich knackigeren und steiferen C 63, aber für eine gehörige Portion Fahrspaß taugt der neue Einstiegs-AMG allemal.

Wohl nicht ganz billig
Und das zu Preisen ab … ja, Moment mal! Mercedes hat die Preise für den C 450 AMG 4Matic nämlich noch nicht bekanntgegeben. Etwa 20 Prozent wird er im Einstiegspreis unterhalb des C 63 liegen. Das wären dann knapp 60.000 Euro für die Limousine. Bei einem Basispreis von über 52.000 Euro für den Mercedes C 400 klingt das plausibel. Zum Vergleich: Ein BMW 335i xDrive mit Achtgang-Sportautomatik (und über 60 PS weniger Leistung) startet bereits bei 49.710 Euro. Der Audi S4 mit 333 PS und nahezu identischen Fahrleistungen ist ab 55.900 Euro zu haben.
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Technische Daten
Antrieb:Allradantrieb
Anzahl Gänge:7
Getriebe:Automatik
Motor Bauart:V-Motor, Biturbo
Hubraum:2.996
Anzahl Ventile:4
Anzahl Zylinder:6
Leistung:270 kW (367 PS) bei UPM
Drehmoment:520 Nm bei 2.000-4.200 UPM
Fazit
Mit dem C 450 hat AMG eine sehr vernünftige Alternative zu BMW 335i und Audi S4 geschaffen. Zum C 63 fehlt in allen Belangen ein ganzes Eck, aber wäre es anders, wäre es Unsinn. Der "AMG-Light" lässt sich gut und sicher in die Kurve werfen und ist jederzeit verdammt schnell unterwegs. Auf eine Karriere als effektiver und launiger Kilometerfresser darf sich der 450er also schon mal einstellen. Dass bei AMG selbst eine abgespeckte Variante nicht wirklich günstig ist, ist leider auch klar. + Strammer Vortrieb, gute Lenkung, hecklastiges aber sicheres Fahrverhalten, schönes Interieur - Automatik etwas langsam, trotz "AMG-light" wohl nicht ganz billig
Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-news, 2015-02-26

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