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Testbericht

Peter Eck/SP-X, 7. April 2019
SP-X/Köln. SUVs jeder Marke, Größe und Motorisierung gibt es nun wirklich wie Sand am Meer. Selbst wer ein sogenanntes Premium-Modell wie etwa den BMW X5 fährt, muss stets damit rechnen, auf dem Weg zur Arbeit einem bis in Detail gleichem Pendant zu begegnen. Wer auf mehr Individualität Wert legt und dafür vielleicht bereit ist, bei der Perfektion ein Auge zuzudrücken, für den könnte ein Cadillac XT5 das richtige Fahrzeug sein. Zugeben, das ist jetzt kein ganz aktueller Tipp, den zur oberen Mittelklasse zählenden Fünftürer gibt es schon seit fast drei Jahren in Deutschland zu kaufen. Aber wie viele XT5 haben Sie seither gesehen? Na eben.Optisch macht der üppige 4,82 Meter messende Amerikaner schon einiges her. Vor allem die Front wird den neidischen Nachbarn zu einem zweiten und dritten Blick verführen. Denn er sieht nicht nur einen stolz-steil aufragenden Kühlergrill mit dem für unsere Augen ungewohnten Cadillac-Logo, sondern auch extrem schmale und weit in die Seite der Karosserie eingezogene Scheinwerfer. Wir wissen allerdings nicht, ob darauf auch die im Vergleich zu Wettbewerbern wie dem Mercedes GLE oder dem BMW X5 relativ schmale Lichtausbeute zurückzuführen ist.Steigen wir mal ein. Den Fahrer empfängt ein aufgeräumtes Cockpit mit Acht-Zoll-Bildschirm in der Mitte und allen Tasten und Schaltern genau da, wo wir sie erwarten. Wie man es von amerikanischen Autos kennt, sind die Sitze groß dimensioniert und weit verstellbar. Auch hinten können zumindest zwei Menschen der Größe XXL bequem reisen. Übrigens auch mit viel Gepäck, denn der Kofferraum fasst schon in der Normalkonfiguration 850 Liter, wer den ganz großen Einkauf tätigen will, lässt die Kinder zu Hause, klappt die Rücksitze weg und hat sogar fast 1.800 Liter Stauraum zur Verfügung. Zudem ist die Rückbank im Verhältnis 40:20:40 teilbar und die Kofferraumklappe schließt sich in den beiden höheren Ausstattungsvarianten Premium und Platinum elektrisch.Ziemlich gespannt waren wir auf den Antriebsstrang. Unter der Haube arbeitet ein Sechszylinder mit 3,65 Litern Hubraum und 231 kW/314 PS, der über eine Achtgang-Automatik dirigiert wird. Das hört sich erst mal gut an, ist in der Praxis aber nicht so richtig überzeugend. Der Sauger agiert nicht besonders durchzugskräftig, das maximale Drehmoment liegt auch erst bei heute schon fast astronomisch hohen 5.000 Umdrehungen an. Und bei 210 km/h ist auch schon Schluss mit weiterer Beschleunigung. Hinzu kommen die immer noch amerikanischen Trinksitten, schon der Normverbrauch von glatten 10 Litern ist nicht gerade sittsam, mit 13 bis 14 Litern muss man im Alltag schon rechnen. Immerhin spendiert Cadillac einen über 80 Liter großen Tank, so dass man nicht schon nach 400 Kilometern an die Tankstelle muss, sondern zumindest mal 600 Kilometer weit kommt.Wer täglich gerne, länger und schnell über deutsche Autobahnen rasselt, dem sei nicht nur wegen der eingeschränkten Höchstgeschwindigkeit vom XT5 abgeraten. Das SUV fühlt sich ab etwa 180 Sachen offensichtlich auch nicht mehr wirklich wohl. Das Fahrwerk ist eben nicht für die German Highways entwickelt. Wer es dagegen mit 140 km/h etwas gemütlicher angeht, schont nicht nur die Umwelt und den Geldbeutel, sondern erlebt auch einen entspannteren Ami. Im Handling gibt sich der XT5 sowieso eher behäbig, enge Kurven sind seine Sache nicht, weit geschwungene Landstraßen schon eher. Die Lenkung gibt eher wenig Rückmeldung.Wer wie wir eine der höheren Ausstattungsversionen erwischt, hat auch immer eine Stoßdämpfer-Verstellung dabei und kann zudem das Fahrprogramm zwischen Snow/Ice, Sport und Tour wählen. Wobei es im Tour-Modus nur per Frontantrieb vorangeht und der Allradantrieb Pause hat. Und dann kann es mal passieren, dass bei Nässe die Vorderreifen überfordert sind. Was kein wirkliches Problem ist, aber in europäischen Augen auch nicht Premium.Diesen Anspruch erfüllt der XT5 beim Design, Platzangebot, der Verarbeitung und dem Ausstattungsumfang, unter anderem sind einige Assistenzsysteme und auch ein Head-up-Display immer an Bord. Motor, Fahrwerk, Lenkung sind dagegen nicht optimal für europäische Straßen und Fahrweisen abgestimmt. Versöhnlich stimmt dagegen der Preis: Den Cadillac gibt’s offiziell ab 51.400 Euro, schon auf der offiziellen Website wird aber mit 8.000 Euro Preisnachlass geworben. Andererseits geht ein nicht gerade geringer Teil der Ersparnis langfristig für die Benzinrechnung, den Unterhalt und die erfahrungsgemäß nicht gerade günstigen (und leider auch wenigen) Werkstätten der Marke wieder drauf. Ein Versprechen erfüllt der XT5 aber auf jeden Fall: Man läuft bei knapp dreistelligen jährlichen Zulassungsvolumina kaum in Gefahr, auf der Straße mal einem Schwestermodell zu begegnen.Cadillac XT5 – Technische Daten:Fünftüriges, fünfsitziges SUV der oberen Mittelklasse; Länge: 4,82 Meter, Breite: 1,90 Meter, Höhe: 1,68 Meter, Radstand: 2,86 Meter, Kofferraumvolumen: 850 – 1.784 Liter3,6-Liter-V6-Saugbenziner, 231 kW/314 PS, Achtgang-Automatikgetriebe, Allradantrieb, maximales Drehmoment: 368 Nm bei 5.000 U/min, 0-100 km/h: 7,5 s, Vmax: 210 km/h, Normverbrauch: 10,0 Liter, CO2-Ausstoß: 229 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: E, Testverbrauch: 12,8 LiterPreis: ab 51.400 EuroKurzcharakteristik:Warum: SUV´s sieht man jeder Straßenecke – dieses nichtWarum nicht: er ist durstig und teuer im Unterhalt, das Händlernetz ist dünnWas sonst: BMW X5, Porsche Cayenne, Mercedes GLEDie Marke Cadillac sieht sich selbst auf Augenhöhe mit Mercedes, BMW und Audi. Mit dem XT5 bieten die Amerikaner in Europa zum Beispiel ein optisch spektakuläres SUV der gehobenen Mittelklasse an. Kann das Fahrzeug aber auch fahrtechnisch einen Maßstab setzen?
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Fazit
Die Marke Cadillac sieht sich selbst auf Augenhöhe mit Mercedes, BMW und Audi. Mit dem XT5 bieten die Amerikaner in Europa zum Beispiel ein optisch spektakuläres SUV der gehobenen Mittelklasse an. Kann das Fahrzeug aber auch fahrtechnisch einen Maßstab setzen?

Quelle: Autoplenum, 2019-04-07

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